Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Carfilzomib

Der Beschluss zur Nutzenbewertung von Carfilzomib wurde aufgehoben und durch den Beschluss vom 15.02.2018 ersetzt.

Handelsname: Kyprolis®

Anwendungsgebiet: Behandlung des Multiplen Myeloms bei Erwachsenen, die mindestens eine Vortherapie erhalten haben, in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason*

Pharmazeutischer Unternehmer: Amgen

Beginn des Verfahrens: 15.12.2015

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 02.06.2016

Inhalt des Beschlusses:

Zwecksmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens

Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens auf Grundlage der Zulassungsstudien

Zusatznutzen ist nicht quantifizierbar

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Carfilzomib ist wie Bortezomib ein Proteasom-Inhibitor und hat durch selektive und irreversible Bindung an das 20S-Proteasom eine antiproliferative und proapoptotische Wirkung auf Zellen des multiplen Myeloms. Er wurde als Arzneimittel zur Behandlung eines seltenen Leidens (Orphan Drug) zugelassen. Der medizinische Zusatznutzen gilt deshalb bereits durch die Zulassung als belegt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bewertet ausschließlich das Ausmaß des Zusatznutzens auf Grundlage der Zulassungsstudien.

Die Nutzenbewertung erfolgte auf Basis einer offenen, randomisierten, kontrollierten multizentrischen Phase-III-Studie, in der insgesamt 792 Patienten mit rezidiviertem und/oder progredienten multiplen Myelom 1:1 zu Carfilzomib + Lenalidomid + 40 Milligramm Dexamethason und im Kontrollarm zu Lenalidomid + 40 Milligramm Dexamethason randomisiert wurden. Die Studie ist weiterhin aktiv und die Studienteilnehmer werden hinsichtlich Mortalität und Sicherheitsendpunkten weiter beobachtet. Aufgrund des offenen Studiendesigns ist das Verzerrungspotential hoch.

Hinsichtlich der Gesamtmortalität ergab sich im Vergleich zum Kontrollarm ein geringer Vorteil für Carfilzomib. In die Ergebnisse der Interimsanalyse zur Gesamtmortalität gingen nur 60 % der geplanten Ereignisse (510 Ereignisse) ein. Bis zum Datenschnitt verstarben im Interventionsarm 36,1 % und im Kontrollarm 40,9 %. Medianwerte zum Gesamtüberleben wurden in den beiden Studienarmen nicht erreicht. Die Mortalitätsdaten werden daher von der EMA als unreif angesehen. Der pharmazeutische Unternehmer legte Daten zur Lebensqualität vor, die mit unterschiedlichen Fragebögen erhoben wurden. Die Mittelwertdifferenzen waren für die Skala Gesundheitszustand/Lebensqualität des Fragebogens EORTC QLQ-C30 über alle Zyklen statistisch signifikant. Die klinische Relevanz der beobachteten Unterschiede konnte jedoch nicht bewertet werden, da keine validierte Relevanzschwelle für dieses Anwendungsgebiet vorlagen.

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden im Interventionsarm bei 59,7 % und im Kontrollarm bei 53,7 % beobachtet. Unerwünschte Ereignisse nach CTCAE Grad ≥ 3 traten im Interventionsarm statistisch signifikant häufiger als im Kontrollarm auf. Infektionen der oberen Atemwege, Husten, Diarrhoe und Nausea wurden im Interventionsarm statistisch signifikant häufiger als im Kontrollarm beobachtet. Zu Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse kam es unter Behandlung mit Carfilzomib bei 13,8 % und im Vergleichsarm bei 16,7 % der Patienten.

Wegen der noch unreifen Daten zur Mortalität bewertete der G-BA den Zusatznutzen von Carfilzomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason als nicht quantifizierbar.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die Europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Carfilzomib muss durch einen auf dem Gebiet der Onkologie und in der Therapie von Patienten mit Multiplen Myelom erfahrenen Facharzt erfolgen (Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie).