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Stand 22.09.2016

Honorar

Honorarverhandlungen auf Bundesebene abgeschlossen

Einigung über Honorarerhöhung in 2017

Mit einem insgesamt guten Ergebnis sind am 21. September in Berlin die Honorarverhandlungen zwischen KBV und GKV-Spitzenverband zu Ende gegangen. Die Gesamtvergütung erhöht sich demnach im kommenden Jahr um rund eine Milliarde Euro.

Orientierungswert steigt auf 10,5300 Cent

Rund 315 Millionen entfallen auf den Orientierungswert für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen. Dieser steigt ab 1. Januar 2017 von jetzt 10,4361 Cent auf 10,5300 Cent. Dies entspricht einem Plus von 0,9 Prozent.

Mehr Honorar für steigenden Behandlungsbedarf

Weitere rund 170 Millionen Euro müssen die Krankenkassen mehr bereitstellen, um den steigenden Behandlungsbedarf aufgrund zunehmender Krankheiten und einer immer älterwerdenden Bevölkerung zu decken. Der Bewertungsausschuss beschloss dazu für jeden KV-Bereich zwei regionale Veränderungsraten – für die Morbidität und für die Demografie. Bei den Raten handelt es sich um Empfehlungen. Sie bilden die Grundlage für die sich anschließenden regionalen Verhandlungen.

163 Millionen für Medikationsplan

Bei den Ausgaben für extrabudgetäre Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und ambulantes Operieren wird ausgehend vom Trend der vergangenen Jahre im nächsten Jahr mit einem Plus in Höhe von 330 Millionen Euro gerechnet. Für die Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans, auf die gesetzlich Krankenversicherte ab dem 1. Oktober 2016 unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch haben, werden im kommenden Jahr rund 163 Millionen Euro veranschlagt.

Honorarverhandlungen: Ergebnisse im Überblick

Preise: Anhebung Orientierungswert

Der Orientierungswert steigt ab 1. Januar 2017 für alle Leistungen um 0,9 Prozent auf 10,5300 Cent. Dies bedeutet ein Honorarplus von bundesweit rund 315 Millionen Euro.
Der Orientierungswert bestimmt neben der Punktzahl maßgeblich die Höhe des Preises einer Leistung. Er berücksichtigt die Investitions- und Betriebskosten einer Praxis. KBV und GKV-Spitzenverband sind laut Gesetz verpflichtet, jährlich über die Anpassung des Orientierungswertes zu verhandeln.

Leistungsmenge: Veränderungsraten

Weitere zusätzliche Gelder werden die Krankenkassen im nächsten Jahr bereitstellen, um den wachsenden Behandlungsbedarf aufgrund einer steigenden Morbidität und des zunehmenden Alters der Bevölkerung zu decken. Der Bewertungsausschuss beschloss für jeden KV-Bereich zwei regionale Veränderungsraten – für die Morbidität und für die Demografie.
Danach muss die morbiditätsorientierte Leistungsmenge im kommenden Jahr infolge einer wachsenden Krankheitslast im Bundesdurchschnitt um etwa 1,17 Prozent steigen. Die immer älter werdende Bevölkerung wirkt sich mit 0,19 Prozent aus. Bei einer Berücksichtigung beider Faktoren zu je 50 Prozent ergibt sich ein Honorarplus von rund 170 Millionen Euro bundesweit. Über die genaue Höhe des Betrages verhandeln die Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen auf Landesebene.

Extrabudgetäre Leistungen

Bei den Ausgaben für extrabudgetäre Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und ambulantes Operieren wird ausgehend vom Trend der vergangenen Jahre im nächsten Jahr mit einem Plus in Höhe von 330 Millionen Euro gerechnet.

Medikationsplan

Für die Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans, auf die gesetzlich Krankenversicherte ab dem 1. Oktober 2016 unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch haben, werden im kommenden Jahr rund 163 Millionen Euro veranschlagt.

Darüber wird verhandelt: Die Schwerpunkte

Anpassung des Orientierungswertes

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass der sogenannte Orientierungswert jährlich zu überprüfen und der Kostenentwicklung anzupassen ist. Der Orientierungswert bestimmt maßgeblich den Preis für eine Untersuchung oder Behandlung.

Bei der Anpassung des Orientierungswertes sind laut Gesetz insbesondere folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • die Entwicklung der für Arztpraxen relevanten Investitions- und Betriebskosten.
  • Möglichkeiten zur Ausschöpfung von Wirtschaftlichkeitsreserven.
  • die allgemeine Kostendegression bei Fallzahlsteigerungen.

Bestimmung der Veränderungsraten der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung

Neben der Preiskomponente geht es in den Verhandlungen um den veränderten Behandlungsbedarf und damit um die Menge, die an ärztlichen Leistungen voraussichtlich im kommenden Jahr benötigt wird. Ausschlaggebend dafür ist, wie sich die Häufigkeit und Schwere von Erkrankungen entwickelt sowie das Alter der Bevölkerung.

