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Crizotinib

Handelsname: Xalkori®

Anwendungsgebiet: Erstlinienbehandlung des Anaplastische-Lymphom-Kinase(ALK)-positiven, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms*

Pharmazeutischer Unternehmer: Pfizer Deutschland

Beginn des Verfahrens: 01.01.2016

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 16.06.2016

Inhalt des Beschlusses:

Indikation  zweckmäßige Vergleichstherapie  Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens 
Erstlinienbehandlung des ALK-positiven, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms* Patienten mit ECOG-Performance-Status 0, 1 oder 2:
  • Cisplatin + Drittgenerationszytostatikum (Vinorelbin, Gemcitabin, Docetaxel, Paclitaxel oder Pemetrexed) oder
  • Carboplatin + Drittgenerationszytostatikum (nur für Patienten mit erhöhtem Risiko für Cisplatin-induzierte Nebenwirkungen im Rahmen einer Kombinationstherapie)
Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen
Patienten mit ECOG-Performance-Status 2:
  • alternativ zur Platin-basierten Kombinationsbehandlung: Monotherapie mit Gemcitabin oder Vinorelbin
Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.

Zusammenfassung:

Crizotinib war zunächst nur zur Behandlung des vorbehandelten ALK-positiven, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms zugelassen. Im Dezember 2015 erfolgte die Zulassungserweiterung für die Erstlinientherapie.

Grundlage der Nutzenbewertung von Crizotinib in der neuen Indikation war die randomisierte, offene Zulassungsstudie PROFILE 1014. Bei 343 therapienaiven Patienten wurde Crizotinib entweder mit Cisplatin oder Carboplatin jeweils in Kombination mit Pemetrexed verglichen.

Für Crizotinib zeigten sich bei allen Lebensqualitätsparametern sowie bei den Morbiditätsparametern Schmerz, Luftnot und Husten teils sehr große Vorteile. Bei den schweren Nebenwirkungen sowie bei den Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse zeigte sich ebenfalls ein Vorteil. Nachteile gab es insbesondere beim Endpunkt Diarrhoe. Beim Gesamtüberleben zeigten sich keine Unterschiede. Allerdings hatten zum Zeitpunkt der Auswertung bereits über 70 % der Patienten von der Möglichkeit zum Cross-Over in den Crizotinib-Arm nach Progress Gebrauch gemacht, so dass hier von einer starken Verzerrung zuungunsten von Crizotinib auszugehen war.

Insgesamt sah der Gemeinsame Bundesausschuss bei Crizotinib in der Erstlinienbehandlung des ALK-positiven, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms.einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Crizotinib sollte nur durch in der Therapie von Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom erfahrene Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie sowie durch Fachärzte für Innere Medizin und Pneumologie oder Fachärzte für Lungenheilkunde und weitere, an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmende Ärzte anderer Fachgruppen erfolgen.

ALK-Nachweis
Für die Auswahl der Patienten zur Behandlung mit Crizotinib ist ein akkurates und validiertes Verfahren des ALK-Nachweises erforderlich. Der ALK-positive NSCLC-Status sollte vor Beginn der Therapie mit Crizotinib erwiesen sein. Die Beurteilung sollte von Laboren durchgeführt werden, die nachweislich über Expertise der spezifischen angewendeten Technologien verfügen.

Nicht-Adenokarzinom-Histologie
Für Patienten mit ALK-positivem NSCLC mit Nicht-Adenokarzinom-Histologie, einschließlich Plattenepithelkarzinom, liegen nur begrenzt Informationen vor.

Zulassung unter besonderen Bedingungen
Dieses Arzneimittel wurde unter „Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere Nachweise für den Nutzen des Arzneimittels erwartet werden, einschließlich der endgültigen OS-Ergebnisse der randomisierten Phase-3-Studie 1007. Die EMA wird neue Informationen zu diesem Arzneimittel mindestens jährlich bewerten und, falls erforderlich, wird die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels aktualisiert werden.