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Meine Meinung zu Qualitätssicherung und QM: Qualitätssicherung mit Hilfe von Qualitätsmanagement

O-Töne Dr. Bodo Stoschus, Nephrologe auf Sylt.

Dr. Stoschus, wie aufwändig ist die Dokumentation zur Qualitätssicherung für Sie?

„Qualitätsgesicherte Leistung heißt ja, dass wir Daten in anonymisierter Form der KBV liefern und dort gekuckt wird: Sind diese Daten dann bei diesem anonymisierten Patienten so, dass man sagen kann der ist gut dialysiert?
So. Dafür muss natürlich eine Fachschwester die Daten dann eingeben ins Computersystem; heißt für die Praxen ganz klar: Hier ist Verwaltungsarbeit erst mal gefragt. Wir haben es mal so ein bisschen hin- und hergeschoben, aber eine halbe bis eine ganze Stelle ist da schon mal dann auch weg für die Eingabe dieser Daten.“

Weshalb war Ihnen Qualitätsmanagement so wichtig?

„Qualitätsmanagement ist insbesondere dadurch wichtig, da wir so viele in Anführungsstrichen routinemäßigen Abläufe haben auch, also: Der Patient wird punktiert; der wird angelegt an dem Katheter. Alle diese routinemäßigen Dinge bergen ein – für meine Begriffe – ein großes Risiko, dass sie falsch gemacht werden können. Und dass jeder macht, wie er es meint. Und um diese Einheitlichkeit, um auch nach Leitlinien zu arbeiten, ist es ganz wichtig, dass jede Praxis so seine eigenen – nicht nur eigene, sondern an Leitlinien orientierte – Abläufe schriftlich niedergelegt hat, wo jeder sagen kann: So machen wir es. Also das ist ganz extrem wichtig, so haben wir es erlebt, dass ich gesagt habe: Jetzt habe ich den Schwestern schon zum dritten Mal erzählt, wie das funktioniert, und immer noch macht es die eine anders als die andere. Und wir haben dann angefangen mit SOPs, wie wir die nannten – Standard Operation Procedures oder Arbeitsanweisungen – und alle haben große Augen gekriegt, als sie alles schriftlich niederlegen mussten. Ich hab vorgelegt, selber schriftlich niedergelegt, und so ist dann über Jahre jeder Prozess schriftlich niedergelegt worden. Also alles, das was als Prozess aufgefallen ist, ist niedergelegt worden und mittlerweile haben wir dann, was weiß ich, über hundert Prozesse und so beschrieben natürlich.“

Sie bieten Feriengästen Dialysen. Welche Rolle spielt das?

„Die Dialyse ist ja wirklich eine semi-invasive oder eine invasive Behandlung, wo eine ganze Menge passieren kann – und das muss man einschätzen. Das heißt, unsere Schwestern müssen schon sehr geschult sein, was die Einschätzung von nicht bekannten Patienten angeht.
Wir sehen im Jahr 600 Patienten, verschiedene, also Feriengäste, das ist schon eine ganze Menge – und da ist es dann auch manchmal so, dass der eine oder andere eben in gar nicht so tollem Zustand zu uns kommt, was wir vorher auch gar nicht wissen, das heißt, wir müssen sehr flexibel auf die Situation des Patienten eingehen. Das ist sicherlich auch eine Sache, aber auch da hilft das Qualitätsmanagement immens und ich denke, die Schwestern sehen das auch so. Dass sie nämlich wissen, wenn das ist, dann passiert das.“

Qualitätssicherung macht Arbeit. Mit Qualitätsmanagement fällt sie aber leichter, findet der Nephrologe Dr. Bodo Stoschus. Ihm und seinem Team hat es bei der Erfüllung der strengen Vorgaben für qualitätsgesicherte Leistungen – wie etwa der Dialyse – geholfen, dass sie alle Praxisabläufe bereits mit Hilfe von Qualitätsmanagement strukturiert und verbindlich festgelegt hatten. Über diese Erfahrungen berichtet er und äußert seine Meinung dazu.