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Lomitapid

Handelsname: Lojuxta®

Anwendungsgebiet: Behandlung der homozygozten familiären Hypercholesterinämie*

Pharmazeutischer Unternehmer: Aegerion Pharmaceuticals GmbH

Beginn des Verfahrens: 15. Juni 2015

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 27. November 2015

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
Behandlung der homozygozten familiären Hypercholesterinämie* a1) Patienten, bei denen medikamentöse und diätische Optionen zur Lipidsenkung ausgeschöpft wurden und die keine LDL-Aperese erhalten
LDL-Apherese (als „ultima ratio“ bei therapierefraktären Verläufen) ggf. mit begleitender medikamentöser lipidsenkender Therapie Zusatznutzen gilt als nicht belegt
a2) Patienten, bei denen medikamentöse und diätische Optionen zur Lipidsenkung ausgeschöpft wurden und die zugleich eine LDL-Apheresebehandlung erhalten
LDL-Apherese (als „ultima ratio“ bei therapierefraktären Verläufen) ggf. mit begleitender medikamentöser lipidsenkender Therapie Zusatznutzen ist nicht belegt
b) Patienten, bei denen medikamentöse und diätische Optionen zur Lipidsenkung nicht ausgeschöpft wurden
maximal tolerierte medikamentöse und diätische Therapie zur Lipidsenkung Zusatznutzen gilt als nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte bereits 2014 einen Beschluss zu Lomitapid getroffen. Beschluss vom 5. Juni 2014  Danach galt der Zusatznutzen als nicht belegt, da der Hersteller ein unvollständiges Dossier vorgelegt hatte. Weil der Beschluss auf ein Jahr befristet war, wurde erneut eine Nutzenbewertung durchgeführt.

Hierfür wurden ausschließlich Daten für die Subgruppe a2) in Form eines Vorher-Nachher-Vergleiches einer einarmigen Studie vorgelegt. Es wurde hauptsächlich der LDL-c-Wert als Endpunkt dargestellt. Die Studienauswertung wies so weitgehende methodische Mängel auf, dass die Ergebnisse zur Bestimmung eines möglichen Zusatznutzens nicht geeignet waren. Dies wurde im Wesentlichen durch inhaltlich unvollständige Daten, einer geringen Patientenzahl, einer Verzerrung der Ergebnisse bei der LDL-c-Wert-Senkung im Vorher-Nachher-Vergleich und einer zu seltenen Durchführung einer LDL-Apherese begründet.

In der Gesamtschau kam der Gemeinsame Bundesausschuss zu dem Ergebnis, dass der Zusatznutzen von Lomitapid gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie für die Subgruppen a1) und b) als nicht belegt gilt. Für die Subgruppe a2) ist der Zusatznutzen nicht belegt.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Lomitapid unterliegt einer zusätzlichen Überwachung und wurde unter besonderen Umständen von der EMA zugelassen. Der Hersteller ist verpflichtet, eine Langzeitstudie durchzuführen, um weitere Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit, einschließlich der Nebenwirkungen auf die Leber, den Magen und den Darm sowie das Herz-Kreislauf-System, zu liefern.

Bei der Anwendung der LDL-Apherese ist die Richtlinie zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der vertragsärztlichen Versorgung zu beachten.

Die Behandlung mit Lomitapid sollte von einem in der Behandlung von Patienten mit homozygozter familiärer Hypercholesterinämie erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden. Die Überwachung der Leberfunktion soll gemäß der Fachinformation in Abhängigkeit von auftretenden Leberschädigungszeichen in Zusammenarbeit zwischen dem behandelnden Arzt und einem hepatologisch erfahrenen Facharzt erfolgen.

Die Überwachung betrifft insbesondere Leberenzymanomalien und eine Überwachung der Leberfunktion im Hinblick auf Nachweise einer progressiven Lebererkrankung mit Hilfe von Bildgebungsverfahren und der Bestimmung von relevanten Biomarkern gemäß Fachinformation.

Zusätzlich ist zur Risikominimierung die Versorgung der Ärzte mit Fortbildungsmaterial über die Fachinformation hinaus erforderlich. In diesen werden die folgenden Themen adressiert:

  • Auswahl der geeigneten Patientenpopulation
  • Hepatische Ereignisse in Zusammenhang mit erhöhten Aminotransferasen und progressiver Lebererkrankung
  • gastrointestinale Effekte
  • Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter
  • Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
  • Ernährung sowie Zeitpunkt der Einnahme des Arzneimittels
  • Existenz und Bedeutung des Registers zur systematischen Erfassung von Informationen zu den Sicherheits- und Wirksamkeitsergebnissen