Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Videos

Mindestlohn: Was Niedergelassene beachten müssen

Mindestlohn in der Arztpraxis: Was muss beachtet werden?

Wenn Minijobber in der Arztpraxis arbeiten, dann heißt es seit Einführung des Mindestlohn-gesetzes: Aufgepasst! Das Mindestlohngesetz schreibt nämlich vor, dass Arbeitgeber die Arbeitszeiten ihrer geringfügig beschäftigten Mitarbeiter dokumentieren müssen. Für sie muss der Praxisinhaber Beginn, Dauer und Ende der täglichen Arbeitszeit aufzeichnen.

Wie muss dokumentiert werden?

Das bleibt dem Arbeitgeber überlassen. Die Aufzeichnungen müssen allerdings mindestens zwei Jahre lang aufbewahrt werden und bei einer Prüfung dem Zoll vorgelegt werden. Pra-xisinhaber, die nicht richtig, nicht vollständig und nicht in vorgeschriebener Weise aufzeichnen und dokumentieren, handeln ordnungswidrig. Ihnen droht ein Bußgeld in einer Höhe bis zu 30.000 Euro und zwar unabhängig davon, ob sie den Mindestlohn zahlen oder nicht.

Was passiert bei Überstunden?

Überschreiten Minijobber ihren Monatsverdienst von 450 Euro, wird das Arbeitsverhältnis versicherungspflichtig wie bei einem normalen Arbeitnehmer. Praxischefs müssen dann den vollen Arbeitgeberanteil zahlen. Deshalb ist eine zeitnahe und regelmäßige Kontrolle der Arbeitszeiten wichtig. Nur so können Überstunden eventuell in anderen Monaten ausgegli-chen werden. Außerdem sollten Arbeitgeber sich von ihren Mitarbeitern im Personalfragebo-gen bescheinigen lassen, dass kein weiterer Job ausgeführt wird. Nur so sind Praxischefs auf der sicheren Seite und können die Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen vermeiden.

Was ist mit externen Reinigungskräften?

Auch hier muss sich der Arzt absichern und im besten Fall lässt er sich bestätigen, dass die Reinigungsfirma den Mitarbeitern den Mindestlohn zahlt. Zahlt der Dienstleister diesen näm-lich nicht, dann können externe Reinigungskräfte beim Arzt als Auftraggeber die Differenz einfordern, ohne vorher gegen ihren Arbeitgeber vorgehen zu müssen.

Wie betrifft die Mindestlohnregelung Medizinstudenten in der Arztpraxis?

Da die Medizinstudienordnung ein Praktikum zwingend vorschreibt, sind Famulanten und Studenten im praktischen Jahr von der Mindestlohnregelung ausgenommen. Leisten Medizi-ner nach ihrer Hochschulausbildung jedoch ein freiwilliges Praktikum in der Arztpraxis, dann wird der Mindestlohn fällig. Das Gesetz schreibt außerdem ein Qualitätsrahmen für Praktika vor. Praktikanten müssen zukünftig einen Vertrag mit klaren Praktikumszielen bekommen und haben Anspruch auf ein Zeugnis.

Seit dem 1. Januar 2015 gilt der gesetzliche Mindestlohn. Eine Änderung, die in Arztpraxen für neue Pflichten sorgt. Auch wenn Medizinische Fachangestellte (MFA) in der Regel mehr als 8,50 Euro in der Stunde verdienen. Das Video erklärt, was bei Minijobbern, der Reinigungskraft und Praktikanten zu beachten ist.

Weitere Informationen zum Thema