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Dolutegravir/Abacavir/Lamivudin

Handelsname: Triumeq®

Anwendungsgebiet: Behandlung von HIV-Infektionen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren*

Pharmazeutischer Unternehmer: ViiV Healthcare GmbH

Beginn des Verfahrens: 01.10.2014

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 19.03.2015

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
Behandlung von HIV-Infektionen* a) nicht antiretroviral vorbehandelte (therapienaive) Erwachsene
Efavirenz in Kombination mit zwei Nukleosid-/ Nukleotidanaloga (Tenofovirdisoproxil plus Emtricitabin oder Abacavir plus Lamivudin) Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen
b) nicht antiretroviral vorbehandelte (therapienaive) Jugendliche ab 12 Jahren
Efavirenz in Kombination mit Abacavir plus Lamivudin Zusatznutzen ist nicht belegt
c) antiretroviral vorbehandelte Erwachsene, für die eine Kombinationsbehandlung mit einem Integrase-Inhibitor die erste Therapieoption darstellt
Raltegravir in Kombination mit einer individuellen Backbone-Therapie in Abhängigkeit der Vortherapie(n) und unter Berücksichtigung des Grundes für den Therapiewechsel Zusatznutzen ist nicht belegt
d) antiretroviral vorbehandelte Erwachsene, für die eine Kombinationsbehandlung mit einem Integrase-Inhibitor eine nachrangige Therapieoption darstellt, sowie
e) antiretroviral vorbehandelte Jugendliche ab 12 Jahren
individuelle antiretrovirale Therapie in Abhängigkeit der Vortherapie(n) und unter Berücksichtigung des Grundes für den Therapiewechsel Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Das fixe Kombinationspräparat ist seit Oktober 2014 im Verkehr und enthält den Integrase-Hemmer Dolutegravir und die Nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmer Abacavir und Lamivudin. Das Präparat ist nicht geeignet für Patienten, bei denen aufgrund einer Gen-Variante eine Überempfindlichkeit gegenüber Abacavir vorliegt. Die Zulassung erstreckt sich auf Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit einer HIV-Infektion, die entweder mit einer antiretroviralen Therapie vorbehandelt oder aber therapienaiv sind.

Für die einzelnen Patientengruppen waren verschiedene zweckmäßige Vergleichstherapien festgelegt (siehe oben). Für die Gruppe der nicht antiretroviral vorbehandelten (therapienaiven) Erwachsenen hatte der pharmazeutische Unternehmer die Vergleichsstudie SINGLE eingereicht. Zwar war hierin kein statistisch signifikanter Unterschied bei der Mortalität oder der gesundheitsbezogenen Lebensqualität nachweisbar, ein beträchtlicher Zusatznutzen resultierte aber aus einem geringeren Schaden bei den Abbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse, bei den schweren unerwünschten Ereignissen, Erkrankungen des Nervensystems, Hautausschlag und psychiatrischen Erkrankungen.

Zur Morbidität fanden sich statistisch signifikante Vorteile bei den Surrogat-Endpunkten virologisches Ansprechen und CD4-Zellzahl. Aufgrund dieser Ergebnisse bescheinigte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) der Wirkstoffkombination für die Gruppe der therapienaiven Erwachsenen einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Für die beiden definierten Gruppen der therapieerfahrenen Erwachsenen sowie die Gruppen der therapienaiven und der therapieerfahrenen Jugendlichen war die Evidenz der eingereichten Zulassungsstudien SPRING-1 und SAILING ungeeignet oder nicht ausreichend. Der G-BA kam daher zu dem Schluss, dass für alle diese Gruppen der Zusatznutzen nicht belegt ist.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Therapie muss durch einen in der Diagnosestellung und Behandlung der HIV-Infektion erfahrenen Arzt erfolgen.

Vor Behandlungsbeginn ist für jeden Patienten im Hinblick auf das Vorhandensein des HLA-B*5701-Allels der Trägerstatus festzustellen und zu dokumentieren. Patienten, die Träger dieses Allels sind, weisen ein hohes Risiko für das Auftreten einer Überempfindlichkeitsreaktion (Hypersensitivitätsreaktion) gegen Abacavir auf. Daher sollten Abacavir-haltige Arzneimittel bei diesen Patienten nicht angewendet werden. Dies gilt ebenso für Patienten mit negativem HLA-B*5701-Status, die bei der früheren Anwendung eines Abacavir-haltigen Regimes eine vermutete Überempfindlichkeitsreaktion gegen Abacavir gezeigt hatten.

Vor dem Hintergrund, dass das Auftreten einer Überempfindlichkeitsreaktion zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann, unterliegt das Arzneimittel einer zusätzlichen Überwachung.

Die applizierenden Ärzte haben die entsprechend des EPAR geforderten und vom pharmazeutischen Unternehmer zur Verfügung zu stellenden Informationen zu berücksichtigen.