Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sacubitril/Valsartan

Handelsname: Entresto®

Anwendungsgebiet: Behandlung einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion*

Pharmazeutischer Unternehmer: Novartis Pharma

Beginn des Verfahrens: 01.01.2016

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 16.06.2016

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
Behandlung einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion* ACE-Hemmer
(Enalapril) in Kombination mit einem Betablocker
Patienten ohne Diabetes mellitus:
Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen
Patienten mit Diabetes mellitus:
Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Für die frühe Nutzenbewertung von Sacubitril/Valsartan legte der pharmazeutische Unternehmer die abgeschlossene, randomisierte, aktiv kontrollierte, doppelblinde Zulassungsstudie PARADIGM-HF vor. In die Studie wurden Erwachsene mit symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion eingeschlossen. Zusätzlich mussten die Patienten vor Einschluss mindestens vier Wochen eine stabile, leitlinienkonforme Behandlung ihrer Herzinsuffizienz erhalten haben. Die Behandlung umfasste die Verabreichung von ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Blockern zusammen mit Betablockern und ggf. Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten.

Die Studie sah für alle nach dem Screening eingeschlossene Patienten eine 5- bis 10-wöchige sequenzielle, einfach verblindete Run-in-Phase mit einer initialen Enalapril- und daran anschließender Sacubitril/Valsartan-Gabe vor. Damit sollte sichergestellt werden, dass alle Patienten die täglichen Zieldosen tolerieren. Dabei schieden insgesamt rund 20 % der zunächst vorgesehenen Patienten wegen Unverträglichkeit der Studienmedikation aus. Danach wurden 8.442 Patienten im Verhältnis 1:1 randomisiert. Im März 2014 wurde eine präspezifizierte Analyse basierend auf 1.744 Ereignissen des primären Endpunkts und 1.027 kardiovaskulär bedingten Todesfällen durchgeführt. Die Studie wurde daraufhin aufgrund des frühen Überlegenheitsnachweises vorzeitig beendet.

Positive Effekte gab es beim Endpunkt Gesamtmortalität, maßgeblich bedingt durch die kardiovaskuläre Mortalität. Zusätzlich zeigten sich auch bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität statistisch signifikante Ergebnisse zugunsten von Sacubitril/Valsartan. Negative Effekte beim Endpunkt Hypotonie stellen die positiven Effekte von Sacubitril/Valsartan nicht infrage. Die Auswertung der Subgruppenanalysen zum Merkmal „Diagnose eines Diabetes mellitus“ belegte eine Effektmodifikation beim Endpunkt Gesamtmortalität. Für Patienten mit der Begleiterkrankung Diabetes mellitus zeigte sich lediglich ein Vorteil bei der Lebensqualität, nicht aber bei der Gesamtmortalität.

In der Gesamtschau kam der G-BA zu folgendem Ergebnis: Für Patienten ohne Diabetes mellitus liegt ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen und für Patienten mit Diabetes mellitus ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Sacubitril/Valsartan vor. Aufgrund diverser Unsicherheiten der Zulassungsstudie sah es der G-BA als sachgerecht an, die Aussagesicherheit des Zusatznutzens auf einen Anhaltspunkt herabzustufen.

Hinweise für die Praxis

1. Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Patienten mit symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion, die zuvor nicht mit einem ACE-Hemmer oder einem AT1-Rezeptorblocker (ggf. in Kombination mit einem Betablocker und/oder Aldosteronantagonisten) vorbehandelt worden sind, wurden in der Zulassungsstudie PARADIGM-HF nicht untersucht.

2. Praxisbesonderheit

Sacu­bi­tril/Vals­artan wird ab dem ersten Behandlungsfall als Praxisbesonderheit anerkannt. Dies gilt für die Anwendungsgebiete, bei denen der Gemeinsame Bundesausschuss einen Zusatznutzen festgestellt hat.

Vereinbarung über die Anerkennung der Verordnung von Sacu­bi­tril/Vals­artan als Praxisbesonderheit