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Sicheres Netz

Praxisbesuch bei Ulrich Driessen, Hausarzt

Viel sicherer als Post oder Fax

Ulrich Driessen weiß die Vorzüge seiner Praxis-IT zu schätzen: „Die moderne Technik spart Zeit, die ich für meine Patienten benötige.“ Seit 32 Jahren arbeitet der Allgemeinmediziner mit drei Medizinischen Fachangestellten und der mitarbeitenden Ehefrau in einer allgemeinärztlichen Hausarztpraxis in Langerwehe (Kreis Düren).

Die Gemeinde mit 16.000 Einwohnern liegt am Rande der Eifel zwischen Aachen und Köln in Nordrhein Westfalen. „Gerade im Verhältnis zwischen Hausarzt und Patient, welches oft über Jahrzehnte andauert, spielt Vertrauen eine große Rolle“, sagt Driessen. Er habe sich deshalb recht schnell entschlossen, die Vorteile des Sicheren Netzes zu nutzen.

eArztbrief mit vielen Vorteilen

Bereits seit zwei Jahren versendet und empfängt der 60-jährige Mediziner im Sicheren Netz per D2D elektronische Arztbriefe. „Die Übermittlung auf diesem Weg ist viel sicherer als per Post oder Fax. Und zudem geht es schneller. Der Kollege hat sofort meine Nachricht und ich seine.“ Noch einen Vorteil will der Hausarzt nicht mehr missen: Elektronische Arztbriefe seien sehr gut leserlich, anders als oft verschwommene Faxe. Außerdem könne er die Unterlagen schnell und unkompliziert in die Patientenakte kopieren. Früher musste er jedes Schriftstück extra scannen.

Leider kommen bislang nur etwa zehn Prozent der Arztbriefe elektronisch in seiner Praxis an, bedauert Ulrich Driessen. Damit mehr Kollegen ihre Praxis-EDV mit entsprechender Hardware aufrüsten, müssten die Kosten für die Erstellung und den Versand elektronischer Arztbriefe im EBM abgebildet sein. Driessen engagiert sich neben seiner Praxistätigkeit in der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein in Sachen elektronischer Arztbrief und SNK.

Notfallakte kann Leben retten

Vor einem halben Jahr hat Ulrich Driessen damit begonnen, elektronische einrichtungsübergreifende Patientenakten (eEPA) anzulegen, auf die im Notfall unter anderem auch Krankenhausärzte zugreifen können. Solche Notfallakten können Risikopatienten wie multimorbiden, alleinstehenden oder kommunikationsgestörten Menschen unter Umständen das Leben retten, betont er. Das Ganze läuft im Rahmen eines Förderprojekts, an dem neben der EU auch die KV Nordrhein beteiligt ist. Patienten, die für eine solche „Akte“ infrage kommen, würden genau über die gesetzlichen Vorgaben informiert, berichtet Driessen. „Nur wenn sie zustimmen, erhalten sie ein verschlüsseltes 'Ticket', das sie bei sich tragen und im Notfall als Einwilligung zur Einsicht vorlegen können.“

Die Notfallakten sind auf dem Hochsicherheitsserver der KV Nordrhein abgelegt und können von den Klinikärzten in der Rettungsstelle, wo der Patient im Notfall landet, abgerufen werden. Damit hat der Notfallmediziner innerhalb weniger Minuten Informationen über wichtige Daten des Patienten. Zwei Kliniken gibt es derzeit im Kreis Düren, die in der Notfallaufnahme solche Akten abrufen können.

Die Kollegen für eEPA zu motivieren sei schwer, da der zeitliche Aufwand für Erstellung und Pflege der Akte relativ hoch sei. Auch gebe es dafür keine Vergütung. Driessen will trotzdem weitermachen: Denn der Aufwand lohnt sich.