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KBV kontrovers: Ambulant vor stationär!? Die Zukunft der Versorgungslandschaft

17. Mai 2017, 12.30 Uhr - 13.30 Uhr, Berlin

Wie könnte die Versorgunglandschaft von morgen aussehen? Wichtiger Aspekt dabei: Wie kriegen wir die Notfallversorgung in den Griff? Über diese Fragen diskutierten durchaus konträr, aber auch mit Gemeinsamkeiten, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV Dr. Stephan Hofmeister und der Präsident der DKG Thomas Reumann heute in den Räumen der KBV in Berlin.

  • Foto: Kristin Kahl

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Zunächst waren die rund elf Millionen Patienten Gegenstand des Gesprächs, die unnötig in den Notaufnahmen der Krankenhäuser ambulant behandelt werden. "Die Kassenärztlichen Vereinigungen kommen ihrem Sicherstellungsauftrag nicht nach", kritisierte Reumann. „Wir brauchen ein verlässliches Versorgungsangebot“, so Reumann weiter. Dem entgegnete Hofmeister, dass der ärztliche Bereitschaftsdienst bereits viele solcher Fälle auffangen konnte.

Die zentrale Frage, die Gerhard Schröder vom Deutschlandfunk und Moderator der Veranstaltung daher in den Raum warf, lautete: „Wie können wir Patienten steuern, damit sie auch das richtige Versorgungsangebot erhalten?“ Eine wichtige Rolle übernehme hier die 116117, sagte Hofmeister, die Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes des KV-Systems. Ein Ansatz, dem Reumann wohlwollend beipflichtete. „In Ergänzung dazu könnte eine App den Patient schon vorher in die richtige Bahn lenken, bevor er eine umfassende und teure Behandlung im Krankenhaus erhält“, so Hofmeister.

Kräfte kombinieren

Uneins waren sich dagegen beide beim Bedarf an Portalpraxen. Hofmeister betonte in aller Deutlichkeit, dass diese nicht an jedem Krankenhaus möglich seien. Klar ist, die wohnortnahe Versorgung wird schwierig auch vor dem Hintergrund der Landflucht und der Verstädterung. Sollten im ländlichen Raum die Kräfte zwischen ambulantem und stationärem Sektor weiter verstärkt kombiniert werden, wären in der Stadt ärztliche Bereitschaftsdienstpraxen und Fahrdienste zum Patienten vorteilhafte Lösungen, die es mehr und mehr zu installieren gilt.

Beim Thema Versorgungslandschaft von morgen maßen sowohl Hofmeister als auch Reumann dem medizinischen Nachwuchs eine große Bedeutung bei. Hier fließen bereits viele Gelder in die Niederlassungsförderung in unterversorgten Gebieten. Neben wirtschaftlichen bilden aber kulturelle, soziale und gesellschaftliche Aspekte genau so einen entscheidenden Beweggrund für die Niederlassung.

Darüber hinaus sei aber auch der Dialog mit Gemeinde- sowie Landräten wichtig, um gemeinsam zu überlegen, wie Patienten in infrastrukturschwachen Räumen zum Arzt gelangen, sagte Hofmeister. „Zum Wohle der medizinischen Versorgung müssen ärztliche aber auch nichtärztliche Bereiche miteinander verbunden werden“, sagte Reumann, „zusammen kriegen wir das hin.“ Dass Modelle der Substitution und vor allem Delegation eine Antwort auf die Problematik des Versorgungsbedarfs gerade auf dem Land seien, ist sich Hofmeister sicher. Wie solche Modelle allerdings aufgebaut sein sollten, bleibt eine der entscheidenden Fragen. Eine Einmischung seitens der Politik braucht es nach Hofmeister nicht. „Die Selbstverwaltung ist durchaus in der Lage, die Versorgungslandschaft zukunftsfest zu machen“, sagte er.