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Impfschutz: Training für das Immunsystem

Grippewellen, Masernerkrankungen – was sagen Sie als Arzt dazu?
Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Ich denke, die Zahlen sprechen für sich. Und dass natürlich ne hohe Durchimpfungsrate die Gefahr der Ansteckung sehr verringert, ist eindeutig bewiesen, und insofern sind Impfungen als probates Mittel zur Vorbeugung schwerer Erkrankungsverläufe und überhaupt schwerer Erkrankungszahlen unbedingt erforderlich."


Wie haben Sie das als Hausarzt Ihren Patienten nahegebracht?
Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Ich habe immer versucht klarzumachen, dass zum einen die Daten ganz eindeutig sind, dass die Impfung tatsächlich nützt, und zum zweiten, dass die Impfung etwas ist, was anders als manchmal propagiert, das Immunsystem ja fragt, herausfordert und stärkt; die Impfung schwächt das Immunsystem ja nicht, sondern sie zeigt dem Immunsystem, wie es sich vorbereiten soll auf Infektionen, und insofern war es eigentlich nie schwer, Menschen zu überzeugen, sich impfen zu lassen."


Klappt das auch bei Impfgegnern?
Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV:
"Das sind sehr schwierige Diskussionen, weil es einige sehr fundamentalistische Impfgegner gibt, und in der Art, wie dort argumentiert wird, lässt sich das sehr schwer mit Gegenargumenten begründen. Das ist ein bisschen wie der Gottesbeweis. Die Zahlen, die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig, wenn man die aber komplett ausblendet, dann begibt man sich in eine Sphäre, die rational kaum wegzudiskutieren ist."


Was halten Sie von einer Impfpflicht?
Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Halte ich für problematisch; ich bin grundsätzlich immer sehr skeptisch bei solchen Verpflichtungen; ich denke schon, das sollte durch Überzeugung möglich sein, möglichst viele oder ausreichend Menschen zum Impfen zu bewegen."


Deshalb auch die Impfberatung für Eltern?
Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Ich empfehle unbedingt, dass das wahrgenommen wird. Denn Eltern sollen natürlich Entscheidungen für ihre Kinder treffen; dafür sollen sie aufgeklärt sein, informiert sein; informed consent heißt es in Neudeutsch, das ist unbedingt erforderlich; bedauerlich ist, dass diese Beratung sehr, sehr viel Zeit braucht und immer noch ganz schlecht abgebildet ist in der Gebührenordnung."


Wie kann das KV-System die Impfbereitschaft fördern?
Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV: "Ich denke, Aufklärungskampagnen sind erforderlich; insbesondere in den Regionen, wo Impfgegner sich häufen – das gibt es ja tatsächlich; das liegt meist daran, dass sowohl Ärzte als auch zum Teil andere Protagonisten und Multiplikatoren zu den Impfgegnern zählen – dort besonders stark in die Aufklärung zu gehen, in diesen Regionen treten ja zum Beispiel Masern endemisch immer wieder auf."

Masern, Grippe, Keuchhusten - Immer wieder infizieren sich Menschen mit Krankheiten, gegen die man sich mit einer Impfung schützen kann. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Stephan Hofmeister, bringt einige Erfahrung aus der Praxis mit, wie unterschiedlich die Sicht der Patienten auf das Impfen ist und wie man als Arzt damit umgeht. Er erläutert zudem, warum die neue Impfberatung bei den Kinder- und Jugendvorsorgeuntersuchung eine sinnvolle Sache ist.