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Arbeitsunfähigkeit

Hinweise für Ärzte

Muster 1: Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Seit dem 1. Januar 2016 gibt es für die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit (AU) nur noch das Formular 1, den „gelben Schein“. Der Auszahlschein zum Bezug des Krankengeldes von der Krankenkasse (Formular 17) wurde in die AU-Bescheinigung integriert.

Bislang mussten Ärzte ab der siebten AU-Woche den Auszahlschein für das Krankengeld ausfüllen. Die Auszahlscheine gab es in verwirrender Vielzahl. Sie wurden kassenindividuell erstellt und konnten oft nur per Hand ausgefüllt werden. Damit ist jetzt Schluss: Auf dem überarbeiteten Formular 1 bescheinigen Ärzte seit 2016 sowohl eine AU während der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber als auch während der Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse. Die Bescheinigung ist bundesweit einheitlich und kann am Computer ausgefüllt oder auch per Blankoformularbedruckung erstellt werden.

Neues Feld „Im Krankengeldfall“

Auf der neuen AU-Bescheinigung gibt es unten ein zusätzliches Feld „Im Krankengeldfall“. Darin kann der Arzt „ab 7. AU-Woche oder sonstiger Krankengeldfall“ und „Endbescheinigung“ ankreuzen. Ersteres Kästchen kreuzt er an, wenn es sich um einen Krankengeldfall handelt. Steht bereits beim Ausstellen der Bescheinigung fest, dass die Arbeitsunfähigkeit an dem angegebenen Tag endet, setzt der Arzt ein weiteres Kreuz bei „Endbescheinigung“. Darüber hinaus wurden Anpassungen der Felder zur Angabe der Diagnosen sowie zur Einleitung besonderer Maßnahmen wie Rehabilitation oder stufenweise Wiedereingliederung vorgenommen.

Patient erhält einen Durchschlag

Neu ist außerdem, dass Patienten einen Durchschlag der AU-Bescheinigung erhalten. Dieser enthält einen Hinweis, dass für den Bezug von Krankengeld ein lückenloser Nachweis der AU erforderlich ist. Hintergrund ist, dass Patienten in der Vergangenheit den Anspruch auf Krankengeld verloren haben, wenn sie gegenüber ihrer Krankenkasse ihre AU nicht lückenlos nachweisen konnten. Den Vertragsarzt sichert der Hinweis zudem vor möglichen Schadensersatzansprüchen ab.

Muster 20: Wiedereingliederungsplan

Bei wochen- oder monatelang fortbestehender Arbeitsunfähigkeit (AU) kann eine Rückkehr an den Arbeitsplatz auch bei weiterhin notwendiger Behandlung sowohl betrieblich möglich als auch aus therapeutischen Gründen angezeigt sein. Bei einer stufenweisen Wiedereingliederung soll der Arbeitnehmer schonend, aber kontinuierlich an die Belastung seines Arbeitsplatzes herangeführt werden. Während einer stufenweisen Wiederaufnahme der Arbeit besteht AU fort.

Die stufenweise Wiedereingliederung soll in vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen Versichertem, behandelndem Arzt, Arbeitnehmervertretung, Arbeitgeber, Betriebsarzt, Krankenkasse und ggf. dem Medizinischen Dienst erfolgen.

Voraussetzung für eine stufenweise Wiedereingliederung ist das Einverständnis des Versicherten. Er soll – bevor der Arzt das Muster 20 ausstellt – vorab mit dem Arbeitgeber abklären, ob eine stufenweise Wiedereingliederung in Betracht kommt. Wenn diese Voraussetzung gegeben ist, soll der Arzt den Wiedereingliederungsplan erstellen und darin ggf. die Belastungseinschränkung definieren (beispielsweise „Tätigkeit nur im Sitzen“, „Darf nicht heben“). Die Wiedereingliederung sollte einen Zeitraum von sechs Monaten nicht überschreiten.

Muster 20a legt der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber vor und leitet Muster 20b an die Krankenkasse weiter. Ist der Arbeitgeber mit dem vorgesehenen Wiedereingliederungsplan nicht einverstanden oder kann dem Arbeitnehmer aufgrund der Belastungseinschränkungen ein entsprechender Arbeitsplatz nicht angeboten werden, kann die Wiedereingliederung nicht durchgeführt werden.*

* Abweichend davon gilt für schwerbehinderte Beschäftigte ein Rechtsanspruch auf stufenweise Wiedereingliederung gemäß § 81 Abs. 4 S. 1 Nr. 1 SGB IX.  Bundesarbeitsgericht vom 13.06.2006 - 9 AZR 229/05

Muster 21: Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Kinderkrankengeld

Für die Gewährung von Krankengeld bei Erkrankung eines noch nicht 12 Jahre alten Kindes, das der Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege durch den Versicherten bedarf, benötigt die Krankenkasse eine ärztliche Bescheinigung in Form des Musters 21.

Im Personalienfeld der ärztlichen Bescheinigung sind lediglich Name, Vorname, Geburtsdatum und die Wohnung des Kindes anzugeben. Die Angabe der zuständigen Krankenkasse ist entbehrlich.

Muster 52: Anfrage bei Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit

Muster 52 wird auf Anfrage der Krankenkasse vom Vertragsarzt ausgefüllt. Die Krankenkasse stellt dem Arzt grundsätzlich einen Freiumschlag zu Verfügung. Weitere relevante Befunde sind vom Arzt im verschlossenen Umschlag an die Krankenkasse beizufügen. Die Anfrage bei Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit (AU) wird die Krankenkasse frühestens nach einer kumulativen Zeitdauer der AU eines Erkrankungsfalls von 21 Tagen versenden. Eine Anfrage der Krankenkasse, die den Arzt vor der kumulativen Zeitdauer von 21 Tagen erreicht, muss nicht beantwortet werden.

Der Arzt teilt der Krankenkasse auf Anforderung in der Regel innerhalb von drei Werktagen weitere Informationen auf dem vereinbarten Vordruck mit. In begründeten Ausnahmefällen sind auch weitergehende Anfragen der Krankenkasse möglich.

Muster 53: Anfrage zum Zusammenhang von Arbeitsunfähigkeitszeiten

Diese Anfrage hat für Krankenkassen besondere Bedeutung, um den Leistungsanspruch des Versicherten auf Lohnfortzahlung oder auf Krankengeld im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften prüfen zu können.

Die auf der Rückseite unter I. der Krankenkasse anzugebenden Daten beziehen sich auf die derzeitige bzw. letzte Arbeitsunfähigkeit (AU). Unter II. bis laufende Nr. 6 gibt die Krankenkasse die AU-Zeiten an, die ihrer Meinung nach mit der unter I. genannten AU in ursächlichem Zusammenhang stehen können.

Bei III. wird nicht die Angabe sämtlicher Diagnosen verlangt, sondern nur derjenigen, die für sich allein betrachtet eine AU ausgelöst hätten.