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Mepolizumab

Handelsname: Nucala®

Anwendungsgebiet: Zusatzbehandlung bei schwerem refraktärem eosinophilem Asthma*

Pharmazeutischer Unternehmer: GlaxoSmithKline

Beginn des Verfahrens: 01.02.2016

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 21.07.2016

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zwecksmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
Zusatzbehandlung bei schwerem refraktärem eosinophilem Asthma* a) Erwachsene, die nicht oder nur im Rahmen von akuten Exazerbationen mit oralen Kortikosteroiden behandelt werden
patientenindividuelle Therapieeskalation der mittel- bis hochdosierten inhalativen Kortikosteroide und der langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) ggf. mit oralen Kortikosteroiden (kurzzeitig) in der niedrigst-wirksamen Dosis oder mit Tiotropium oder ggf. bei IgE-vermittelter Pathogenese des Asthmas Omalizumab zusätzlich zu hochdosierten inhalativen Kortikosteroiden und langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) und ggf. der oralen Kortikosteroidtherapie

Zusatznutzen ist nicht belegt

b) Erwachsene, die auch über die Behandlung akuter Exazerbationen hinaus regelmäßig mit oralen Kortikosteroiden behandelt werden
analog Patientengruppe a) Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Für einen direkten Vergleich legte der pharmazeutische Unternehmer die randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien MENSA und SIRIUS mit einer Behandlungsdauer von 32 bzw. 24 Wochen vor. Studienteilnehmer waren Patienten ab 12 Jahren mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma. In den für die Nutzenbewertung herangezogenen Behandlungsarmen erhielten sie zusätzlich zu ihrer bestehenden Asthma-Erhaltungstherapie 100 µg Mepolizumab (subcutan) oder Placebo.

Insbesondere, weil im Kontrollarm keine leitliniengerechte Eskalation der Kontrollmedikation durchgeführt wurde, konnte die MENSA-Studie nicht zur Nutzenbewertung herangezogen werden. In der SIRIUS-Studie wurden alle Patienten dauerhaft mit oralen Kortikosteroiden (OCS) als Kontrollmedikation behandelt. Im Verlauf der Studie erfolgte eine stufenweise Reduktion der OCS-Dosis bis zu einer Verschlechterung der Asthma-Symptomatik bzw. bis zum Auftreten von Exazerbationen. Daher konnten die Ergebnisse zu den Morbiditätsendpunkten (Asthma-Symptomscore, Exazerbationen) nicht herangezogen werden. Im Mepolizumab-Arm konnte die OCS-Dosis bei einem statistisch signifikant höheren Anteil von Patienten ≤ 5 mg/Tag Prednison-äquivalent gesenkt werden als im Kontrollarm.

Die Reduktion der OCS-Dosis wurde als relevantes Surrogat für die Vermeidung Glukokortikoid-induzierter Nebenwirkungen angesehen. Insbesondere aufgrund der Unsicherheiten hinsichtlich der Umsetzung der Eskalationstherapie im Vergleichsarm stufte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Aussagewahrscheinlichkeit als Anhaltspunkt ein. Basierend auf der gering ausgeprägten OCS-Dosisreduktion ohne Erreichen einer statistischen Signifikanz für den vollständigen Verzicht auf OCS ergab sich somit für Patienten mit schwerem, refraktären eosinophilen Asthma, die auch über die Behandlung akuter Exazerbationen hinaus regelmäßig mit OCS behandelt werden, ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Mepolizumab.

Für Patienten mit schwerem, refraktären eosinophilen Asthma, die nicht oder nur im Rahmen akuter Exazerbationen mit OCS behandelt werden, ist ein Zusatznutzen nicht belegt, da sie nur in der MENSA-Studie eingeschlossen waren. Diese wurde aber, wie ausgeführt, nicht zur Nutzenbewertung herangezogen.

Da Tiotropium mittlerweile ab GINA-Stadium 4 eine wichtige und im Gegensatz zu OCS nebenwirkungsarme Therapieoption darstellt, zum Zeitpunkt der Studiendurchführung aber noch nicht zugelassen war, wurde der Beschluss auf drei Jahre befristet. Der pharmazeutische Unternehmer wurde aufgefordert, die Ergebnisse einer neuen Studie unter Berücksichtigung von insbesondere Tiotropium als Bestandteil der Eskalationstherapie vorzulegen.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.