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Cabozantinib

Handelsname: Cabometyx®

Anwendungsgebiet: Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms nach vorangegangener antiangiogenetischer Therapie*

Pharmazeutischer Unternehmer: Ipsen Pharma

Beginn des Verfahrens: 01.11.2016

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 20.04.2017

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens

Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms nach vorangegangener antiangiogenetischer Therapie*

Nivolumab oder Everolimus

Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.

Zusammenfassung:

Cabozantinib ist bereits seit August 2014 unter dem Handelsnamen Cometriq als Orphan Drug, also als Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen, zur Behandlung des medullären Schilddrüsenkarzinoms verfügbar. In diesem Anwendungsgebiet hat der Gemeinsame Bundesausschuss dem Wirkstoff einen geringen Zusatznutzen zuerkannt (Beschluss vom 22.01.2015).

Infolge einer Zulassungserweiterung kann Cabozantinib seit November 2016 unter dem Handelsnamen Cabometyx auch zur Zweitlinienbehandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms nach vorangegangener antiangiogenetischer Therapie verordnet werden. Die Nutzenbewertung basierte auf der Phase-III-Studie METEOR – einer randomisierten, offenen, aktiv kontrollierten Zulassungsstudie, in der Cabozantinib mit Everolimus verglichen wurde. Es waren 658 Patienten mit fortgeschrittenem, metastasiertem klarzelligen Nierenzellkarzinom eingeschlossen. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben. Das Gesamtüberleben wurde als ein sekundärer Endpunkt erfasst. Nach dem Studienprotokoll waren Folgetherapien nach eingetretenem Progress möglich, jedoch nicht vom Everolimus- in den Cabozantinib-Arm.

Als Ergebnis wurde im Interventionsarm mit Cabozantinib eine statistisch signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens von durchschnittlich 17,1 auf 21,4 Monate festgestellt. Hinsichtlich der Morbidität und Lebensqualität waren keine signifikanten Unterschiede nachweisbar bzw. es lagen keine Daten vor. Bei den Nebenwirkungen traten schwere unerwünschte Ereignisse im Cabozantinib-Arm häufiger und statistisch signifikant früher auf als im Everolimus-Arm. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse und Abbrüche wegen unerwünschten Ereignissen unterschieden sich jedoch nicht statistisch signifikant in den Vergleichsarmen.

Statistisch signifikante Nachteile von Cabozantinib traten bei Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes und Gefäßerkrankungen sowie sehr deutlich bei Diarrhö, Hypertonie und Hand-Fuß-Syndrom auf. Statistisch signifikante Vorteile zeigten sich bei Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems sowie bei Anämie. Als spezifische unerwünschte Ereignisse stellte der Hersteller nur solche Ereignisse dar, die schon in einem ersten Datenschnitt als relevant identifiziert worden waren. Ob sich in einem späteren geplanten Datenschnitt auch andere unerwünschte Ereignisse als relevant zeigen, ließ sich aufgrund nicht vollständig eingereichter Daten nicht erkennen.

In seinem Beschluss fasste der Gemeinsame Bundesausschuss die Ergebnisse zu einem Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen zusammen. Der Beschluss wurde bis zum 20.10.2017 befristet, damit der Hersteller weitere Daten einreichen kann.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Cabozantinib soll nur durch in der Therapie von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom erfahrene Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie sowie durch Fachärzte für Innere Medizin und Nephrologie und weitere an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmende Ärzte anderer Fachgruppen erfolgen.

In der Studie METEOR wurden weder Patienten mit einem ECOG-Performance Status größer als 1 noch mit einem nicht klarzelligen histologischen Subtyp untersucht. Insbesondere bei diesen Patienten muss vor Therapiebeginn eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen werden.