Aufgabe des Bewertungsausschusses ist es, den veränderten Behandlungsbedarf zu ermitteln. Dazu bestimmt er eine diagnosebezogene Veränderungsrate und eine demografiebezogene Veränderungsrate – für jede Kassenärztliche Vereinigung (KV) getrennt. Anhand der Veränderungsraten legen die KVen gemeinsam mit den Krankenkassen die Höhe der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung für ihre Region fest.

Gesetzlicher Auftrag zu jährlichen Verhandlungen

KBV und GKV-Spitzenverband haben den gesetzlichen Auftrag, jährlich über die Morbiditätsentwicklung und über die Anpassung des Orientierungswertes zu verhandeln. Eine Vorgabe des Gesetzgebers ist, dass die Krankenkassen das volle Morbiditätsrisiko ihrer Versicherten tragen müssen.

Das bedeutet: Nimmt die Zahl der Erkrankungen und damit der Behandlungsbedarf in der Bevölkerung zu, müssen die Kassen entsprechend mehr Geld bereitstellen. Außerdem sieht das Gesetz vor, dass die steigenden Praxiskosten bei der Berechnung der Preise für ärztliche Leistungen zu berücksichtigen sind. Dazu wird der Orientierungswert jährlich angepasst.

Die auf Bundesebene erzielten Ergebnisse bilden die Grundlage für die anschließenden Verhandlungen zwischen den 17 KVen und den regionalen Krankenkassen: Denn wie viel Geld letztlich für die medizinische Versorgung der Menschen in den einzelnen KV-Bereichen bereitsteht, ist Sache der Landesebene.

Ergebnisse der Verhandlungen in den Vorjahren

Ergebnisse für 2016

Preise: Anhebung Orientierungswert

Der Orientierungswert steigt ab 1. Januar um 1,6 Prozent auf 10, 4361 Cent. Er beträgt aktuell 10,2718 Cent. Dies bedeutet ein Honorarplus von bundesweit rund 550 Millionen Euro.

Der Orientierungswert bestimmt neben der Punktzahl maßgeblich die Höhe des Preises einer Leistung. Er berücksichtigt die Investitions- und Betriebskosten einer Praxis. KBV und GKV-Spitzenverband sind laut Gesetz verpflichtet, jährlich über die Anpassung des Orientierungswertes zu verhandeln.

Leistungsmenge: Veränderungsraten

Weitere zusätzliche Gelder werden die Krankenkassen im nächsten Jahr bereitstellen, um den wachsenden Behandlungsbedarf aufgrund einer steigenden Morbidität und des zunehmenden Alters der Bevölkerung zu decken. Der Bewertungsausschuss beschloss für jeden KV-Bereich zwei regionale Veränderungsraten – für die Morbidität und für die Demografie.

Danach muss die morbiditätsorientierte Leistungsmenge im kommenden Jahr infolge einer wachsenden Krankheitslast im Bundesdurchschnitt um etwa 2,1 Prozent steigen. Die immer älter werdende Bevölkerung wirkt sich mit 0,2 Prozent aus. Dies bedeutet im Schnitt ein Honorarplus von rund 250 Millionen Euro bundesweit.

Über die die genaue Höhe des Betrages verhandeln die Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen auf Landesebene.

Ergebnisse für 2015

Die Preise für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen steigen 2015 um 1,4 Prozent. Außerdem stellen die Krankenkassen 264 Millionen Euro zusätzlich zur Förderung der haus- und fachärztlichen Grundversorgung bereit.

