Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Honorar

Änderungen zum Januar 2015

Kinderärzte erhalten Zuschlag zur sozialpädiatrischen Betreuung

Die sozialpädiatrische Betreuung von Kindern und Jugendlichen wird ab Januar 2015 besser vergütet. Kinder- und Jugendmediziner mit entsprechender Qualifikation erhalten einen Zuschlag für die weiterführende sozialpädiatrisch orientierte Versorgung. Darauf haben sich die KBV und der GKV-Spitzenverband im Nachgang zu den Honorarverhandlungen 2015 geeinigt.

Bessere Vergütung sozialpädiatrischer Leistungen

Für die neue sozialpädiatrische Leistung stehen in 2015 rund 14 Millionen Euro zur Verfügung. Damit soll der erhöhte Aufwand bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen beispielsweise mit motorischen, kognitiven oder emotionalen Auffälligkeiten, Erkrankungen oder einer Behinderung besser berücksichtigt werden.

Die Details im Überblick

Fester Zuschlag von 20 Euro

Die neue Leistung wird als Zuschlag im Zusammenhang mit der Gebührenordnungsposition (GOP) 04355 gezahlt, wenn nach der sozialpädiatrisch orientierten Beratung, Erörterung und/oder Abklärung eine weiterführende sozialpädiatrische Versorgung erfolgt. Dazu wird zum 1. Januar 2015 die GOP 04356 neu in den EBM aufgenommen. Sie ist mit 195 Punkten bewertet (rund 20 Euro). Die Vergütung erfolgt extrabudgetär und ohne Mengenbegrenzung zum vereinbarten Preis.

Die Leistung kann zweimal im Krankheitsfall abgerechnet werden, das heißt zweimal innerhalb von vier Quartalen, bei Bedarf auch zweimal im selben Quartal. Voraussetzung für die Abrechnung ist ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt oder ein persönlicher Kontakt des Arztes zu einer Bezugsperson des Kindes oder Jugendlichen von mindestens 15 Minuten. Die Leistung umfasst unter anderem die Erhebung und/oder Monitoring von motorischen, kognitiven, emotionalen und/oder organbedingten Einschränkungen und/oder Auffälligkeiten sowie die Beratung über weiterführende Maßnahmen.

Ärzte benötigen sozialpädiatrische Qualifikation

Kinder- und Jugendärzte benötigen für die Abrechnung eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung. Sie müssen dafür eine sozialpädiatrische Qualifikation von mindestens 40 Stunden absolviert haben (gemäß dem Curriculum „Entwicklungs- und Sozialpädiatrie für die kinder- und jugendärztliche Praxis“ der Bundesärztekammer). Alternativ wird eine ärztliche Tätigkeit von mindestens sechs Monaten – auch im Rahmen der Weiterbildungszeit – in einem Sozialpädiatrischen Zentrum beziehungsweise in einer interdisziplinären Frühförderstelle anerkannt.

Die Praxen müssen außerdem mit Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie einem Sozialpädiatrischem Zentrum kooperieren.

Übergangsregelung bis 30. Juni 2016

In einer Übergangsregelung haben sich KBV und Krankenkassen darauf geeinigt, dass bis zum 30. Juni 2016 die GOP 04356 auch ohne Nachweis der Qualifikation berechnungsfähig ist. Voraussetzung dafür ist, dass die Vertragsärzte im Vorjahresquartal und dem darauffolgenden Quartal in durchschnittlich mindestens 50 Behandlungsfällen pro Quartal die GOP 04355 abgerechnet haben.

Erst im Oktober 2013 war für die sozialpädiatrische Beratung und/oder Abklärung die GOP 04355 in das EBM-Kapitel der Kinder- und Jugendärzte aufgenommen worden. Sie ist einmal im Behandlungsfall (einmal im Quartal) abrechenbar. Das Behandlungsspektrum der GOP 04355 wird ebenfalls zum 1. Januar 2015 erweitert. Mit dem Zuschlag (GOP 04356) wird nunmehr auch die weiterführende sozialpädiatrisch orientierte Versorgung durch Kinder- und Jugendmediziner vergütet.

Dokumente zum Herunterladen