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Häufige Fragen – Schlaganfall

Wie kodiere ich einen Patienten mit akutem Schlaganfall, den ich direkt nach der Entlassung aus der Klinik weiterbehandle?

Behandeln Sie einen Patienten mit einem akuten Schlaganfall ambulant spezifisch weiter (z.B. mit Ergotherapie, Krankengymnastik, Logopädie), können Sie den ICD-10-Kode für den akuten Schlaganfall mit dem Zusatzkennzeichen ‚G‘ für die Diagnosensicherheit angeben.

Liegen Defizite als Folge des Schlaganfalls vor (z. B. Hemiparese, Aphasie, Dysphasie), kodieren Sie diese ergänzend. Dazu können Sie auch unter Ergänzung der Zusatzkennzeichen für die Diagnosensicherheit die ICD-10-Kodes aus den Klinikunterlagen übernehmen.

Welche ICD-10-Kodes wähle ich bei einem Patienten, der nach einem Schlaganfall noch unter Folgen der Erkrankung leidet?

Solange Sie den akuten Schlaganfall behandeln, wählen Sie den ICD-10-Kode für den akuten Schlaganfall, ergänzt um das Zusatzkennzeichen ‚G‘ für die Diagnosensicherheit.

Sobald die Behandlung des akuten Schlaganfalls abgeschlossen ist, spätestens jedoch nach 12 Monaten, sowie bei einem rein anamnestischen Schlaganfall mit gegenwärtig noch bestehenden Folgeerscheinungen,wählen Sie für die Behandlung einen ICD-10-Kode aus I69.- Folgen einer zerebrovaskulären Erkrankung mit dem Zusatzkennzeichen ‚G‘ für die Diagnosensicherheit (weitere Erläuterungen zur Anwendung dieser Kodes finden Sie im Hinweis direkt unter dem Kode I69.- in der Systematik der ICD-10-GM).

Wichtig ist, dass Sie die entsprechenden Folgen des Schlaganfalls ebenfalls kodieren. Folgeerscheinungen können z.B. sein:

  • G81.- Hemiparese und -plegie
  • G82.- Paraparese und -plegie
  • R13.0 Dysphagie mit Beaufsichtigungspflicht während der Nahrungsaufnahme
  • R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle
  • R13.9 Sonstige und nicht näher bezeichnete Dysphagie (Inkl.: Schluckbeschwerden o.n.A.)
  • R47.0 Dysphasie und Aphasie
  • H53.4 Gesichtsfelddefekte (Hemianopsie)
  • R29.5 Neglect

Denkbar wäre hier auch die Angabe des ICD-10-Kodes für den akuten Schlaganfall unter Verwendung des Zusatzkennzeichens ‚Z‘ für „Zustand nach“.

Allerdings werden bei den derzeitigen Verfahren zur Morbiditätsmessung, bis auf wenige Ausnahmen im Bereich der Onkologie, nur ICD-10-Kodes mit dem Zusatz-kennzeichen ‚G‘ für die Diagnosensicherheit verwendet. Somit würde der mit ‚Z‘ kodierte akute Schlaganfall nicht berücksichtigt werden!

Wie kodiere ich einen Patienten mit folgenlos ausgeheiltem Schlaganfall, bei dem eine medikamentöse Rezidivprophylaxe erfolgt?

Bestehen keine Beschwerden mehr in Folge des Schlaganfalls, kodieren Sie den akuten Schlaganfall mit dem Zusatzkennzeichen ‚Z‘ für „Zustand nach“.

Ein ICD-10-Kode aus I69.- Folgen einer zerebrovaskulären Erkrankung ist hier nicht sachgerecht. Als Folgen sind in diesem Kode Folgen im Sinne von Ausfallerscheinungen, wie z.B. Dysphasie und Aphasie gemeint.

Zusätzlich können Sie die Z92.2 Dauertherapie (gegenwärtig) mit anderen Arzneimitteln in der Eigenanamnese oder die Z92.1 Dauertherapie (gegenwärtig) mit Antikoagulanzien in der Eigenanamnese verschlüsseln. ICD-10-Kodes, die Zustände in der Eigenanamnese beschreiben, können Sie mit dem Zusatzkennzeichen ‚G‘ für die Diagnosensicherheit angeben.