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Ibrutinib

Handelsname: Imbruvica®

Anwendungsgebiet: Behandlung von vorbehandelten Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie in Kombination mit Bendamustin und Rituximab*

Pharmazeutischer Unternehmer: Janssen-Cilag

Beginn des Verfahrens: 01.10.2016

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 16.03.2017

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
Behandlung von vorbehandelten Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie in Kombination mit Bendamustin und Rituximab* a) Patienten mit mindestens zwei Vortherapien, für die Bendamustin zusammen mit Rituximab die optimierte Therapie darstellt
Patientenindividuelle, optimierte Chemotherapie nach Maßgabe des Arztes (bevorzugt in Kombination mit Rituximab) Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen
b) Patienten mit einer Vortherapie und solche, für die eine andere Therapie als Bendamustin zusammen mit Rituximab die optimierte Therapie darstellt
Patientenindividuelle, optimierte Chemotherapie nach Maßgabe des Arztes (bevorzugt in Kombination mit Rituximab) Zusatznutzen nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.

Zusammenfassung:

Ibrutinib ist als Orphan Drug zugelassen zur Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL), des Mantelzell-Lymphoms sowie bei Morbus Waldenström. Für diese Anwendungsgebiete hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) 2016 Nutzenbewertungen durchgeführt (Beschlüsse vom 21.07.2016 und 15.12.2016).

Seit Oktober 2016 kann Ibrutinib auch in Kombination mit Bendamustin und Rituximab (B/R) bei Patienten mit vorbehandelter CLL eingesetzt werden. Für die Nutzenbewertung legte der pharmazeutische Unternehmer die randomisierte, doppelblinde Zulassungsstudie HELIOS vor. Eingeschlossen wurden 578 Patienten mit rezidivierter oder refraktärer CLL oder kleinzelligem lymphozytischem Lymphom, die mindestens eine systemische Vortherapie erhalten hatten und zu Ibrutinib oder Placebo jeweils in Kombination mit B/R randomisiert wurden. 31 % der Patienten wechselten nach Progress in den Ibrutinib-Arm. In der Gesamtpopulation war der numerische Vorteil beim Gesamtüberleben nicht signifikant.

Für die Nutzenbewertung wurden die Ergebnisse der B/R-Population herangezogen. Sie umfasst 106 Patienten, die refraktär auf Purinanaloga waren und mindestens zwei systemische Vortherapien erhalten hatten. Hinsichtlich des Gesamtüberlebens zeigten sich trotz eines Cross overs in den Ibrutinib-Arm große Vorteile für Ibrutinib und B/R gegenüber Placebo und B/R: HR 0,43; p = 0,022. Zudem gab es bei dem Lebensqualitätsparameter „Zeit bis zur Verschlechterung der sozialen Funktion“ einen signifikanten Vorteil für Ibrutinib. Bei der Morbidität und den Nebenwirkungen ergaben sich keine Unterschiede zwischen den Studienarmen.

Vor diesem Hintergrund kam der G-BA zu dem Ergebnis, dass für die Patientengruppe a) ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Ibrutinib in Kombination mit B/R vorliegt. Allerdings verbleiben Unsicherheiten insbesondere wegen der kleinen BR-Population mit moderaten Imbalancen bei prognostischen Baseline-Parametern. Für die Subgruppe b) ist ein Zusatznutzen nicht belegt, da keine Daten vorgelegt wurden. 

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Ibrutinib soll nur durch in der Therapie von Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie erfahrene Fachärzte (Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie) erfolgen.