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Urlaubsvertretung

Urlaubsvertretung

Was Ärzte vor dem Urlaub beachten müssen

Ich bin dann mal weg?

Vertragsärzte dürfen nicht einfach so in den Urlaub fahren. Damit die medizinische Versorgung der Patienten gewährleistet ist, müssen sie für ihre Sprechstunden eine Vertretung in der Umgebung organisieren.

Soll der Urlaub länger als eine Woche dauern, sind Ärzte verpflichtet, dies ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) mitzuteilen. Dies kann formlos erfolgen, einige KVen bieten ein Formular an. Der Vertragsarzt gibt dabei den Namen des Vertreters an. Wichtig ist, dass dieser Bescheid weiß und die Vertretung mit ihm abgesprochen ist.

Patienten informieren: Aushang an der Praxis

Auch wenn Ärzte nur einen Brückentag frei nehmen oder ein verlängertes Wochenende vereisen, müssen sie eine Vertretung organisieren. Sie brauchen dann nicht ihre KV informieren, aber ihre Patienten „in geeigneter Weise“ – zum Beispiel durch einen Aushang an der Praxistür und eine Ansage auf dem Anrufbeantworter.

Einfach auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu verweisen, geht nicht. Vielmehr muss der Vertragsarzt sowohl für seine Sprechstunden, als auch für seine Bereitschaftsdienste eine Urlaubsvertretung organisieren

Vertretung: drei Monate sind möglich

Vertragsärzte können sich innerhalb von zwölf Monaten bis zu drei Monate vertreten lassen. Wird mehrmals Urlaub gemacht, werden die Zeiten addiert. Neben dem Urlaub sind unter anderem auch Krankheit, ärztliche Fortbildungen oder die Teilnahme an Wehrübungen Gründe, bei denen Ärzte eine Vertretung organisieren müssen.

Wer darf wen vertreten?

Ein Vertragsarzt darf sich grundsätzlich nur von einem Kollegen mit abgeschlossener Weiterbildung in demselben Fachgebiet vertreten lassen, für das er selbst zugelassen ist. Das kann auch ein Krankenhausarzt sein, da die Kassenzulassung keine Voraussetzung für die Vertretung ist.

Zudem sind Ausnahmen möglich. Wer sich beispielsweise von einem Kollegen, der im letzten Abschnitt der Weiterbildung ist, vertreten lassen möchte, kann sich bei seiner KV erkundigen, ob er dies tun kann.

Der Vertreter darf nur Leistungen durchführen und abrechnen, für die der Vertragsarzt, den er vertritt, qualifiziert ist. Ist für eine Leistung eine besondere Genehmigung erforderlich, muss auch der Vertreter diese Qualifikation besitzen.

Kollegen in einer Gemeinschaftspraxis, die die gleiche fachliche Qualifikation besitzen und dem gleichen Versorgungsbereich (hausärztlich/fachärztlich) angehören, können sich gegenseitig vertreten. Das gilt auch für angestellte Ärzte, die „ihren Chef“ vertreten können.

Vertretung bei Psychotherapeuten nicht ohne weiteres möglich

Aufgrund der besonders engen Patienten-Therapeuten-Beziehung ist eine Vertretung bei Psychotherapeuten nicht ohne weiteres möglich. Laut Bundesmantelvertrag dürfen sie sich bei den probatorischen Sitzungen und bei der genehmigten Psychotherapie grundsätzlich nicht vertreten lassen. Das gilt für alle ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten sowie für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Die Regelungen zur Vertretung sind im Bundesmantelvertrag und in der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte zu finden.

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