  • Der Orientierungswert und damit die Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen steigt um 1,4 Prozent. Das entspricht einem Plus von rund 462 Millionen Euro. Der Orientierungswert beträgt damit ab 1. Januar 2015 10,2718 Cent (jetzt 10,13 Cent).
  • Zur Förderung von haus- und fachärztlichen Grundleistungen stellen die Krankenkassen im kommenden Jahr 264 Millionen Euro zusätzlich bereit. Dieses Geld fließt zu gleichen Teilen – jeweils 132 Millionen Euro – in die haus- und in die fachärztliche Versorgung und wird wie folgt verwendet:
    • Fachärzte erhalten ab Januar 2015 einen Zuschlag zur Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG). Der Zuschlag wird extrabudgetär und damit in voller Höhe gezahlt. Außerdem können ab Januar auch Internisten mit Schwerpunkt die PFG abrechnen. Weiterentwicklung des Facharzt-EBM
    • Im hausärztlichen Bereich wird der Einsatz von besonders qualifizierten nichtärztlichen Mitarbeiterinnen auch in nicht unterversorgten Gebieten gefördert. Es ist vorgesehen, dass Hausarztpraxen mit einer nichtärztlichen Praxisassistentin (ähnlich VERAH, EVA oder Mopra) einen festen Zuschlag zur Vorhaltepauschale erhalten, um die Kosten für Ausbildung, Ausstattung, Gehälter etc. zu decken. Außerdem soll der Hausbesuch von Assistentinnen besser vergütet werden. Für Kinderärzte wird über eine Präventionsassistentin verhandelt. Weiterentwicklung des Hausarzt-EBM
  • Die Anpassung des kalkulatorischen Arztgehaltes an die gestiegenen Oberarztgehälter von Krankenhausärzten soll im Rahmen der Weiterentwicklung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes mit Wirkung zum 1. Januar 2016 erfolgen. Nach Berechnungen der KBV müsste das kalkulatorische Arztgehalt statt bei derzeit rund 105.000 bei rund 133.000 Euro liegen, damit Vertragsärzte aus der Behandlung von Kassenpatienten ein annähernd ähnliches Einkommen erzielen können wie Oberärzte.
  • Bereits beschlossen wurden die demografischen beziehungsweise diagnosebezogenen Veränderungsraten für die einzelnen KV-Bezirke (mit Ausnahme von Baden-Württemberg, wo die Berechnungen aufgrund eines Datenfehlers erst noch erfolgen). Danach müssen die Krankenkassen für den steigenden Behandlungsbedarf ihrer Versicherten im nächsten Jahr rund 100 Millionen Euro mehr bereitstellen. Über die genauen Summen werden die Kassenärztlichen Vereinigungen ab Herbst mit den Krankenkassen vor Ort verhandeln.

Ergebnisse für 2014

Die Gesamtvergütung steigt im Jahr 2014 um einen Betrag zwischen 590 und 800 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung von knapp drei Prozent.

  • Die Preise für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen (der Orientierungswert) steigen um 1, 3 Prozent. Das sind 360 Millionen Euro.
  • Der Orientierungswert beträgt damit ab 1. Januar 2014 10,13 Cent. Dieser Wert gilt für Leistungen innerhalb und außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Auch die Bewertung der Leistungen, die regional als besonders förderungswürdig eingestuft wurden, steigt damit um 1,3 Prozent.
  • Für den zunehmenden Behandlungsbedarf der Versicherten stellen die Krankenkassen zwischen 90 und 300 Millionen Euro mehr zur Verfügung. Anders ausgedrückt: Die KV-spezifische Veränderungsrate der Morbidität beträgt im Bundesdurchschnitt 1,4 Prozent (300 Millionen Euro), der Demografie 0,41 Prozent (90 Millionen Euro). Bei den Veränderungsraten handelt es sich um Empfehlungen. Sie bilden die Grundlage für regionale Verhandlungen, die die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen in den nächsten Wochen führen.
  • Zur Förderung von Leistungen der Grundversorgung stellen die Krankenkassen im nächsten Jahr 140 Millionen Euro mehr zur Verfügung. Von diesem Betrag fließen jeweils 70 Millionen Euro in die haus- und in die fachärztliche Versorgung.
  • Der Bewertungsausschuss erhielt in Vorbereitung auf die Verhandlungen für 2015 den Auftrag zu prüfen, für welche Leistungen keine Mengenbegrenzungen mehr gelten sollen. Dazu sollen besondere Versorgungsziele berücksichtigt werden. Eine Ausdeckelung von haus- und fachärztlichen Grundleistungen aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bereits im kommenden Jahr haben die Krankenkassen strikt abgelehnt.

Ergebnisse für 2013

Die Gesamtvergütung steigt im Jahr 2013 um einen Betrag zwischen 1,15 und 1,27 Milliarden Euro. Dieser Betrag setzt sich wie folgt zusammen:

  • Orientierungswert (270 bis 290 Millionen Euro),
  • Herausnahme der Psychotherapie (130 Millionen),
  • Stärkung der hausärztlichen und fachärztlichen Grundversorgung (250 Millionen),
  • extrabudgetäre Leistungen (150 Millionen)
  • sowie auf Landesebene Mengenentwicklung und Zuschläge zum Orientierungswert für förderungswürdige Leistungen (330 bis 450 Millionen).

Krankenkassen zahlen Psychotherapie künftig extrabudgetär

Die Zunahme psychotherapeutischer Leistungen geht nicht mehr zu Lasten der fachärztlichen Vergütung. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen künftig jede Psychotherapie, die sie für ihre Versicherten genehmigen, bezahlen.

Darunter fallen auch die sogenannten probatorischen Sitzungen. Psychotherapeuten erhalten ihr Geld bislang aus dem Honorartopf, der für die fachärztliche Versorgung zur Verfügung steht.

Mit der beschlossenen separaten Vergütung durch die Krankenkasse wurde eine jahrelange Forderung der Ärzteschaft erfüllt.