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Albiglutid

Handelsname: Eperzan®

Anwendungsgebiet: Verbesserung der Blutzuckereinstellung bei Diabetes mellitus Typ 2 (als Mono- und Kombinationstherapie)*

Pharmazeutischer Unternehmer: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG

Beginn des Verfahrens: 01.10.2014

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 19.03.2015

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
Verbesserung der Blutzuckereinstellung bei Diabetes mellitus Typ 2 (als Mono- und Kombinationstherapie)*
a) Monotherapie, wenn Diät und Bewegung allein zur Blutzuckereinstellung nicht ausreichen bei Patienten, für die die Anwendung von Metformin aufgrund von Kontraindikationen oder Unverträglichkeit als ungeeignet angesehen wird
Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) Zusatznutzen ist nicht belegt
b) Kombination mit einem anderen blutzuckersenkenden Arzneimittel (außer Insulin), wenn dieses den Blutzucker zusammen mit einer Diät und Bewegung nicht ausreichend senkt
b1) Zweifachkombination mit Metformin
Metformin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid)** Hinweis für einen geringen Zusatznutzen
b2) Zweifachkombination mit einem anderen blutzuckersenkenden Arzneimittel außer Metformin und Insulin
Metformin + Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid)** Zusatznutzen ist nicht belegt
c) Kombination mit mindestens zwei anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln
Metformin + Humaninsulin*** Zusatznutzen ist nicht belegt
d) Kombination mit Insulin (mit oder ohne orale Antidiabetika)
Metformin + Humaninsulin*** Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.
** Wenn Metformin gemäß Fachinformation nicht geeignet ist, ist Humaninsulin als Therapieoption einzusetzen.
*** Therapie nur mit Humaninsulin, wenn Metformin gemäß Fachinformation nicht ausreichend wirksam oder unverträglich ist.

 

Zusammenfassung:

Albiglutid ist seit Oktober 2014 im Verkehr und zur Verbesserung der Blutzuckereinstellung bei Diabetes mellitus Typ 2 zugelassen. Im Rahmen der frühen Nutzenbewertung wurde zwischen verschiedenen Teilpopulationen unterschieden.

Zweifachkombination mit Metformin (b1)

Lediglich für diese Subgruppe lagen relevante Daten vor. In der HARMONY-3-Studie wurde Albiglutid mit Glimepirid jeweils als Add-on-Therapie zu Metformin (≥ 1500 mg/Tag) verglichen. Bei Bedarf konnte ab Woche 4 nach Randomisierung jeweils eine maskierte Dosisanpassung von 30 mg auf 50 mg Albiglutid bzw. von 2 mg (Startdosis) auf 4 mg Glimepirid erfolgen. Die Kriterien für die Dosiserhöhung waren in beiden Behandlungsarmen identisch. Dieses Vorgehen hätte Auswirkungen insbesondere auf Hypoglykämien haben können. Unter Glimepirid zeigte sich eine deutliche Häufung der Hypoglykämien zu Studienbeginn, aber auch im weiteren Studienverlauf im Vergleich zu Albiglutid bei gleichzeitig nahezu identischem Rückgang des HbA1c (bis ca. 24 Wochen). Im weiteren Verlauf zeigte sich sogar eine stärkere Senkung des HbA1c durch Albiglutid.

Hinsichtlich der Endpunkte Mortalität, Morbidität und Gesamtzahl der unerwünschten Ereignisse, schwerwiegende unerwünschte Ereignisse und Abbruch wegen unerwünschter Ereignisse gab es zwischen den Behandlungsgruppen keine statistisch signifikanten Unterschiede. Daten zur Lebensqualität wurden nicht erhoben. Bei den symptomatischen Hypoglykämien zeigte sich bei beiden Operationalisierungen – Blutzucker ≤ 70 mg/dl und Blutzucker ≤ 54 mg/dl – ein statistisch signifikanter Vorteil im Albiglutid/Metformin-Arm. In der Kategorie Reaktionen an der Injektionsstelle zeigte sich hingegen ein Nachteil.

Insgesamt stellt der Gemeinsame Bundesausschuss fest, dass für die Zweifachkombination von Albiglutid mit Metformin gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ein Hinweis für einen geringen Zusatznutzen besteht.

Monotherapie (a), Zweifachkombination mit einem anderen blutzuckersenkenden Arzneimittel außer Metformin und Insulin (b2), Kombination mit mindestens zwei anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln (c), Kombination mit Insulin (d)

Für diese Teilpopulationen lagen keine relevanten Daten vor. Damit ist der Zusatznutzen von Albiglutid hier nicht belegt.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten (u.a. Albiglutid) wird mit einem Risiko für die Entwicklung einer akuten Pankreatitis assoziiert. Die Patienten müssen über charakteristische Symptome einer akuten Pankreatitis informiert werden.

Die EMA weist hinsichtlich Pankreaskarzinomen in Zusammenhang mit einer GLP-1-basierten Therapie (u.a. Albiglutid) darauf hin, dass die klinischen Daten zwar nicht auf ein erhöhtes Risiko dieser Substanzen hinweisen, eine abschließende Bewertung des Risikos aufgrund der kurzen Studiendauer und der geringen Fallzahlen jedoch derzeit nicht vorgenommen werden kann.