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Stand 06.03.2015

Sicheres Netz

Telematikinfrastruktur und das Sichere Netz

Sie kommt – da sind sich die Experten einig. Unklar ist, wann alle Akteure des deutschen Gesundheitssystems vollständig durch eine Telematikinfrastruktur (TI) miteinander vernetzt sein werden. Wir stellen die bisherigen Pläne vor und erläutern, welche Rolle das sichere Netz der KVen (SNK) dabei spielen soll.

Ein Blick zurück: Mit der Gesundheitsreform 2004 hatte der Gesetzgeber die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) beschlossen. Um diesen gesetzlichen Auftrag umzusetzen, gründeten die Spitzenverbände des Gesundheitswesens – darunter KBV, Bundesärztekammer und GKV-Spitzenverband – die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte, kurz gematik. Ihre Aufgabe: Die Einführung der eGK und der dafür notwendigen Telematikinfrastruktur.

Die neue Infrastruktur soll alle Beteiligten im Gesundheitswesen wie Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken, Krankenkassen miteinander vernetzen und den Datenaustausch auch über Sektorengrenzen hinweg erleichtern. Ein wesentliches Ziel ist es, dass medizinische Informationen, die für die Behandlung der Patienten benötigt werden, schneller verfügbar sind. Darüber hinaus sollen Verwaltungsabläufe, zum Beispiel in Arztpraxen, durch die Online-Kommunikation vereinfacht werden. Oberste Priorität hat auch hier die Datensicherheit.

KBV will Anwendungen für die Praxis

Für die KBV ist es dabei von zentraler Bedeutung, dass die Telematikinfrastruktur Ärzten und Patienten dient und die Qualität der medizinischen Versorgung weiter verbessert. Gegen ein verpflichtendes Versichertenstammdaten- Management in den Praxen als erste Online-Anwendung der eGK hat sich die Vertreterversammlung der KBV deshalb mehrfach ausgesprochen. Denn die Aktualisierung der Versichertendaten auf der Gesundheitskarte ist nicht Aufgabe der Ärzte und Psychotherapeuten, sondern Sache der Krankenkassen.

Einbindung des Sicheren Netztes

Sobald die Telematikinfrastruktur steht, soll das sichere Netz angebunden werden. Dafür finden bereits erste Tests statt, damit nach der Einführung der TI das SNK und dessen Anwendungen weiterhin für Ärzte und Psychotherapeuten zur Verfügung stehen. Und auch mit der TI wird das Netzwerk, über das alle Teilnehmer des SNK verbunden sind, in der Hand der Ärzteschaft verbleiben. Dies ist eine politische Forderung im Acht-Punkte-Programm der niedergelassenen Ärzteschaft.

Das ist geplant: Über spezielle Anbieter (Provider), die von der gematik zertifiziert werden, erhalten die berechtigten Nutzer wie Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Apotheken einen technischen Zugang zur Telematikinfrastruktur. Über die elektronische Gesundheitskarte stehen außerdem verschiedene Anwendungen bereit. Praxen müssen nicht befürchten, dass sie für jede virtuelle Infrastruktur ein eigenes technisches Zugangsgerät brauchen: Sie benötigen auch dann nur ein Gerät, einen sogenannten Konnektor, um die Online-Dienste nutzen zu können.

Mögliche Anwendungen über die Telematikinfrastruktur

  • Qualifizierte elektronische Signatur
  • Notfalldatenmanagement
  • Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit
  • Organspendeerklärung
  • Telemedizin

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