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Gesundheitsinfos

Masernimpfung bei Kindern - was Sie wissen sollten

Sie haben ein Kind und stehen vor der Frage, ob Sie es gegen Masern impfen lassen sollten?

In diesem Informationsblatt erfahren Sie, was Masern sind, welche Folgen diese Erkrankung haben kann, wie die Impfung wirkt und welche Nebenwirkungen dabei auftreten können.
Auf einen Blick: Masern und Impfung

  • Masern sind eine hoch ansteckende Erkrankung durch Masernviren. Krankheitszeichen können sein: Hautausschlag am ganzen Körper, Fieber.
  • Nur die Krankheitszeichen können bekämpft werden, eine gezielte Behandlung gibt es nicht.
  • Ernste Folgeerkrankungen wie etwa Lungen- oder Gehirnentzündung können besonders bei Säuglingen und Kleinkindern auftreten.
  • Es gibt einen wirksamen Schutz vor Masern: Experten empfehlen zwei Impfungen im Alter von 11 bis 23 Lebensmonaten.
  • Schwere Nebenwirkungen der Impfung sind sehr selten, vor allem im Vergleich zu den Folgen der Erkrankung.

Was sind Masern?

Masern sind eine Viruserkrankung, die zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt gehört. Das heißt, so gut wie jeder nicht geimpfte Mensch bekommt Masern, wenn er Kontakt zu einem Erkrankten hat.

Die Masernviren werden durch kleinste Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen von Mensch zu Mensch übertragen. Steckt sich jemand an, so bricht die Krankheit fast immer aus.

Typisch für Masern ist ein Hautausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Flecken am ganzen Körper. Schon vorher können Beschwerden wie Fieber, Husten, Schnupfen und Bindehautentzündung auftreten. Oft besteht ein schweres Krankheitsgefühl. Nach einer Masernerkrankung ist man lebenslang immun. Das heißt, man kann sich danach nicht mehr anstecken.

Behandlung von Masern

Eine gezielte Behandlung gegen Masern gibt es nicht. Nur die Krankheitszeichen können bekämpft werden, wie beispielsweise Fieber mit fiebersenkenden Medikamenten. Normalerweise klingt die Erkrankung von selbst wieder ab. Kommt es aber zum Beispiel zu einer Lungenentzündung, benötigen die Erkrankten in der Regel Antibiotika.

Mögliche Folgen von Masern

Meistens sind die Betroffenen nach ein paar Wochen wieder gesund. Masern können jedoch ernste Folgeerkrankungen hervorrufen, zum Beispiel:

  • Von 100 Erkrankten bekommen etwa 5 eine Mittelohrentzündung und etwa 1 eine Lungenentzündung.
  • Von 10 000 Erkrankten bekommen etwa 10 eine Gehirnentzündung. Bei bis zu jedem Dritten bleiben Gehirnschäden zurück.
  • Selten kann es noch Jahre später zu einer besonderen Form von Gehirnentzündung kommen. Diese sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) verläuft immer tödlich. Von 100 000 Masernkranken sind schätzungsweise 4 bis 11 betroffen. Erkrankte Kinder unter 5 Jahren bekommen häufiger SSPE: von 100 000 etwa 20 bis 60.

Schätzungen zufolge versterben von 1 000 Erkrankten etwa 1 bis 3 an Masern und deren Folgen.

Insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sind von Komplikationen betroffen. Bei ihnen verlaufen sie zudem häufiger schwer.

Wie häufig sind Masern?

Masern sind in Deutschland meldepflichtig. Die Anzahl der gemeldeten Erkrankten schwankt seit 2003 pro Jahr zwischen 123 und 2 308. Erst 2015 verstarb wieder ein Kind an Masern.

In der Mehrzahl erkranken Kinder unter zehn Jahren. Zunehmend sind auch ungeimpfte ältere Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene betroffen. Masern sind also keineswegs nur eine „Kinderkrankheit“.

Mehr dazu siehe Kasten: Informationsblatt „Nachholimpfung – bin ich vor Masern geschützt?“

Die Impfung gegen Masern

Gegen Masern wird eine Impfung empfohlen, die in Deutschland seit über 30 Jahren angewendet wird – bevorzugt als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (Varizellen): MMRV-Impfung. Sie erfolgt in zwei Schritten:

  • Die erste Impfung wird für alle Kinder im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen, also rund um den ersten Geburtstag.
  • Die zweite Impfung kann frühestens 4 Wochen nach der ersten erfolgen. Sie wird Kindern im Alter von 15 bis 23 Monaten empfohlen, also noch vor dem zweiten Geburtstag.
    Die beiden Impfungen sorgen frühzeitig für einen guten Schutz vor Masern. Eine spätere Masernimpfung ist aber jederzeit möglich.

Was passiert bei der Impfung?

Der Kinder- oder Hausarzt spritzt den Impfstoff seitlich in Oberarm oder Oberschenkel. Das pikt kurz.
Bei der Impfung werden abgeschwächte, lebende Masernviren gespritzt. Sie können die Krankheit nicht auslösen, aber der Körper bildet Abwehrstoffe gegen sie, sogenannte Antikörper. Kommt es später zu einem Kontakt mit „echten“ Masernviren, fangen diese Antikörper die Viren ab, und der Geimpfte erkrankt nicht.

Hat eine Schwangere Antikörper gegen Masern, ist auch das Kind für mehrere Monate nach der Geburt geschützt.

Nach der ersten Impfung bilden etwa 90 von 100 Menschen schützende Antikörper. Nach der zweiten Impfung besitzen bis zu 99 von 100 einen wirksamen Masernschutz. Daher sind zwei Impfungen so wichtig.

Nebenwirkungen der Impfung

Nach der Impfung kann die Haut an der Einstichstelle in den ersten Tagen gerötet sein, etwas warm und dick werden und leicht brennen.

Da der Impfstoff die Infektion „nachahmt“, kann etwa eine Woche nach der Impfung ein Unwohlsein, zum Beispiel mit Fieber und Kopfschmerzen, auftreten. Dies ist bei ungefähr 1 von 10 geimpften Kindern der Fall. Selten wurden Fieberkrämpfe beobachtet.

Bei etwa 5 von 100 Geimpften tritt etwa eine Woche nach der Impfung ein leichter Hautausschlag mit Fieber auf: die „Impfmasern“. Sie sind nicht ansteckend.

Schwerwiegende Nebenwirkungen sind äußerst selten. Weltweit trat in wenigen Einzelfällen eine Gehirnentzündung nach Masernimpfung auf, wobei ein Zusammenhang nicht nachgewiesen werden konnte.

Was Sie selbst tun können

  • Reden Sie mit Ihrem Kinder- oder Hausarzt, wenn Sie Fragen zur Impfung haben oder unsicher sind.
  • Nehmen Sie mit Ihrem Kind regelmäßig an den Vorsorgeuntersuchungen teil. Die Masernimpfung kann gut im Rahmen dieser Untersuchungen durchgeführt werden.
  • Zeigen Sie dem Kinder- oder Hausarzt auch Ihren Impfausweis und den von Geschwisterkindern. Er kann den Impfschutz der ganzen Familie überprüfen.