Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Veranstaltungen

23. Anbietermeeting der KBV am 25. September 2017

Großes Interesse an der Telematikinfrastruktur

Mit umfangreichen Informationen rund um die Telematikinfrastruktur (TI) hat die KBV Vertreter der Software-Industrie zu ihrem 23. Anbietermeeting eingeladen. Wie auch beim Anbietermeeting vom vergangenen Jahr waren an die 140 Teilnehmer, darunter auch Vertreter der KVen, anwesend. Sie brachten zahlreiche fachliche Fragen und Anregungen an die KBV mit. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion rund um die Umsetzung der einzelnen TI-Komponenten und die damit verbundenen Anforderungen an die Softwarehersteller.

 Vorträge der Veranstaltung

Ganzen Text anzeigen

Kriedel: „Wir wollen uns nicht unter Druck setzen lassen“

„Den Rollout der Telematik-Infrastruktur kann man nicht mehr leugnen oder wegdiskutieren. Das wird so kommen“, stellte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel gleich zu Beginn seiner Begrüßungsrede klar. „Aus Sicht der EU-Kommission hängt Deutschland in Sachen Digitalisierung deutlich hinterher, doch wir wollen uns nicht unter Druck setzen lassen. Wir wollen eine vernünftige Digitalisierung. Digitale Anwendungen müssen dem Patienten nützen sowie wirtschaftlich sinnvoll und interoperabel sein“, beschwichtigte Kriedel. Er gab auch zu verstehen, dass die KBV sich nicht allzu sehr in die Arbeitsabläufe der Industrie einmischen wolle, doch der Gesetzgeber habe die TI vorgegeben und nun läge es bei der Industrie, die einzelnen Komponenten entsprechend der gematik-Spezifikationen zu liefern. Ziel sei eine Telematik-Infrastruktur, die für digitale medizinische Anwendungen nutzbar ist.

  • KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel: "Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Zweck." Foto: KBV/Ackermann

    KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel: "Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Zweck." Foto: KBV/Ackermann

  • Bernd Greve, Leiter des Dezernats Telematik der KBV: "Es ist unser Anliegen, dass im kommenden Jahr die nötigen Komponenten für Praxisverwaltungssysteme und das VSDM gegeben sind." Foto: KBV/Ackermann

    Bernd Greve, Leiter des Dezernats Telematik der KBV: "Es ist unser Anliegen, dass im kommenden Jahr die nötigen Komponenten für Praxisverwaltungssysteme und das VSDM gegeben sind." Foto: KBV/Ackermann

  • Softwarehersteller hatten Gelegenheit, alle ihre Fragen zum TI-Rollout an die KBV und die gematik zu stellen. Foto: KBV/Ackermann

    Softwarehersteller hatten Gelegenheit, alle ihre Fragen zum TI-Rollout an die KBV und die gematik zu stellen. Foto: KBV/Ackermann

Kriedel: „Wir wollen uns nicht unter Druck setzen lassen“

„Den Rollout der Telematikinfrastruktur kann man nicht mehr leugnen oder wegdiskutieren. Das wird so kommen“, stellte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel gleich zu Beginn seiner Begrüßungsrede klar.

„Aus Sicht der EU-Kommission hängt Deutschland in Sachen Digitalisierung deutlich hinterher, doch wir wollen uns nicht unter Druck setzen lassen. Wir wollen eine vernünftige Digitalisierung. Digitale Anwendungen müssen dem Patienten nützen sowie wirtschaftlich sinnvoll und interoperabel sein“, beschwichtigte Kriedel.

 Er gab auch zu verstehen, dass die KBV sich nicht allzu sehr in die Arbeitsabläufe der Industrie einmischen wolle, doch der Gesetzgeber habe die TI vorgegeben und nun läge es bei der Industrie, die einzelnen Komponenten entsprechend der gematik-Spezifikationen zu liefern. Ziel sei eine Telematikinfrastruktur, die für digitale medizinische Anwendungen nutzbar ist.

