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Stand 16.02.2017

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IGeL nicht verteufeln! KBV-Chef bescheinigt Krankenkassen Scheinheiligkeit

KBV wehrt sich gegen die Bilanz des aktuellen IGeL-Monitors, dass Individuelle Gesundheitsleistungen mehr Schaden brächten als Nutzen.

Zur Veröffentlichung des IGeL-Monitors des Medizinischer Dienst des GKV-Spitzenverbandes erklärt der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen:

„Die Krankenkassen sind hier scheinheilig unterwegs. Einerseits verteufeln sie IGeL, andererseits bieten einige Kassen als Satzungsleistung selber Leistungen aus dem IGeL-Katalog an oder finanzieren bedenkenlos homöopathische Verfahren, für die es überhaupt keinen evidenzbasierten Nachweis gibt.

 Das alles wird auch Beitragsgeldern finanziert. Natürlich müssen IGeL-Leistungen dem Patienten so angeboten werden, dass er ausreichend über das Angebot nachdenken kann. Eines darf auch nicht vergessen werden: IGeL stellen eine der wenigen Optionen dar, durch die medizinischer Fortschritt und Innovationen in die Gesetzliche Krankenversicherung gelangen.

Derzeit wird beispielsweise die Stoßwellentherapie im Gemeinsamen Bundesausschuss beraten. Ein anderes Beispiel sind Akupunkturleistungen, die vor einigen Jahren in den Katalog der Gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen wurden.“

IGeL-Ratgeber

IGeL (Individuelle Gesundheits-Leistungen)

Bei Individuellen Gesundheits-Leistungen (IGeL) handelt es sich um medizinische Leistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden und deshalb vom Patienten selbst bezahlt werden müssen. Dazu zählen zum Beispiel kosmetische Operationen, Tauglichkeitsuntersuchungen, reisemedizinische Impfberatungen, bestimmte Vorsorgeuntersuchungen etc.

 

Dabei darf der Arzt die Kosten für die IGeL nicht willkürlich festsetzen, sondern jeder Individuellen Gesundheits-Leistung ist in der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ein bestimmter Betrag zugeordnet. Je nach Aufwand und Schwierigkeit kann der Mediziner für eine IGeL den einfachen bis 2,3-fachen Gebührensatz berechnen. Bei gesetzlich Versicherten ist der Arzt verpflichtet, mit dem Patienten einen schriftlichen Vertrag über eine IGeL abzuschließen.