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Kapselendoskopie: ein Fall für eDoku

Für niedergelassene Gastroenterologen und Kindergastroenterologen, die Dünndarmkapselendoskopien durchführen, beginnt ab dem ersten April 2015 der Erfassungszeitraum für die Jahresstatistik. Die Daten müssen Anfang 2016 an die Kassenärztliche Vereinigung übermittelt werden. Dr. Horst Hohn ist Gastroentorologe und Vorsitzender der Fachgruppe Kapselendoskopie. Er hat an den Qualitätsstandards mitgearbeitet.

O-Ton Dr. Horst Hohn, Gastroenterologe in Koblenz.
„Ziel dieser Vereinbarung ist halt die Qualität hochzuhalten und uns war auch klar, dass bei so einer neuen Methode es nicht völlig klar ist am Anfang, wo die Fehler liegen, also was letzten Endes geprüft werden sollte und aus diesem Grunde beschlossen wir, dass nach zwei Jahren beobachtet wird, was wurde gemacht, wo sind die Fehler und wie kann man dann prüfen, ob Qualität da ist oder halt eben nicht da ist.“

Die Übermittelung einer zusammenfassenden Jahresstatistik ist wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherungsvereinbarung Dünndarm-Kapselendoskopie, die am ersten Juli 2014 in Kraft getreten ist. Die Statistik wird für dieses Jahr erstmals fällig.

O-Ton Denise Ulitza, Abteilung Qualitätssicherung KV RLP.
„Wir hatten jetzt im April ja schon mal informiert, dass sie eigentlich ab ersten April dokumentieren sollen, dass wir aber das Portal noch nicht zu Verfügung gestellt haben, dann den Er-fassungsbogen allen zugesendet. Wir werden dann bevor das Portal geöffnet wird jeden noch mal informieren.“

Was für dieses Jahr noch händisch gemacht werden muss, dafür soll ab Januar 2016 ein entsprechendes Modul eDoku-Portal der KBV und der KVen sorgen.

O-Ton Dr. Horst Hohn, Gastroenterologen in Koblenz.
„Viele waren natürlich der Meinung, schon wieder jetzt dokumentieren, was soll denn das und da war es natürlich schon wichtig den Kollegen jetzt auch mal klar zu machen, dass man halt eben wirklich nur Leistung abfragen kann, wenn man auch nachweisen kann, dass man Qualität erbringt und für diesen Nachweis muss man halt eben dokumentieren und ich denke mal dass das so in den Köpfen im Allgemeinen jetzt dann aber auch angekommen ist.“

Mit Hilfe der Kapselendoskopie wird der Dünndarm untersucht. Eine Minikamera durchquert den Magendarmtrakt.

O-Ton Dr. Horst Hohn, Gastroenterologe in Koblenz.
„Der Patient schluckt die Kapsel runter, die wandert dann in den Magen, von dort aus in den Dünndarm und dann fällt sie in den Dickdarm und dann ist die Untersuchung ja für uns erst mal beendet und wird dann ausgeschieden und der Patient kann nachdem die Kapsel geschluckt worden ist, nach Hause gehen und es wird ein Videofilm erstellt den ich mir dann in aller Ruhe angucken kann.“

Nach der Untersuchung werden die abgefragten Qualitätsmerkmale über das eDoku-Portal der KBV elektronisch übermittelt. Ganz einfach via KV-SafeNet-Anschluss und Zugriffscode. Die KV Rheinlandpfalz bekommt im April nächsten Jahres eine erste Rückmeldung mit Daten.

O-Ton Denise Ulitza, Abteilung Qualitätssicherung KV RLP.
„Dann gleiche ich die ab mit unseren hausinternen Abrechnungsdaten. Wenn Differenzen sind, schreibe ich die entsprechenden Praxen an, sage bitte bessern sie doch noch nach, hier gibt’s Differenzen, dann bekomm ich nochmal Juni, Mai nochmal von der KBV die bereinigten Daten. Noch mal neue Daten. Gleiche dann ab ob die Differenzen sich aufgehoben haben oder nicht und das ist in 99 Prozent der Fälle auch bei den anderen Anwendungsbereichen bisher gegeben, weil die Ärzte dann halt nachbessern und dann kann ich der KBV sagen, in der KV Rheinland-Pfalz sind die Zahlen soweit in Ordnung.“

O-Ton Dr. Horst Hohn, Gastroenterologe in Koblenz.
„Es soll ja erst mal nur eine Gesamtstatistik gemacht werden und die soll dann letzten Endes zeigen, gibt’s irgendwo Qualitätsmängel, das heißt wir haben jetzt diese Parameter, die wir da erfassen, recht allgemein gefasst. Das sind Untersuchungsdauer, das ist aber auch Verschmutzungsgrad, natürlich auch gibt es einen Befund, hat man was gefunden oder hat man nichts gefunden, gab’s Medikamenten-Auslassversuche, also all jene Dinge, die letzten Endes bei den QS-Vereinbarungen auch letzten Endes aufgelistet sind, die werden da wieder so reflektiert und abgefragt und finden dann Eingang in diese kumulative Statistik.“

Nach der Auswertung der Daten erhalten Ärzte einen Rückmeldebericht, der die Ergebnisse zusammenfasst und einen Vergleich mit den Ergebnissen aller anderen teilnehmenden Ärzte enthält. Die Daten der Vergleichsgruppe sind anonymisiert.

O-Ton Dr. Horst Hohn, Gastroenterologe in Koblenz.
„Letzen Endes können wir uns eine Grundlage, eine Datengrundlage schaffen, auf der man die Arbeit auch begründen kann, die Qualität der Arbeit begründen kann und das ist dann wieder ein Vorteil für uns, wenn’s wieder dann in zwei Jahren in Verhandlungen geht, wird diese Leistung noch ohne Budget bezahlt oder wird die vielleicht in irgendein Budget reingenommen. Da kann man natürlich sagen, okay, wir haben gar nicht so viele Kapseln gemacht sondern das ist eine strenge Indikation, die Leistung wird nicht geboomt, die Leistung ist qualitativ hochwertig und wir plädieren natürlich dafür, dass qualitativ hochwertige Arbeit auch gut bezahlt wird.“

Qualitätssicherung gehört in der vertragsärztlichen Versorgung ganz einfach dazu. Eine Maßnahme ist die Dokumentation, wenn möglich elektronisch. Die KBV hat eigens das Online-Portal eDoku entwickelt, um den Niedergelassenen das Dokumentieren so einfach und bequem wie möglich zu machen. Zum Beispiel bei der Kapselendoskopie.

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