″Wir wollen eine vernünftige Digitalisierung. Digitale Anwendungen müssen dem Patienten nützen sowie wirtschaftlich sinnvoll und interoperabel sein.″ Dr. Thomas Kriedel

Zum aktuellen Stand der Telematik-Infrastruktur referierte Alexander Beyer, Geschäftsführer der gematik. „Die technischen Vorgaben, die wir gemacht haben, funktionieren“, betonte er. Über eine Million Online-Prüfungen hätten ergeben, dass die Vorgaben der gematik für die Telematikinfrastruktur betriebsreif seien. Im Folgenden ging Beyer auf die einzelnen TI-Komponenten im Detail ein.

Aus dem Publikum gab es unter anderem viele Fragen zum geplanten Routinebetrieb der TI in der Arztpraxis. Dazu äußerte sich noch einmal Dr. Kriedel: „Wir haben Test-Konnektoren erprobt und die Praxen waren nicht durchweg davon begeistert, aber wir gehen davon aus, dass bei den Konnektoren, die in den Routinebetrieb gehen, die bisherigen Probleme nicht auftreten.“

″Wir begrüßen die Telematikinfrastruktur. Nur sie wird das Gesundheitswesen sektorenübergreifend vernetzen können. ″ Bernd Greve (KBV)

Ärzte müssen auf Vertragsbedingungen achten

Bernd Greve, stellvertretender Leiter des Dezernats Informationstechnik, Telematik und Telemedizin (Dezernat 6) der KBV erläuterte die gesamte Funktionsweise der Telematikinfrastruktur aus der Perspektive der Praxen anschließend im Detail. Dabei ging er auch auf die Finanzierungsvereinbarung für die TI ein.

Er betonte, dass der Vertrag, den ein Praxisinhaber mit einem Anbieter eingeht, aus Sicht der KBV die Verfügbarkeit der Telematikinfrastruktur für die Praxis während der Vertragslaufzeit in jeder Hinsicht gewährleisten müsse. „Ärzte müssen zum Beispiel darauf achten, dass der Konnektor laut Vertrag ausgetauscht werden kann, wenn er nicht funktioniert“, erklärte er.

In der Finanzierungsvereinbarung seien nicht nur die Anschaffung der Geräte und die laufenden Betriebskosten, sondern auch ein gewisser Anteil für Ausfälle mit einkalkuliert. Die KBV habe sich bereits umfassend mit den praktischen Herausforderungen der TI auseinandergesetzt und dabei zum Beispiel auch technische Lösungen für Praxen, die viele Hausbesuche machen, mit bedacht. Abschließend betonte Greve: „Wir begrüßen die TI, denn kein anderes System wird das Gesundheitswesen so umfassend sektorenübergreifend vernetzen können.“

Perspektiven der Telematikinfrastruktur

In einem weiteren Beitrag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Umsetzung der Quartalsupdates von Abrechnungsdaten von der Seite des Praxissoftware-Anbieters GE Healthcare zu betrachten.

Das Programm des Anbietermeetings ging vor der abschließenden Diskussion weiter ins fachliche Detail: Eine Live-Vorführung des Konnektor-Simulators erlebten die Teilnehmer mit Hilfe von Dr. Andreas Drecker (gematik). Darauf aufbauend gab Alexander Börner (KBV, Referat Update) eine Auflistung der Anforderungen an das Versichertenstammdaten-Management (VSDM).

Dr. Florian Fuhrmann von der KV-Telematik GmbH zeigte den Teilnehmern zukünftige Möglichkeiten der Digitalisierung im Gesundheitswesen anhand der Anwendungen, die bis Ende 2018 in KV-Connect zur Verfügung stehen sollen. Vorgesehen sind beispielsweise eine Notfall-App in Kooperation mit den KVen und ein Marktverzeichnis sowie ein Siegel für Gesundheits-Apps.

Außerdem gab Willi Roos aus dem Referat Telematik einen Überblick der Anforderungen an Praxissoftwarehersteller, die digitale Muster und digitale Labordatenkommunikation anbieten wollen. Hier ist das KV-System heute bereits Treiber einer sinnvollen Digitalisierung.

Details zu den selbstverständlich auch noch vorhandenen Papierformularen in der Arztpraxis, insbesondere zu den Änderungen in ihrer Bedruckung erläuterte Sebastian John (KBV, Abteilungsleiter Sicherstellung).

Dokumente zum Download