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Kompetenzverbünde helfen Familien mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen

Vertragswerkstatt – Die KBV hat mit Berufsverbänden ein Konzept entwickelt, um die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit komplexen psychischen Erkrankungen zu verbessern.

Berlin, 22. Februar 2017 – „Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In Deutschland sind ca. zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen von psychischen Erkrankungen betroffen. Ungefähr 20 Prozent weisen psychische Auffälligkeiten auf. Wir bieten ein neues Angebot an, das die Versorgung verbessert. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung und die Krankenkassen sind aufgerufen, dieses Angebot ihren Versicherten möglich zu machen. Wir stehen für entsprechende Vertragsgespräche bereit“, sagte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute in Berlin. Gemeinsam mit Michaela Willhauck-Fojkar (Deutsche Psychotherapeutenvereinigung DPtV) und Dr. Christa Schaff (Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie bkjpp) stellte er ein neues Versorgungskonzept vor. An dessen Entwicklung hatte ebenfalls die Vereinigung analytischer Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapeuten (VAKJP) mitgewirkt. „Im Mittelpunkt steht die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit komplexen psychischen Erkrankungen“, erläuterte Michaela Willhauck-Fojkar. Ein Kernelement sei dabei der Aufbau von Kompetenzverbünden, die eine vernetzte und kontinuierliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen gewährleisten. „Damit können wir eine auf die Lebenswirklichkeit der betroffenen Familien abgestimmte differenzierte Behandlung anbieten“, führte sie aus.

Christa Schaff betonte: „Das Konzept ist in der KBV für die psychotherapeutische Versorgung entstanden. Die Vertragswerkstatt der KBV hat eng mit uns Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zusammen gearbeitet. Gemeinsam wollen wir Kindern, Jugendlichen und Eltern einen Zugang zu einer koordinierten Versorgung ermöglichen. Dazu zählt auch die Verzahnung mit bestehenden Angeboten.“

Die besondere Qualität des Kompetenzverbundes ermöglicht nicht nur eine strukturierte Versorgung, sondern auch ein spezifischeres Leistungsangebot. Dazu zählen besondere Therapiemöglichkeiten, zum Beispiel in der Schule oder Angebote direkt im Umfeld des Patienten, um einen niederschwelligeren Zugang zu ermöglichen. Patient und Eltern haben einen zentralen Ansprechpartner, der auch die Koordination übernimmt.

Zum Hintergrund: Besonders häufig treten bei Kindern und Jugendlichen emotionale Störungen wie Angststörungen oder Depressionen auf, außerdem Aufmerksamkeitsstörungen mit oder ohne Hyperaktivität, Verhaltensstörungen mit Störungen im Sozialverhalten und der sozialen Kompetenz sowie psychosomatische Krankheitsbilder wie zum Beispiel Essstörungen. Die familiäre Belastung ist in allen Fällen hoch, vorhandene Behandlungsangebote können jedoch häufig nicht in Anspruch genommen werden, weil sie nicht in den Alltag der Familien passen. Durch das neue Versorgungskonzept sollen nun neue Strukturen und Settings geschaffen und koordiniert werden.

Durch den Zusammenschluss in Kompetenzverbünden wollen Kinder- und Jugendpsychiater und -psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gemeinsam eine zeitnahe, koordinierte, bedarfsgerechte und nachhaltige ambulante Versorgung von jungen Patienten mit psychischen Erkrankungen sichern. Um das zu gewährleisten, ist die enge Kooperation mit Kinder- und Jugendärzten, Hausärzten, Ergotherapeuten und stationären Einrichtungen aber auch mit Einrichtungen wie Schule, Kita und Jugendamt von zentraler Bedeutung.

Details zum Versorgungskonzept finden Sie auf der Homepage der KBV-Vertragswerkstatt:
Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit komplexen psychischen Erkrankungen im Kompetenzverbund