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Honorar

Vom Honorar zum Nettoeinkommen

Was verdienen Ärzte und Psychotherapeuten?

Das Einkommen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten wird leider oft mit dem Umsatz verwechselt. „So viel verdient ein Arzt“ ist immer wieder zu lesen – genannt wird dann die Honorarsumme. Das Honorar ist aber der Umsatz, nicht das Einkommen.

Das Nettoeinkommen, also das Geld, das der Arzt für seine Arbeit bekommt, beträgt durchschnittlich nur 23,5 Prozent des Honorarumsatzes. Aus den anderen 76,5 Prozent des Honorarumsatzes finanziert der Arzt:

  • Praxiskosten, zum Beispiel für Personal, Miete, Energie und Versicherungen, medizinische Geräte. Diese Betriebsausgaben sind je nach Fachgruppe unterschiedlich hoch. Sie betragen im Durchschnitt über alle Gruppen 51,6 Prozent des Honorarumsatzes.
  • Steuerzahlungen (14,9 Prozent)
  • berufsständische Altersversorgung (7,1 Prozent)
  • Aufwendungen für Kranken- und Pflegeversicherungen (2,8 Prozent)

Erst nach Abzug aller Kosten erhält man das Nettoeinkommen, das dem Arzt persönlich zur Verfügung steht.

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Die Umsätze der unterschiedlichen Facharztgruppen wie Hausärzte, Orthopäden, Augenärzte oder Radiologen sind nicht miteinander vergleichbar. Denn in den Umsätzen einer Praxis sind die Betriebskosten enthalten. Diese sind je nach Fachgruppe unterschiedlich hoch.

Sie liegen zwischen 50 Prozent bei Hausärzten und 70 bis 80 Prozent bei Radiologen. Aus diesem Grund sind Leistungen wie eine MRT- oder CT-Untersuchung relativ hoch bewertet. Das heißt: Fachärzte für Radiologie zum Beispiel erhalten für ihre Leistungen in der Regel mehr Geld als Hausärzte oder HNO-Ärzte, weil die Untersuchungen sehr kostenintensiv sind.

Zahlen 2011

Im 1. Halbjahr 2011 betrug das durchschnittliche monatlich verfügbare Nettoeinkommen über alle Abrechnungsgruppen rund 5.442 Euro1. Die durchschnittlichen privatärztlichen Einkünfte sind darin bereits enthalten.

Betrachtet man die einzelnen Arztgruppen, so liegt das verfügbare Nettoeinkommen zwischen 15,4 Prozent (Fachärzte für Radiologie) und 35,8 Prozent (Psychotherapeuten) des Honorarumsatzes aus der gesamten ärztlichen Tätigkeit.

Nettoeinkommen aller Ärzte / Psychotherapeuten im 1. Halbjahr 2011

Honorarumsatz aus vertragsärztlicher Tätigkeit  106.522 Euro
+ Honorarumsatz aus selektivvertraglicher Tätigkeit 760 Euro
= Honorarumsatz aus GKV-Praxis 107.282 Euro Anteil: 77,3 %
+ Honorarumsatz aus privatärztlicher und sonstiger Tätigkeit 31.505 Euro  Anteil: 22,7 %
= Honorarumsatz aus ärztlicher Tätigkeit  138.787 Euro
./. Betriebsausgaben  71.648 Euro Kostensatz: 51,6 %
= Überschuss aus ärztlicher Tätigkeit  67.138 Euro
./.Steuern  20.746 Euro  Steuersatz: 30,9 %
./. Kranken- und Pflegeversicherung 3.888 Euro
./. berufsständische Altersvorsorge 9.851 Euro
= Nettoeinkommen 32.654 Euro

Alle Angaben Durchschnitt je Praxisinhaber2

Der durchschnittliche Honorarumsatz aus vertragsärztlicher Tätigkeit 2011

 

Abrechnungsgruppe  Honorarumsatz je Arzt in Euro 2010 Honorarumsatz je Arzt in Euro 2011
Alle Ärzte / Psychotherapeuten 195.328  202.338
Hausärztlicher Versorgungsbereich 182.832  198.057
Fachärztlicher Versorgungsbereich  196.816  197.143

Der durchschnittliche Honorarumsatz aus vertragsärztlicher Tätigkeit 20113

Quellen

1 Kassenärztliche Bundesvereinigung, Honorarbericht für das erste Halbjahr 2011

2 Kassenärztliche Bundesvereinigung, Honorarbericht für das erste Halbjahr 2011: Der Anteil an Privatpatienten fällt regional sehr unterschiedlich aus. 2007 waren in den alten Bundesländern 11,5 Prozent der Bevölkerung privat versichert, in den neuen Bundesländern lag der Anteil nur 7,1 Prozent.

3 Kassenärztliche Bundesvereinigung, Honorarbericht für das vierte Quartal 2011: Die vertragsärztliche Tätigkeit beinhaltet die Behandlung der GKV-Versicherten.