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Kooperationen

Anstellung – Ärzte beschäftigen Ärzte

Nicht nur Medizinische Versorgungszentren (MVZ) können Ärzte und/oder Psychotherapeuten anstellen. Auch selbstständig tätige Ärzte haben heute viel mehr Möglichkeiten, Kollegen mit abgeschlossener Facharztausbildung in ihrer Praxis zu beschäftigen. Dabei gilt:

  • Vertragsärzte können fachgleiche oder fachfremde Ärzte anstellen, die in das Bundesarztregister eingetragen sind.
  • Sie benötigen für jede Stelle, die sie in ihrer Praxis schaffen, einen freien Arztsitz.
  • Die Anstellung muss durch den Zulassungsausschuss genehmigt werden (Vorlage des Anstellungsvertrages).
  • Vertragsärzte mit einer vollen Zulassung können drei vollzeitbeschäftigte Ärzte anstellen; bei überwiegend medizinischtechnischen Leistungen in der Praxis bis zu vier.
  • Angestellte Ärzte erhalten von der Kassenärztlichen Vereinigung ein eigenes Honorarvolumen zugeteilt.
  • Auch angestellte Ärzte dürfen genehmigungspflichtige Leistungen wie Ultraschalluntersuchungen durchführen. In diesem Fall benötigt der anstellende Arzt eine qualifikationsbezogene Genehmigung für den angestellten Arzt. Gleiches gilt für das MVZ.
  • Angestellte Ärzte können in Abstimmung mit ihrem Arbeitgeber neben ihrer Tätigkeit in der Praxis einer anderweitigen Beschäftigung nachgehen, zum Beispiel in Teilzeit im Krankenhaus tätig sein.

Beschäftigung von Ärzten in Weiterbildung

Junge Ärzte können einen Teil ihrer Weiterbildung zum Facharzt im ambulanten Bereich absolvieren. Dadurch erhalten sie Einblicke in die vertragsärztliche Tätigkeit. Vertragsärzte, die Weiterbildungsassistenten beschäftigen wollen, benötigen eine Anerkennung ihrer Praxis als Weiterbildungsstätte und eine Weiterbildungsbefugnis. Beides erteilt die jeweilige Landesärztekammer. Die Ärzte müssen die Beschäftigung eines Arztes in Weiterbildung außerdem - vor Aufnahme der Tätigkeit - durch die KV genehmigen lassen. Die Beschäftigung ist befristet.

Die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin wird finanziell gefördert. Der Gehaltszuschuss im ambulanten Bereich betrug 2014 3.500 Euro. Er wird an den niedergelassenen Arzt ausgezahlt. Dieser zahlt auch die Sozialabgaben. Weitere Zuschüsse wegen struktureller Besonderheiten in unterversorgten Gebieten sind möglich. Der Antrag auf Förderung ist bei der jeweiligen KV zu stellen.

Arzt in einer Praxis der KV

Junge Ärzte wollen sich oft nicht sofort selbstständig machen. Da ist es gut, dass sie verschiedene Optionen testen können. Eine Möglichkeit stellt die Arbeit in einer Praxis dar, die von einer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) eingerichtet wird. Diese Eigeneinrichtungen verfügen über die notwendige Ausstattung, Geräte und Personal. Der Arzt trägt kein finanzielles Risiko, muss nicht für Miete und Personalkosten aufkommen. Die KVen wollen mit diesem Angebot mehr Ärzte für die ambulante Versorgung gewinnen. Das Modell der Eigeneinrichtung wird zum Beispiel in Thüringen, Baden-Württemberg, Brandenburg und Sachsen-Anhalt praktiziert. Die rechtliche Grundlage bildet der Paragraf 105 SGB V.