Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Ivacaftor

Handelsname: Kalydeco®

Anwendungsgebiet: Erweiterung des bisherigen Anwendungsgebiets (Gating-Mutationen G551D, G1244E, G1349D, G178R, G551S, S1251N, S1255P, S549N; S549R) um den Altersbereich ab 2 bis einschließlich 5 Jahre und Erweiterung um Erwachsene mit einer R117H-Mutation im CFTR-Gen*

Pharmazeutischer Unternehmer: Vertex Pharmaceuticals

Beginn des Verfahrens: 15.12.2015

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 02.06.2016

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
zystische Fibrose* Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens auf Grundlage der Zulassungsstudien a) Kinder zwei bis fünf Jahre mit einer Gating-Mutation: Zusatznutzen nicht quantifizierbar
b) Erwachsene mit einer R117H-Mutation: geringer Zusatznutzen

* Die Änderung des Anwendungsgebiets ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Ivacaftor war zunächst nur zur Behandlung der zystischen Fibrose bei Patienten ab 6 Jahre mit einer G551D-Mutation im CFTR-Gen zugelassen. Der Beschluss zur frühen Nutzenbewertung wurde am 07.02.2013 verkündet. Infolge einer Erweiterung des Anwendungsgebiets werden nun auch Patienten mit zystischer Fibrose mit einer anderen Gating-Mutation als G551D berücksichtigt. Die frühe Nutzenbewertung erfolgte am 19.02.2015. Inzwischen kam es zu einer weiteren Indikationsausweitung (siehe oben).

Da Ivacaftor ein Arzneimittel zur Behandlung eines seltenen Leidens (Orphan Drug) ist, gilt der medizinische Zusatznutzen bereits durch die Zulassung als belegt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bewertet ausschließlich das Ausmaß des Zusatznutzens auf Grundlage der in den Zulassungsstudien vom pharmazeutischen Unternehmer gewählten Vergleichstherapie.

Die zur Zulassung für die Patientengruppe a) führende Studie VX08-770-108 ist eine einarmige, offene Phase-III-Studie, in der die Sicherheit und Wirksamkeit von Ivacaftor über einen Zeitraum von 24 Wochen untersucht wurden. Primäres Studienziel war die Arzneimittelsicherheit. Die sekundären, potentiell patientenrelevanten Endpunkte zur Untersuchung der Wirksamkeit und Verträglichkeit waren Lungenfunktionsuntersuchungen, die Inzidenz von Exazerbationen und die Häufigkeit von Nebenwirkungen.

Zur Nutzenbewertung von Ivacaftor bei der Patientengruppe b) lag die Studie VX08-770-110 vor, eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Phase-III-Studie zur 24-wöchigen Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Ivacaftor. Pulmonale Exazerbationen, insbesondere diejenigen, die zu einer Krankenhauseinweisung oder einer intravenösen Antibiotikagabe führen, stellen einen klinisch relevanten Endpunkt dar und sind als patientenrelevant anzusehen. Die Häufigkeit pulmonaler Exazerbationen unterschied sich geringfügig, jedoch nicht signifikant zugunsten von Ivacaftor. Die Veränderung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, einschließlich der Domäne Atmungssystem, zeigte in der Mehrzahl der Domänen des revidierten Cystic Fibrosis Questionnaire signifikante Unterschiede zugunsten von Ivacaftor.

Der G-BA kam für das Anwendungsgebiet a) zu dem Ergebnis, dass aufgrund des fehlenden Vergleichsarms in der Zulassungsstudie ein nicht quantifizierbarer Zusatznutzen vorliegt. Für das Anwendungsgebiet b) liegt aufgrund der Vorteile bei der Lebensqualität ein geringer Zusatznutzen vor.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Behandlung sollte von CF-Einrichtungen initiiert und regelmäßig überwacht werden, die besondere Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von diesen Patienten haben.