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Daratumumab

Der Beschluss zur Nutzenbewertung von Daratumumab wurde aufgehoben und durch den Beschluss vom 15.02.2018 ersetzt.

Handelsname: Darzalex®

Anwendungsgebiet:

  • Behandlung des rezidivierten und refraktären multiplen Myeloms bei Erwachsenen, die mit einem Proteasom-Inhibitor und einem Immunmodulator behandelt wurden und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression zeigten*

Pharmazeutischer Unternehmer: Janssen-Cilag

Beginn des Verfahrens: 01.06.2016

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 01.12.2016

Inhalt des Beschlusses:

Zweckmäßige Vergleichstherapie  Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens 
Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens auf Grundlage der Zulassungsstudie Zusatznutzen ist nicht quantifizierbar

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.

Zusammenfassung:

Daratumumab gilt als Arzneimittel zur Behandlung eines seltenen Leidens (Orphan Drug). Der medizinische Zusatznutzen gilt bei Orphan Drugs bereits durch die Zulassung als belegt. Das Ausmaß des Zusatznutzens bestimmt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) anhand der Zulassungsstudien.

Die Nutzenbewertung basierte auf der einarmigen, offenen, multizentrischen Phase-II-Studie SIRIUS. In dieser wurden insgesamt 106 Patienten mit Daratumumab behandelt, die mindestens drei Vortherapien einschließlich eines Proteasominhibitors (PI) (Bortezomib, Carfilzomib) und eines Immunmodulators (IMiD) (Lenalidomid, Pomalidomid) erhalten hatten oder doppelt refraktär gegenüber einem PI und einem IMiD waren. Hinzugezogen wurde außerdem die offene, multizentrische, nicht randomisierte Studie GEN501, in der insgesamt 42 Patienten mit Daratumumab behandelt wurden, die rezidiviert oder refraktär auf mindestens zwei Vortherapien mit IMiD, PI, Chemotherapie oder autologer Stammzelltransplantation waren und keine weitere Behandlungsoptionen hatten.

Der pharmazeutische Unternehmer führte im Dossier einen indirekten Vergleich und einen Matching-adjustierten indirekten Vergleich dieser Studiendaten zu Daratumumab mit Daten der klinischen Studie NIMBUS zu Pomalidomid in Kombination mit niedrig dosiertem Dexamethason durch.

Aus Sicht des G-BA konnte die Studie GEN501 nicht zur Nutzenbewertung herangezogen werden, da die Studienpopulation nicht vollständig dem Anwendungsgebiet entsprach. Auch die indirekten Vergleiche, die auf den gepoolten Patienten beider Studien beruhten, waren daher nicht heranziehbar. Darüber hinaus lagen nicht ausreichend Daten zur Vergleichbarkeit der Studienpopulationen vor.

Das mediane Gesamtüberleben betrug in der SIRIUS-Studie 17,5 Monate. Daten zur Krankheitssymptomatik und gesundheitsbezogener Lebensqualität wurden nicht erhoben. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden bei 30 % der Patienten beobachtet, am häufigsten Pneumonie. Häufige unerwünschte Ereignisse waren grippeähnliche Infusionsreaktionen, Husten, Übelkeit, Rückenschmerzen, Infektionen der oberen Atemwege, Anämie sowie Neutro- und Thrombozytopenie.

Der G-BA befand, dass die Wirksamkeit und Sicherheit von Daratumumab wegen der unsicheren, unkontrollierten Datenlage nicht abschließend bewertbar waren und konsentierte einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen.

Hinweise für die Praxis

1. Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Daratumumab muss durch in der Therapie von Patienten mit multiplem Myelom erfahrene Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie erfolgen.

Daratumumab wurde unter „Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere Nachweise für den Nutzen des Arzneimittels erwartet werden. Die EMA wird neue Informationen zu diesem Arzneimittel mindestens jährlich bewerten und die Fachinformation, falls erforderlich, aktualisieren.

Gemäß der Vorgaben für zusätzliche Maßnahmen zur Risikominimierung ist seitens des pharmazeutischen Unternehmers Schulungsmaterial zur Verfügung zu stellen. Das Schulungsmaterial für das medizinische Fachpersonal und Blutbanken enthält Anweisungen zum Umgang mit den durch Daratumumab bedingten Risiken für Interferenzen mit Blutgruppenbestimmungen (indirekter Antihumanglobulintest bzw. Coombs-Test) und einen Patientenausweis.

2. Praxisbesonderheit

Daratumumab wird ab dem ersten Behandlungsfall als Praxisbesonderheit anerkannt. Dies gilt für die Anwendungsgebiete, bei denen der Gemeinsame Bundesausschuss einen Zusatznutzen festgestellt hat.

Vereinbarung über die Anerkennung der Verordnung von Daratumumab als Praxisbesonderheit