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Das steht 2016 für das KV-System an

2015 war für die KBV kein einfaches Jahr. Wie geht es 2016 weiter?

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„2016 wird sicherlich ein Jahr in dem viel vor uns liegt. Wir haben ja Fragestellungen, die abgearbeitet werden müssen. Hier sind die KBV und die KVen in ihrer Gesamtheit aufgefordert, Antworten zu entwickeln, wie wir beispielsweise Versorgung in Zukunft gestalten wollen, wie wir auf Dinge wie den demographischen Wandel – jetzt noch akzentuiert durch einen Zustrom von über eine Million Flüchtlinge – wie dem medizinisch begegnet werden kann, damit wir auch in Zukunft eine medizinische Versorgung auf dem Niveau sicherstellen können, wie das in der Vergangenheit bisher immer so war.“

Die Politik hat zuletzt vermehrt eingegriffen. Wie geht die KBV nun damit um?

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Soweit es sich um gesetzliche Vorgaben handelt, müssen wir die natürlich berücksichtigen. Ich sehe es schon als problematisch an, wenn die Politik zu kleinteilig agiert, weil das in aller Regel nicht funktionieren wird. Insofern hoffe ich, dass es uns gelingt, unsere Vorschläge auch gegenüber der Politik so zu kommunizieren, dass man hier erkennt, dass wir Lösungen haben, die mit den Problemen fertig werden und dass dann eher darauf verzichtet wird immer in kleinteiligeren Dosen tatsächlich in diese Tätigkeit der KBV eingreifen zu wollen.“

Wie wollen Sie die ambulante Versorgung denn auch in Zukunft sicherstellen?

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Also wie haben uns natürlich dazu Gedanken gemacht. Allerdings sind wir mit den KVen übereingekommen, dass wir zunächst im Rahmen einer VV-Klausur der KBV Ende Februar das gemeinsam erarbeiten und hier die Positionen für die nächsten Jahre entwickeln und wir werden die dann auch kommunizieren.“

In der VV war zuletzt von KBV 2020 die Rede. Was verbirgt sich dahinter?

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Ich bin der Meinung, dass wir das KV-System unverändert brauchen. Ich habe das auch mehrfach betont, dass ich die KBV für unverzichtbar halte. Insofern glaube ich das prinzipielle Konstrukt der Körperschaft ist sinnvoll und ist auch tragfähig und auch zukunftsfähig, aber es ist natürlich modernisierungspflichtig. Und das will ich damit anstoßen. Dass wir also sozusagen das KV-System und damit auch die KBV zukunftssicher machen. Die Herausforderungen ändern sich, sie sind nicht völlig neu, aber sie ändern sich und darauf muss man reagieren. Es werden vielleicht neue Schwerpunkte gesetzt werden müssen. Wir müssen vielleicht auch in Konstruktionen von Satzungen und dem Miteinander im Umgang Änderungen vornehmen. Und mir geht es einfach darum, dass wir das körperschaftliche System, was aus meiner Sicht unverzichtbar ist, zukunftsfest machen.“

Welche große Aufgabe steht als nächste an?

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Die nächste Aufgabe, die zwar nicht unbedingt eine große ist, sind die Terminservicestellen. Das ist ja ein ungeliebtes Kind, würde ich mal eher sagen. Wir haben keinen Zweifel daran gelassen, dass wir die für eigentlich unsinnig und nicht zielführend halten, werden aber trotzdem fristgerecht zum 23. Januar die Terminservicestellen funktionsbereit haben, so dass dann die Versicherten gemäß dem Gesetzestext unter gewissen Voraussetzungen diese Terminservicestellen auch in Anspruch nehmen können. Die wirklich wichtige und größere Aufgabe ist dann natürlich die Weiterentwicklung der Bedarfsplanung. Hier ist ja auch eine Frist bis Ende des Jahres gesetzt, wo wir im G-BA mit unseren Vertragspartnern die Bedarfsplanung einer Überarbeitung unterziehen müssen. Das ist eine komplexe Aufgabe. Die Bedarfsplanung ist ein wichtiges, aber auch schwieriges Terrain. Des Weiteren werden wir uns mit der weiteren Ausgestaltung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung befassen müssen. Hier sind in der Vergangenheit – in den letzten Wochen – verschiedene Beschlüsse gefasst und modifiziert worden, die notwendig geworden waren, weil ja im Rahmen des VSG (Versorgungsstärkungsgesetz) auch eine Änderung bezüglich der Definition der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung vorgenommen wurde. Aus meiner Sicht ist es uns gelungen, in diesen Neuverhandlungen deutlich mehr Positionen der Vertragsärzte unterzubringen, als das beim ersten Aufschlag möglich war. Insofern ist diese Entwicklung eher als verhalten positiv zu sehen. Aber es ist ganz klar, dass wir hier weiterhin aktiv sein müssen, um auch wirklich dieses neue Versorgungsgebiet für Vertragsärzte attraktiv und händelbar zu gestalten.“

Was möchten Sie den Niedergelassenen für 2016 mitgeben?

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„Dass wir als KBV in Zusammenhang mit unseren regionalen KVen natürlich alles tun werden, um unsere beiden wesentlichen Aufgabenfelder abzudecken. Und das ist auf der einen Seite natürlich der gesetzliche Auftrag, Versorgung sicherzustellen. Auf der anderen Seite aber – den ich für zumindest genauso wichtig erachte – auch die Interessensvertretung der Vertragsärzte und –psychotherapeuten. Das wird seinen Niederschlag finden in der anstehenden EBM-Reform. Das wird auch den Niederschlag finden in der Umsetzung von Regelungen, die Gesetze vorgeben, oder auch in der Entwicklung von neuen Regelungen, die möglicherweise anstehen und natürlich zum einen darauf abzielen müssen, Versorgung zu verbessern – und zwar für die Patienten zu verbessern – andererseits aber dafür auch die Vertragsärzte und –psychotherapeuten angemessen zu entschädigen.“

2015 war das Jahr der Gesetze im Gesundheitswesen. Die es nun in 2016 umzusetzen gilt. Wie wird die KBV damit umgehen? Was sind die wichtigsten Aufgaben? Und wohin will das KV-System die ambulante Versorgung in Zukunft steuern? Antworten auf diese Fragen gibt KBV-Chef Dr. Andreas Gassen.