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Notfallbehandlungen: Patientenwege besser steuern

Notdienst, Bereitschaftsdienst – Notfallambulanz, Bereitschaftsdienstzentrale…
Die Begriffsvielfalt überfordert viele. Zu viele. Denn Patienten wenden sich auch dann an die Notaufnahmen der Krankenhäuser, wenn sie eigentlich den Bereitschaftsdienst bräuchten.

Und das werfen die Krankenhäuser den niedergelassenen Ärzten vor: Sie würden ihren Bereitschaftsdienst nicht ordentlich ausfüllen – und damit die Notaufnahmen der Krankenhäuser überfüllen.

O-Ton Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der KBV:
„Die Bereitschaftsdienste der KVen sind gut organisiert. In vielen KVen sind in den letzten Jahren ganz konsequent diese Bereitschaftsdienste umorganisiert worden, gerade im Hinblick auf eine bessere Erreichbarkeit der Patienten. Es ist die Notfalldienstnummer 116117 eingeführt worden, damit Patienten eben nicht nachschauen müssen, wie erreiche ich jetzt den notdiensthabenden Arzt. Also, diee Aussage der DKG ist einfach nicht richtig. Was wir nicht beeinflussen können, ist, welchen Weg der Patient wählt, wenn er am Wochenende oder außerhalb der Sprechstunden eine akute Erkrankung hat. Da ist der Patient in der Pflicht, sich zu informieren bzw. mal die 116117 anzurufen und zu schauen, wo finde ich die nächste Praxis. Allerdings machen es sich manche Patienten einfach und gehen in die Notfallaufnahme und verstopfen dort das Krankenhaus. Und die DKG klagt an der Stelle zurecht darüber, dass sie für dieses erhöhte Aufkommen gar nicht das Personal hat.“

Krankenhäuser und Ärzte erhalten gleich viel Geld für diese ambulante Versorgung. Das haben die Krankenhäuser kritisiert.

O-Ton Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der KBV:
„Das ist aber das Problem, dass im Krankenhaus viel viel mehr technische Leistungen erbracht werden, die vielleicht sogar unnötig sind und dadurch natürlich eine Behandlung um Krankenhaus im Notfall verteuern. Es ist nicht immer sinnvoll, bei jedem Kopfschmerz gleich ein CT oder MRT durchzuführen, sondern es ist für einen Patienten sicherlich günstiger, sich bei einer solchen akuten Erkrankung an einen niedergelassenen Arzt zu wenden.“

Das heißt: Wer außerhalb der regulären Sprechzeiten erkrankt und dafür ansonsten in die Arztpraxis gehen würde, sollte sich an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden…
…und eben nicht an die Notfallambulanzen:

O-Ton Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der KBV:
„Der Notdienst an den Krankenhäusern ist eigentlich dafür eingerichtet, die Notfallambulanzen, um Patienten, die mit dem Rettungswagen oder mit dem Krankenwagen oder akut Verunfallte, die dort eingeliefert werden, primär zu versorgen und dann der jeweiligen Behandlung in der Klinik zuzuführen. Die Notfallambulanz am Krankenhaus ist also überhaupt nicht dafür geeignet, Patienten, die zu Fuß dorthin gehen, zu betreuen.“

Hierfür müssen also Lösungen gefunden werden.

O-Ton Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der KBV:
„Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen oder Forderungen kommen wir überhaupt nicht weiter. Das wird auch immer unterschiedliche regionale Lösungen geben. Ich kenne sehr viele Beispiele, wo das die niedergelassenen Ärzte schon mit den Krankenhäusern gelöst haben. Das wird sicherlich kein Modell sein, was man allen überstülpen kann. Hier ist sehr viel Vernunft von allen Seiten erforderlich und natürlich muss die Politik auch darüber nachdenken, ob es nicht Steuerungselemente für den Patienten gibt. Denn ohne Einbeziehung des Patienten werden wir keine vernünftige Lösung hinbekommen.“

Eine Erkrankung am Wochenende - da suchen viele Patienten die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses auf. Auch wenn der Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte vielleicht sinnvoller gewesen wäre. Das Gesundheitssystem stellt das vor große Probleme. KBV-Vorstand Regina Feldmann erläutert im Interview für KV-on, wo die genau liegen.

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