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Heilmittelversorgung: Ärzteschaft an Modellvorhaben beteiligen

Stellungnahme – Die KBV legt Vorschläge für das geplante Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung vor.

Berlin, 19. Juli 2016 – In Teilen begrüßt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung. „Er enthält grundsätzlich positive Elemente. Einige Vorschläge haben wir aber, um das Gesetz noch besser auszugestalten“, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Dipl.-Med. Regina Feldmann, heute in Berlin.

Positiv bewertet die KBV die geplante Aufnahme der Definition von Verbandmitteln in den Gesetzestext. Damit werde eine Abgrenzung zwischen klassischen Verbandmitteln und Mitteln der modernen Wundversorgung geschaffen. „Dadurch lassen sich Unsicherheiten der Ärzte bei Verordnungen ausräumen. Den Nutzen haben die Patienten mit einer noch zielgerichteteren Versorgung“, erklärte Feldmann.

Der Gesetzentwurf sieht auch die Einführung der Blankoverordnung von Heilmitteln vor. Sie soll in den Bundesländern im Rahmen von Modellvorhaben zwischen Krankenkassen und Heilmittelerbringerverbänden möglich werden. „Es ist richtig, dass dabei die Diagnose- und Indikationsstellung ausschließlich beim Vertragsarzt liegen. Wegen dieser wichtigen Koordinierungsrolle muss die Ärzteschaft auch an den Modellvorhaben selber beteiligt werden.
Solange die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen die preisbezogene Wirtschaftlichkeitsverantwortung tragen, müssen sie auch die Verordnungsmenge festlegen. Alternativ kann auch eine entsprechende Bereinigung des vertragsärztlichen Ausgabenvolumens erfolgen“, führte Feldmann aus.

Unerlässlich sei im Zusammenhang mit der Einführung der Blankoverordnung eine grundlegende Reform des Heilmittelkatalogs. „Wir wollen diesen anwenderfreundlicher, bürokratieärmer und vor allem evidenzorientierter gestalten“, sagte sie.