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Vorsorge für Jugendliche: Das sollten Ärzte bei der J1 beachten

Das erste Mal allein beim Arzt. Kein einfacher Schritt für Jugendliche. Eine ansprechende Praxisatmosphäre ist da ebenso wichtig wie ein freundlicher Empfang. Das Arztgespräch sollte offen und ehrlich geführt werden, und das gelingt meist nur ohne die Eltern.

O-Ton Dr. Klemens Senger, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin:
„Wir lassen die Eltern dann während der Untersuchung vor der Tür warten, wir unterhalten uns und untersuchen die Jugendlichen und bitten nachher die Eltern, wenn die Jugendlichen damit einverstanden sind, zu einem Gespräch, gemeinsamen Gespräch dann dazu. Wir finden es ganz extrem wichtig, dass Jugendliche immer wissen, dass es ein Schweigegebot, eine ärztliche Schweigepflicht gibt und das die Jugendlichen das auch immer in Anspruch nehmen können, auch letztendlich gegenüber ihren Eltern.“

Natürlich nur, wenn keine gefährlichen Krankheiten diagnostiziert werden.
Untersucht er Mädchen, bittet Dr. Senger immer eine Mitarbeiterin dazu. Sicherheit für die Patientin und für den Arzt.

Beim körperlichen Check-Up wichtig: jeden Untersuchungsschritt plausibel erklären. So können die Patienten bestimmte Untersuchungen auch ablehnen.
Früher standen vor allem orthopädische Probleme im Mittelpunkt. Heute leiden Jugendlichen häufiger unter seelischem Stress und gesellschaftlichen Problemen.

O-Ton Dr. Klemens Senger, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin:
„Ich denke, dass das nach wie vor seine Bedeutung hat und auch wichtig, dass man natürlich nach körperlichen Defekten sucht. Ich denke das ist aber hinzugekommen, dass wir eine ganze Reihe von neuen Morbiditäten haben, wie z.B. Interaktionsstörungen, psychosomatische Erkrankungen und wir suchen jetzt auch in solche Richtungen und beraten vor allen Dingen auch in solche Richtungen, oder eben die Ernährung und das Thema Adipositas, oder Bewegung, Sport, diese Ebenen und da sind wir heute sehr viel aktiver.“

Das honorieren die Jugendlichen, denn auch sie haben ein großes Interesse an ihrer Gesundheit. Und: Im besten Fall geben sie Ihre positiven Erfahrungen an Ihre Freunde weiter.

O-Ton Dr. Klemens Senger, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin:
„Wenn man es schafft in eine Gruppe zu kommen, ich sag mal in eine Peer Group zu kommen, die sich mit diesem Thema jetzt wie auch immer auseinander setzt, dann hat man auf einmal die ganze Gruppe hier. Und wenn man dann die richtigen Gruppen erwischt, nämlich die, die das in einem besonderen Maße brauchen, dann hat man auch einen Zugang dazu und ich glaube es ist auch ein kleines bisschen die Art und Weise. Also ich sag´s mal so, - wie man in den Wald hinein ruft so schallt es heraus! - Ich denke das spielt auch eine große Rolle.“

Es geht also nicht allein darum, Krankheiten und Risikofaktoren aufzuspüren. Sondern vor allem darum, ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen. Behutsam.
Denn diese Patienten sind mit einem Fuß noch in der Kindheit und mit dem anderen schon im Erwachsenenleben.

Jung, dynamisch und topfit - Jugendliche! Aber sind sie wirklich so fit? Das lässt sich mit der J1 herausfinden. Das ist eine Vorsorgeuntersuchung speziell für Jugendliche. In jungen Jahren können Risikofaktoren noch rechtzeitig erkannt und gegebenenfalls minimiert werden. Doch einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge nimmt gerade einmal ein Drittel der Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 14 Jahren die J1 wahr. Was Sie als Arzt tun können, zeigt Ihnen dieser Film.