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Bundeseinheitlicher Medikationsplan: Wer, wie und was?

Patientin Dreikrank bei ihrem Hausarzt Doktor Hilfgut.

Er stellt ihr heute einen Medikationsplan aus. Den kann sie nun verlangen.

Denn: Sie nimmt dauerhaft drei verschiedene Medikamente ein, die systemisch wirken und zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden.

Dauerhaft heißt: länger als 28 Tage.

Dr. Hilfgut trägt darin alle Medikamente ein – mit ihrer Hilfe auch jene, die sie rezeptfrei in der Apotheke gekauft hat; oder jene, die ihr andere Ärzte verordnet haben.

Die Verantwortung für die verschriebenen Arzneimittel liegt unverändert beim jeweils verschreibenden Arzt.

Aufzulisten sind unter anderem:

der Wirkstoff,

die Dosierung,

der Einnahmegrund sowie

gegebenenfalls sonstige Hinweise zur Einnahme.

Der Medikationsplan erhält auch einen Barcode mit allen Informationen – digitalisiert. Dies soll das Aktualisieren erleichtern – wenn jeweils ein entsprechender Scanner vorhanden ist.

Denn Frau Dreikrank war inzwischen bei Apothekerin Mischgut und bei Dr. Herzgut. Beide haben den Medikationsplan ihrerseits ergänzt.

Dr. Hilfgut wiederum muss ihn entsprechend aktualisieren – denn er ist der ursprüngliche Ersteller.

Hätte Frau Dreikrank keinen Hausarzt, wäre dies die Pflicht ihres Facharztes, der ihre Arzneimitteltherapie überwiegend koordiniert. Beispielsweise ein Nephrologe.

Der bundeseinheitliche Medikationsplan muss im Praxisverwaltungssystem hinterlegt werden. Dazu sind die Softwarehersteller verpflichtet. Spätestens bis zum 1. April 2017.

Dr. Hilfgut händigt seiner Patientin den Medikationsplan in Papierform aus. Ab 2018 soll er ihn auf ihren Wunsch auch auf ihrer elektronischen Gesundheitskarte speichern können.

Ausführliche Informationen rund um den Medikationsplan – etwa zur Vergütung – finden Sie im Internetangebot der KBV.

Ab 1. Oktober haben gesetzlich krankenversicherte Patientinnen und Patienten Anspruch auf einen Medikationsplan – wenn sie mindestens drei zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnete, systemisch wirkende Medikamente dauerhaft einnehmen. Grundlage für diesen bundeseinheitlichen Medikationsplan ist das E-Health-Gesetz. Damit will der Gesetzgeber die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöhen; sprich: Der Arzt soll den Patienten bei der richtigen und gefahrlosen Einnahme seiner Medikamente noch stärker unterstützen.

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