Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Canagliflozin/Metformin

Handelsname: Vokanamet®

Anwendungsgebiet: Behandlung des Diabetes Mellitus Typ 2*

Pharmazeutischer Unternehmer: Janssen-Cilag GmbH

Beginn des Verfahrens: 15.08.2014

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 05.02.2015

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
Diabetes mellitus Typ 2*


a) Fixkombination Canagliflozin/Metformin, wenn Metformin in der maximal verträglichen Dosis den Blutzucker zusammen mit einer Diät und Bewegung nicht ausreichend kontrolliert
Sulfonylharnstoff (Glibenclamid o. Glimepirid) + Metformin Zusatznutzen ist nicht belegt
b) Fixkombination Canagliflozin/Metformin mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln außer Insulin, wenn der Blutzucker mit Metformin und diesen Arzneimitteln zusammen mit einer Diät und Bewegung nicht ausreichend kontrolliert wird
Humaninsulin + Metformin** Zusatznutzen ist nicht belegt
c) Fixkombination Canagliflozin/Metformin mit Insulin, wenn der Blutzucker mit Metformin und Insulin zusammen mit einer Diät und Bewegung nicht ausreichend kontrolliert wird
Humaninsulin + Metformin** Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.
** Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin nicht ausreichend wirksam ist.


Zusammenfassung:

Der Wirkstoffkombination Canagliflozin/Metformin ging die Nutzenbewertung für Canagliflozin voraus. Canagliflozin wurde im März 2014 als Monotherapie und in Kombination mit anderen Antidiabetika zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 zugelassen. Im Rahmen der frühen Nutzenbewertung kam der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zu dem Ergebnis, dass der Zusatznutzen von Canagliflozin in allen Anwendungsgebieten nicht belegt ist. Der Hersteller nahm den Wirkstoff daraufhin vom deutschen Markt.

Canagliflozin/Metformin ist seit August 2014 im Verkehr. Drei der bereits bewerteten Anwendungsgebiete von Canagliflozin stimmen mit den Anwendungsgebieten der neuen Fixkombination überein.

Gemäß Fachinformation darf Canagliflozin/Metformin nicht bei Patienten mit mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung angewendet werden, was auf den Wirkstoff Metformin zurückzuführen ist. Zudem kann es bei der Anwendung bei Patienten über 75 Jahre zu einer höheren Inzidenz von Nebenwirkungen, die mit einem Volumenmangel assoziiert werden, kommen.

Bei der Bewertung des Zusatznutzens von Canagliflozin/Metformin gegenüber der Vergleichstherapie wurden folgende Teilpopulationen unterschieden:

a) Canagliflozin/Metformin
Zur Bewertung stand eine direkt vergleichende Studie zur Verfügung, in der Canagliflozin plus Metformin gegen Glimepirid plus Metformin über einen Zeitraum von 104 Wochen untersucht wurde. Im Canagliflozin-Arm wurde eine fixe Wirkstoffdosis unabhängig vom erreichten Blutzuckerwert verabreicht. Im Glimepirid-Arm hingegen wurde ein Blutzuckerzielwert vorgegeben.

In den ersten Wochen der Behandlung wurde die Glimepirid-Dosis in zweiwöchigen Intervallen in 2-mg-Schritten hochtitriert, solange die Nüchternblutzuckerwerte über 110 mg/dl lagen. Dabei wurde ein großer Anteil der Patienten mit 6 mg Glimepirid behandelt, was jedoch gemäß Fachinformation nur in Einzelfällen erfolgen sollte. Der Blutzucker und der HbA1c sanken unter Glimepirid stärker als unter Canagliflozin.

Der G-BA betrachtet die Studie für die Bewertung eines Zusatznutzens derart eingeschränkt, dass sich keine validen Aussagen zum Zusatznutzen ableiten lassen. Daher ist der Zusatznutzen nicht belegt. Dies wird im Wesentlichen durch die fehlende Möglichkeit der Dosiserhöhung bei Canagliflozin, das straffe Glimepirid-Titrationsschema, dem zusätzlich ein niedriger Zielwert (Nüchternplasmaglukose: 110 mg/dl; Orientierungsgröße des Therapieziels: 100 bis 125 mg/dl) zugrunde lag, begründet.

b) Canagliflozin/Metformin + Sulfonylharnstoff
Der pharmazeutische Unternehmer hat keine Studie vorgelegt, die für die Bewertung eines Zusatznutzens geeignet gewesen wäre. Der Zusatznutzen ist daher nicht belegt.

c) Canagliflozin/Metformin + Insulin mit oder ohne orales Antidiabetikum
Auch hierfür wurde keine Studie vorgelegt, die für die Bewertung eines Zusatznutzens geeignet gewesen wäre. Der Zusatznutzen ist daher nicht belegt.

In der Gesamtschau kommt der G-BA zu dem Ergebnis, dass der Zusatznutzen von Canagliflozin/Metformin in keinem der drei Anwendungsgebiete belegt ist.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.