Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Secukinumab

Handelsname: Cosentyx®

Anwendungsgebiet: Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen*

Pharmazeutischer Unternehmer: Novartis Pharma

Beginn des Verfahrens: 01.06.2015

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 27.11.2015

Inhalt des Beschlusses:

Indikation  zweckmäßige Vergleichstherapie  Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens 
Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, ... a) ... die für eine systemische und/oder Phototherapie geeignet sind
patientenindividuell optimierte Standardtherapie unter Berücksichtigung von Fumarsäureestern oder Ciclosporin oder Methotrexat oder Phototherapie (Balneophototherapie, orale PUVA, NB1-UVB); der jeweilige Zulassungsstatus der Arzneimittel ist zu berücksichtigen Zusatznutzen ist nicht belegt
b) ... die auf andere systemische Therapien einschließlich Ciclosporin, Methotrexat oder PUVA (Psoralen und Ultraviolett A-Licht) nur unzureichend angesprochen haben oder bei denen eine Kontraindikation oder Unverträglichkeit gegenüber solchen Therapien vorliegt ...
b1) ... und die eine Biologika-Vorbehandlung erhalten haben
Adalimumab oder Infliximab oder Ustekinumab Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen
b2) ... und die keine Biologika-Vorbehandlung erhalten haben
Adalimumab oder Infliximab oder Ustekinumab Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Secukinumab ist ein vollständig humaner monoklonaler IgG1/κ-Antikörper, der selektiv an das Interleukin-17A (IL-17A; proinflammatorisches Zytokin) bindet und dieses neutralisiert. Es hemmt damit dessen Interaktion mit dem IL-17-Rezeptor, der auf verschiedenen Zelltypen einschließlich Keratinozyten exprimiert wird. Dadurch wird die Ausschüttung von proinflammatorischen Zytokinen und Mediatoren der Gewebsschädigung gehemmt und der IL-17A-vermittelte Beitrag bei Autoimmunkrankheiten und entzündlichen Erkrankungen reduziert. 

Bei der Nutzenbewertung wurde die für eine Behandlung mit Secukinumab infrage kommende Patientenpopulation in Subgruppen unterteilt:

a) In Ermangelung eines direkten Vergleiches legte der Hersteller einen indirekten Vergleich von Secukinumab mit Methotrexat mit dem Brückenkomparator Placebo vor. Dieser war jedoch für die Bewertung nicht geeignet, da die eingeschlossenen Studien nicht die Mindeststudiendauer von 24 Wochen erfüllten. Da es sich bei der Plaque-Psoriasis um eine chronische Erkrankung handelt, die eine dauerhafte Therapie erfordert, wird für die Bewertung des Zusatznutzens eine Studiendauer von mindestens 24 Wochen als notwendig erachtet. Bei den vorgelegten Studien des indirekten Vergleichs betrug die Studiendauer auf der Secukinumab-Seite jedoch jeweils nur 12 Wochen, auf der Methotrexat-Seite 16 Wochen. Der Zusatznutzen ist damit nicht belegt.

b) Es lag eine relevante randomisierte, doppelblinde Studie vor, in der Secukinumab mit Ustekinumab verglichen wurde. Es wurden Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis eingeschlossen, die seit mindestens sechs Monaten erkrankt waren und durch vorhergehende Behandlungen mit topischen Therapien oder Phototherapien oder systemischen Therapien nur unzureichend therapiert wurden. Für die Nutzenbewertung wurden die Daten der relevanten Teilpopulation herangezogen, in die ausschließlich Patienten mit Therapieversagen mindestens einer systemischen Vortherapie eingingen.

Bei der Subgruppe b1) geht der Gemeinsame Bundesausschuss aufgrund der statistisch signifikanten Vorteile von Secukinumab bei den untersuchten Morbiditäts-Endpunkten PASI (Psoriasis Area Severity Index), Schmerz, Juckreiz und Schuppung sowie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von einem Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie aus. Gleichzeitig zeigten sich keine statistisch signifikanten Nachteile bei den Nebenwirkungen.

Für die Subgruppe b2) lässt sich aufgrund der positiven Ergebnisse beim Morbiditätsendpunkt PASI und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ohne Nachteile bei den Nebenwirkungen ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ableiten. Hier zeigten die Morbiditätsunterschiede Schmerz, Juckreiz und Schuppung keine statistisch signifikanten Unterschiede.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Bei Patienten, die auf die Therapie in bis zu 16 Behandlungswochen nicht angesprochen haben, sollte erwogen werden, die Behandlung abzusetzen. Bei manchen Patienten mit zunächst unvollständigem Ansprechen kommt es im Verlauf bei Fortführung der Behandlung über 16 Wochen hinaus zu Verbesserungen.