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VERANSTALTUNGEN

Gemeinsam Verantwortung tragen - Interprofessionelle Qualitätszirkel in den Frühen Hilfen

Tagung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen, der KBV und der KV Baden-Württemberg

Mittwoch, 26. November 2014
10.00 – 16.30 Uhr
im Haus der Kassenärztlichen Bundesvereinigung,
Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin

Durch das Vernetzen der Kinder- und Jugendhilfe mit niedergelassenen Ärzten in Qualitätszirkeln wird das gesunde Aufwachsen von Kindern in schwierigen familiären Verhältnissen gefördert. Das zeigt ein dreijähriges Modellprojekt in Baden-Württemberg, das auf der Tagung in der KBV in Berlin vorgestellt wurde und bundesweit ausgebaut werden soll.

Bei dem Modellprojekt handelt es sich um eine Kooperation des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. In den Qualitätszirkeln, welche die Plattform des Netzwerkes bilden, besprechen Ärzte sowie Experten aus der Kinder- und Jugendhilfe anhand von Fallbeispielen den Bedarf an Unterstützung einzelner Familien. Dabei bleiben die Betroffenen anonym. Das Zusammenspiel der einzelnen Akteure mit unterschiedlichen Kompetenzen ermöglicht dann eine passgenaue Unterstützung der einzelnen Familien. Auf der Tagung wurden Ergebnisse des Projekts vorgestellt mit dem Ziel, ähnliche Strukturen in anderen Bundesländern aufzubauen.

Vertragsarzt spielt wichtige Rolle beim Kinderschutz

KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen appellierte an die Politik, vorbeugende Maßnahmen des Kinderschutzes zu einer Leistung des Gesundheitswesens zu machen. „Geben Sie uns dafür eine Rechtsgrundlage im SGB V“, forderte Gassen. Schließlich komme niedergelassenen Ärzten bei der Prävention möglicher Fehlentwicklungen eine wichtige Rolle zu. In den ersten Lebensjahren seien sie oft die einzigen „Fachleute“, die regelmäßigen Kontakt zu den Kindern haben.

Krankheitsspektrum der Kinder hat sich gewandelt

Das Krankheitsspektrum der Kinder habe sich in den vergangenen Jahren entscheidend verändert, sagte Prof. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die gemeinsam mit dem Deutschen Jugendinstitut Träger des NZFH ist. Viele Kinder seien heute gesund, litten aber oft unter Entwicklungsstörungen, psychischen Auffälligkeiten, Übergewicht und Bewegungsmangel. Das betreffe vor allem jene in schwierigen sozialen Verhältnissen. Aktuelle Studien zeigten, dass zehn bis 20 Prozent der Kinder in Deutschland aufgrund schlechter Startbedingungen geringere Chancen auf ein erfolgreiches und gesundes Leben hätten.

Frühe Hilfen: Koordinierte Hilfsangebote für Eltern und Kinder

Der Begriff Frühe Hilfen entstand in den 70er Jahren im Rahmen der Frühförderung. Er wird im Gesundheitssystem sowie der Kinder- und Jugendhilfe verwendet. In den vergangenen Jahren wurde er neu geprägt. 2009 hat das NZFH eine entsprechende Begriffsbestimmung verabschiedet.

Danach geht es um regionale Systeme mit koordinierten Hilfsangeboten für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft und in den ersten drei Lebensjahren. Dabei sollen Risiken für das Wohl und die Entwicklung des Kindes frühzeitig erkannt und vermindert werden.

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