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Crizotinib

Handelsname: Xalkori®

Anwendungsgebiet: Behandlung des vorbehandelten Anaplastische-Lymphom-Kinase (ALK)-positiven, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms*

Pharmazeutischer Unternehmer: Pfizer Deutschland

Beginn des Verfahrens: 01.07.2016

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 15.12.2016

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
Behandlung des vorbehandelten ALK-positiven, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms*

a) Patienten, bei denen eine Chemotherapie angezeigt ist
Docetaxel oder Pemetrexed Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen
b) Patienten, bei denen eine Chemotherapie NICHT angezeigt ist
Best-Supportive-Care** Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.  ** Als „Best Supportive Care“ wird die Therapie verstanden, die eine bestmögliche, patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität gewährleistet.


Zusammenfassung:

Bei der erstmaligen Nutzenbewertung von Crizotinib wurde für Patienten, bei denen eine Chemotherapie angezeigt ist, ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen festgestellt. Für die anderen Patienten ließ sich kein Zusatznutzen belegen (Beschluss vom 02.05.2013). Der Beschluss wurde befristet und der pharmazeutische Unternehmer aufgefordert, weitere Daten insbesondere zu der damals noch laufenden Studie PROFILE 1007 vorzulegen.

Der erneuten Nutzenbewertung nach Fristablauf lagen somit auch die Ergebnisse der offenen, randomisierten kontrollierten, multizentrischen Zulassungsstudie PROFILE 1007 zu den Endpunkten „Gesamtüberleben“ und „Sicherheit“ zugrunde (2. Datenschnitt). Beim Eintritt einer Progression konnten die Patienten des Chemotherapie-Arms patientenindividuell zu einer Behandlung mit Crizotinib wechseln. Für die Endpunkte „Morbidität“ und „gesundheitsbezogene Lebensqualität“ wurden keine neuen Daten vorgelegt, sondern wieder die Ergebnisse des 1. Datenschnittes.

Das Gesamtüberleben betrug im Crizotinib-Arm 21,7 Monate und im Vergleichsarm 21,9 Monate. Allerdings waren die Daten nicht aussagekräftig, da der Anteil der Patienten mit Treatment Switching von 62 % im 1. Datenschnitt auf 87 % im 2. Datenschnitt angestiegen war. Die Datenlage war somit deutlich unsicherer als zum 1. Datenschnitt und konnte nicht zur Bewertung herangezogen werden. Deshalb wurden für die Neubewertung die Daten, die bereits der Erstbewertung zugrunde lagen, erneut herangezogen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss stellte bei den Patienten, für die eine Chemotherapie infrage kommt, aufgrund der Vorteile bei der Morbidität und gesundheitsbezogenen Lebensqualität einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Crizotinib fest. Für die zweite Subgruppe (Patienten, bei denen eine Chemotherapie nicht angezeigt ist) legte der pharmazeutische Unternehmer keine geeigneten Studien vor. Ein Zusatznutzen von Crizotinib gegenüber Best-Supportive-Care ist daher nicht belegt.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Crizotinib darf nur durch in der Therapie von Patienten mit fortgeschrittenem Bronchialkarzinom erfahrene Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie, Fachärzte für Innere Medizin und Pneumologie sowie Fachärzte für Lungenheilkunde und weitere an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmende Ärzte anderer Fachgruppen erfolgen.

Von dem zugelassenen Anwendungsgebiet umfasst sind Patienten im Alter von 65 Jahren oder älter sowie Patienten mit ALK-positivem NSCLC mit Nicht-Adenokarzinom-Histologie. Für diese Patientengruppen liegen nur begrenzt Informationen zur Beurteilung der Therapie mit Crizotinib vor.

Entsprechend der Anforderungen an die Aktivitäten zur Risikominimierung im European Public Assessment Report muss der pharmazeutische Unternehmer den Ärzten ein Informationspaket zur Verfügung stellen, dass Sicherheitsinformationen in Bezug auf QTc-Verlängerungen, Sehstörungen sowie CYP3A4-abhängige Wechselwirkungen enthält. Zudem ist jedem Patienten Informationsmaterial sowie ein Notfallausweis zu übergegeben.