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Pembrolizumab

Handelsname: Keytruda®

Anwendungsgebiet: Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms mit PD-L1 exprimierenden Tumoren nach vorheriger Chemotherapie*

Pharmazeutischer Unternehmer: MSD Sharp & Dohme

Beginn des Verfahrens: 15.08.2016

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 02.02.2017

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms mit PD-L1 exprimierenden Tumoren nach vorheriger Chemotherapie* a) Patienten, für die eine Therapie mit Docetaxel, Pemetrexed oder Nivolumab angezeigt ist
Docetaxel, Pemetrexed oder Nivolumab (Pemetrexed: außer bei überwiegend plattenepithelialer Histologie) Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen
b) Patienten, für die eine Therapie mit Docetaxel, Pemetrexed und Nivolumab NICHT angezeigt ist
Best Supportive Care** Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.  ** Als „Best Supportive Care“ wird die Therapie verstanden, die eine bestmögliche, patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität gewährleistet.


Zusammenfassung:

Pembrolizumab ist seit August 2015 zur Behandlung des malignen Melanoms in Verkehr. Durch eine Zulassungserweiterung kann der Wirkstoff seit August 2016 auch eingesetzt werden zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms nach einer vorherigen Chemotherapie.

Die Bewertung von Pembrolizumab bei der Behandlung der Patientengruppe a) basierte auf zwei Studienarmen der randomisierten, offenen, dreiarmigen Phase-III-Zulassungsstudie Keynote 010 bei 688 Patienten mit PD-L1 (Programmed-Death-Ligand 1) exprimierendem Tumor und Progression nach einer Chemotherapie bzw. Behandlung mit Tyrosinkinase-Hemmern.

Beim medianen Gesamtüberleben zeigte sich für Pembrolizumab gegenüber Docetaxel ein Vorteil von 8,2 Wochen. Teilweise sehr große Vorteile wurden bei den mit einem Morbiditätsfragebogen erfassten Endpunkten Alopezie, Mundschmerzen und periphere Neuropathie beobachtet. Im Bereich der Arzneimittelsicherheit zeigten sich große Vorteile bei der Zeit bis zum Auftreten von schweren unerwünschten Ereignissen (31,1 versus 10,3 Monate) sowie bei Therapieabbrüchen wegen unerwünschten Ereignissen. Nachteile waren nur bei den für diese Wirkstoffgruppe typischen spezifischen immunvermittelten Nebenwirkungen zu verzeichnen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat für die Patientengruppe a) einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Pembrolizumab festgestellt.

Für die Patientengruppe b) lagen keine Daten zur Bewertung von Pembrolizumab gegenüber Best Supportive Care als zweckmäßige Vergleichstherapie vor. Deshalb ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Pembrolizumab darf nur durch in der Therapie von Patienten mit nicht kleinzelligem Lungenkarzinom erfahrene Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie sowie durch Fachärzte für Innere Medizin und Pneumologie oder Fachärzte für Lungenheilkunde und weitere an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmende Ärzte anderer Fachgruppen erfolgen.

Entsprechend der Anforderungen an die Aktivitäten zur Risikominimierung im EPAR (European Public Assessment Report) muss der Hersteller folgendes Informationsmaterial zu Pembrolizumab zur Verfügung stellen:

  • Schulungs- und Informationsmaterial für Arzt/medizinisches Fachpersonal
  • Schulungs- und Informationsmaterial für Patienten

Für Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand liegen keine Studiendaten zur Beurteilung des Zusatznutzens vor.

Vor Beginn einer Behandlung mit Pembrolizumab sollte regelhaft der PD-L1-Status der Tumoren vorliegen. Bei der Bestimmung des PD-L1-Status des Tumors sollte eine entsprechend validierte und robuste Methode verwendet werden, um falsch-negative oder falsch-positive Bestimmungen zu minimieren.