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Pembrolizumab

Handelsname:

Keytruda®

Anwendungsgebiet:

Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierenden) Melanoms bei Erwachsenen*

Pharmazeutischer Unternehmer:

MSD SHARP & DOHME

Beginn des Verfahrens:

15.08.2015

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses:

04.02.2016

Inhalt des Beschlusses:

Zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
a) Nicht vorbehandelte Patienten mit einem BRAF-V600-mutiertem Tumor
  • Vemurafenib
Zusatznutzen ist nicht belegt
b) Nicht vorbehandelte Patienten mit einem BRAF-V600-wildtyp Tumor
  • Ipilimumab
Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen
c) Vorbehandelte Patienten
  • patientenindividuelle Therapie nach Maßgabe des behandelnden Arztes unter Berücksichtigung des Zulassungsstatus und der jeweiligen Vortherapie
Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.

Zusammenfassung:

Pembrolizumab ist ein immunmodulierender Antikörper: Die antitumorale Wirkung des Programmed-Cell-Death-1-Rezeptor (PD-1) Antikörpers erfolgt indirekt über die Verstärkung der T-Zell-vermittelten Immunantwort. Der Nutzenbewertung lag die randomisierte, offene Phase-III-Studie Keynote 006 bei 834 therapienaiven und vorbehandelten Patienten gegen Ipilimumab zugrunde. Die Studie wurde trotz der nicht zulassungskonformen Dosierung von Pembrolizumab herangezogen, da sich keine dosisabhängigen relevanten Unterschiede bei Nutzen- oder Schadensendpunkten zeigten.

Für vorbehandelte Patienten (a) wurde Ipilimumab als nachvollziehbare Umsetzung der zweckmäßigen Vergleichstherapie gewertet. In der relevanten Subgruppe der Studie zeigten sich Sicherheitsvorteile gegen Ipilimumab unter anderem bei schweren unerwünschten Ereignissen. Der Gemeinsame Bundesausschuss sah hierdurch einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Für therapienaive Patienten mit einem BRAF-V600-wildtyp Tumor (b) wurde ebenfalls die relevante Teilpopulation der Studie herangezogen. Hier zeigte sich ein signifikanter Vorteil gegen Ipilimumab im Gesamtüberleben. Da aufgrund der höheren Dosierung eine Auswirkung auf den Endpunkt Gesamtüberleben unklarer Effektrichtung nicht völlig ausgeschlossen werden konnte, sah der Gemeinsame Bundesausschuss einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Für therapienaive Patienten mit einem BRAF-V600-mutierten Tumor (c) wurden keine Vergleichsdaten gegen Vemurafenib vorgelegt. Somit ist ein Zusatznutzen von Pembrolizumab nicht belegt.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Pembrolizumab muss durch einen auf dem Gebiet der Onkologie und in der Therapie von Patienten mit Melanomen erfahrenen Facharzt erfolgen (Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie weitere an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmende Ärzte aus anderen Fachgruppen).

Es liegen für Patienten, die bereits vorbehandelt sind (Patientengruppe c), nur Daten für Patienten vor, für die Ipilimumab eine zweckmäßige Therapie im Sinne einer patientenindividuellen Therapie nach Maßgabe des behandelnden Arztes darstellt.

Entsprechend der Anforderungen an die Aktivitäten zur Risikominimierung im EPAR (European Public Assessment Report) muss der Hersteller folgendes Informationsmaterial zu Pembrolizumab zur Verfügung stellen:

  • Schulungs- und Informationsmaterial für Arzt/medizinisches Fachpersonal
  • Schulungs- und Informationsmaterial für Patienten