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Häufige Fragen – Vorhofflimmern und Vorhofflattern

Warum muss ich seit dem 1. Januar 2013 zur Abbildung von Vorhofflattern und –flimmern neue ICD-10-Kodes verwenden?

Die ICD-10-GM wird ständig weiterentwickelt und jährlich in neuer Version vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) herausgegeben.

Der Bereich Vorhofflattern und –flimmern wurde nach Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dem aktuellen medizinischen Stand angepasst.

Durch Aufnahme neuer Inhalte konnte die „alte“ Kodiersystematik nicht beibehalten werden.

Was muss ich bei der neuen Kodiersystematik seit dem 1. Quartal 2013 hinsichtlich der Kodierung von Vorhofflattern und –flimmern beachten?

Laut Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde der Bereich Vorhofflattern und-flimmern neu strukturiert und nach medizinischen Kriterien erweitert. Dies ging mit einem Abweichen von der bisherigen Kodesystematik einher.

Kurz: Alte Inhalte und ergänzende Inhalte werden unter jeweils neuen ICD-10-Kodes zusammengefasst.

Neu ist:

  • nur noch spezifische 4-stellige ICD-10-Kodes
  • Begrifflichkeit chronisch entfällt
  • Unterteilung in permanentes und persistierendes Vorhofflimmern
  • Unterteilung in typisches und atypisches Vorhofflattern

Neue Kodierung auf einen Blick:

ICD-10-Kode Stellen Bezeichnung
I48.- Vorhofflimmern und Vorhofflattern 
I48.0  Vorhofflimmern, paroxysmal 
I48.1    Vorhofflimmern, persistierend 
I48.2    Vorhofflimmern, permanent 
I48.3    Vorhofflattern, typisch / Typ I 
I48.4    Vorhofflattern, atypisch / Typ II 
I48.9   Vorhofflimmern und Vorhofflattern, nicht näher bezeichnet 

 

Was bedeuten die neuen Begrifflichkeiten persistierend, typisch und atypisch im Zusammenhang mit Vorhofflattern- und flimmern?

Als persistierend wird ein Vorhofflimmern bezeichnet, wenn es länger als 7 Tage anhält oder durch eine medikamentöse oder elektrische Kardioversion beendet und rhythmuserhaltend behandelt wird.

Lang anhaltend persistierendes Vorhofflimmern hat ein Jahr oder länger angehalten, bevor die Entscheidung zu einer rhythmuserhaltenden Behandlung getroffen wird.

Typisches (klassisches) Vorhofflattern vom Typ I ist Isthmus-abhängig und geht mit starrer Kammerfrequenz einher.

Atypisches (ungewöhnliches) Vorhofflattern vom Typ II hingegen ist nicht isthmusabhängig, anhand des EKG ist keine Differenzierung zum Vorhofflimmern möglich.

 

Quelle: Kardiologe 2012 • 6:12–27 DOI 10.1007/s12181-011-0395-2
© Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.
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