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Dabrafenib

Handelsname: Tafinlar®

Anwendungsgebiet:

  • in Kombination mit Trametinib zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit nicht-resezierbarem oder metastasiertem Melanom mit einer BRAF-V600-Mutation*

Pharmazeutischer Unternehmer: Novartis Pharma

Beginn des Verfahrens: 01.10.2015

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 17.03.2016

Inhalt des Beschlusses:

Zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
Vemurafenib Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Dabrafenib war zunächst nur als Monotherapie von Erwachsenen mit nicht-resezierbarem oder metastasiertem Melanom mit einer BRAF-V600-Mutation zugelassen. Im Oktober 2015 erfolgte die Zulassungserweiterung für die Kombinationstherapie mit Trametinib. Zeitgleich wurde Trametinib als Monotherapie für dasselbe Anwendungsgebiet in den Verkehr gebracht.

Bei BRAF-Mutationen ist der MAPK (Mitogen-activated protein kinase)-Signalweg aktiviert. Dabrafenib ist ein BRAF-Inhibitor, Trametinib dagegen ein MEK-Inhibitor. Beide Wirkstoffe greifen auf unterschiedlichen Stufen des aktivierten MAPK-Signalweges an – ein potentieller Synergismus, der unter anderem eine Verzögerung der Resistenzentwicklung bewirken soll.

Für die Kombination von Dabrafenib mit Trametinib legte der pharmazeutische Unternehmer Daten aus der randomisierten, offenen, multizentrischen, aktiv kontrollierten Studie COMBI-v (MEK116513) vor, in der die Wirkstoffkombination direkt mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie Vemurafenib verglichen wurde. Dabei zeigte sich eine moderate Verlängerung der Überlebensdauer sowie eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der krankheitsbedingten Symptomatik bei zugleich positiven Effekten auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität und einer bedeutsamen Verringerung von Nebenwirkungen.

In der Gesamtbetrachtung der vorliegenden Ergebnisse zu Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen ergab sich für Dabrafenib in Kombination mit Trametinib eine bisher nicht erreichte deutliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens. Vor diesem Hintergrund sah der Gemeinsame Bundesausschuss einen Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Dabrafenib sollte durch einen auf dem Gebiet der Onkologie und in der Therapie von Patienten mit Melanomen erfahrenen Facharzt erfolgen (Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie weitere an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmende Ärzte aus anderen Fachgruppen).

Vor der Einnahme von Dabrafenib muss bei Patienten die BRAF-V600-Mutation durch einen validierten Test nachgewiesen worden sein.

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Dabrafenib bei Patienten mit Melanom vom BRAF-Wildtyp ist nicht belegt, daher sollte Dabrafenib nicht bei Patienten mit Melanom vom BRAF-Wildtyp angewendet werden.

Vorbehandelte Patienten wurden in der für die Nutzenbewertung eingeschlossenen Studie nicht untersucht.