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Praxisnetze

Gründung eines Praxisnetzes

Von der Idee über die Standortanalyse und den Businessplan bis zur Finanzierung – hier erhalten Sie einen Überblick zu den wichtigsten Schritten auf dem Weg zur Gründung eines Praxisnetzes.

Damit die Zusammenarbeit im Netz später möglichst reibungslos erfolgt, ist eine gründliche Vorarbeit erforderlich. Schließlich handelt es sich bei einem Praxisnetz um mehr als einen losen Zusammenschluss von selbstständigen Praxen. Die Gründung ist durchaus mit dem Aufbau eines kleinen Unternehmens vergleichbar.

Netzgründer sollten auf bewährte Managementelemente zurückgreifen. Dazu zählen eine gemeinsame Idee und Vision, um potenzielle Netzärzte und Partner für eine Kooperation zu begeistern. Erforderlich sind außerdem eine Markt- und Umfeldanalyse sowie ein Businessplan.

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Beratungskompetenz einbinden

Themen wie Recht, Steuern, Organisationsaufbau, Management und Kommunikation sollten mit fachlicher Unterstützung angegangen werden. Das kostet zwar Geld, aber es lohnt sich. „Die in der Anfangsphase investierten Mittel zahlen sich oft doppelt und dreifach aus“, sagt Dr. Veit Wambach, Vorsitzender der Agentur deutscher Arztnetze. Insbesondere bei der Entscheidung über die Organisations- beziehungsweise Gesellschaftsform des Praxisnetzes sei fachlicher Rat unabdingbar.

Anerkennungs-Richtlinien der KVen im Blick haben

Die Rahmenvorgabe der KBV zur Anerkennung von Praxisnetzen wird von den KVen unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten in Richtlinien ausgestaltet. Diese Anerkennungs-Richtlinien sind mehr als ein Instrument, um förderungswürdige Praxisnetze zu identifizieren. Sie sollten schon bei der Gründung berücksichtigt werden. Denn sie enthalten Strukturanforderungen und zeigen, was ein gutes Praxisnetz mit hohen Qualitätsanforderungen ausmacht. Dies sind beispielsweise einheitliche Standards zu Qualitätszirkeln oder Arzneimittelverordnungen.

Meldestellen für Praxisnetze bei den KVen

 

Dr. Veit Wambach ist Vorsitzender der Agentur deutscher Arztnetze. Die Agentur unterstützt Kollegen beim Aufbau von Praxisnetzen. Er stellt wichtige Schritte auf dem Weg zum Praxisnetz vor:

1. Gemeinsame Ziele

Einigen Sie sich auf eine Grundphilosophie, definieren Sie Ziele und Prioritäten. Was wollen Sie mit dem Praxisnetz erreichen? Wie können Sie in Ihrer Region die Patientenversorgung verbessern? Haben Sie dabei auch die Versorgungsziele im Blick, die die Richtlinie Ihrer KV zur Anerkennung von Praxisnetzen vorgibt: Patientenzentrierung, kooperative Berufsausübung und verbesserte Effizienz.

Tipp: Eine schriftlich fixierte Absichtserklärung der Netzteilnehmer schafft frühzeitig Verbindlichkeit.

2. Standortanalyse

Führen Sie eine Standortanalyse durch, um Erkenntnisse über die Potenziale des Praxisnetzes und die regionalen Chancen und Risiken zu gewinnen. Möglicherweise müssen daraufhin die Netzziele angepasst werden.

Folgende Fragestellungen sollten Sie klären:

  • Wie stellt sich die derzeitige Versorgungssituation in der Netzregion dar? Gibt es Herausforderungen, die nur gemeinsam gelöst werden können? Welche Prioritäten gibt es?
  • Wie groß soll das Einzugsgebiet des Netzes sein? Daraus lässt sich der maximale Umfang des ärztlichen Teilnehmerkreises ableiten.
  • Welche anderen Akteure sind in der Netzregion beheimatet? Wer kommt als Netzteilnehmer oder Kooperationspartner infrage, zum Beispiel Krankenhäuser, Pflegedienste, Apotheken?
  • Gibt es bestehende Kooperationen in der geplanten Netzregion? Welche Zieleverfolgen diese? Könnten diese Ziele mit denen des Praxisnetzes kollidieren? Auf welche Befindlichkeiten gilt es
    achtzugeben?
  • Wie viele Versicherte sind in der Netzregion beheimatet? Wie alt sind diese, welche Krankheiten haben sie?

Tipp: Nutzen Sie für die Standortanalyse so viel Know-how und valide Daten wie möglich. Ihre KV unterstützt Sie gerne.

3. Businessplan

Entwickeln Sie einen Businessplan und fassen Sie darin schriftlich die künftige Geschäftstätigkeit zusammen. Veranschaulichen Sie alle Ziele, Strategien und Aktivitäten, die mit der medizinischen Versorgung, dem Management, der Netzorganisation und der Finanzierung verbunden sind.

Wichtige Bausteine für einen solchen Plan sind:

  • Kurzbeschreibung
  • Versorgungskonzept/Netzkonzept
  • Leistungsspektrum
  • Serviceangebote
  • Markt und Wettbewerb
  • Marketing
  • Management und Personal
  • Organisationsstruktur
  • Chancen und Risiken
  • Eventuell Alleinstellungsmerkmal(e)
  • Finanzplanung

Tipp: Der Geschäftsplan ist nicht nur ein wichtiges Planungsinstrument: Mögliche Kooperationspartner wie Krankenkassen erwarten Konzepte.

4. Finanzierung

Erstellen Sie im Rahmen des Businessplanes eine tragfähige Finanzierung für das Praxisnetz. Beantworten Sie dabei unter anderem folgende Fragen:

  • Wie groß ist der Finanzbedarf für die Gründung und Unterhaltung des Netzes?
  • Welche Kosten sind planbar?
  • Auf welche Art und Weise werden laufende Kosten und/oder Kosten für die Umsetzung einzelner Netzprojekte abgedeckt? Welche Finanzierungsquellen lassen sich kurz- und mittelfristig erschließen?
  • Werden laufende Mitgliedsbeiträge oder Einmalzahlungen (als Investitionsbeitrag) von den Netzärzten
    erhoben?