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Nivolumab

Handelsname: Opdivo®

Anwendungsgebiet: Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierten) Melanoms in Kombination mit Ipilimumab*

Pharmazeutischer Unternehmer: Bristol-Myers Squibb

Beginn des Verfahrens: 15.06.2016

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 15.12.2016

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens

Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierten) Melanoms in Kombination mit Ipilimumab*

1a) nicht vorbehandelte Patienten mit einem BRAF**-V600-mutierten Tumor
Vemurafenib oder Vemurafenib + Cobimetinib oder Dabrafenib + Trametinib Zusatznutzen ist nicht belegt
1b) nicht vorbehandelte Patienten mit einem BRAF**-V600-wildtyp Tumor
Nivolumab oder Pembrolizumab Zusatznutzen ist nicht belegt
2) vorbehandelte Patienten
patientenindividuelle Therapie nach Maßgabe des behandelnden Arztes unter Berücksichtigung der Vortherapie Zusatznutzen ist nicht belegt

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation. ** BRAF = rapidly accelerated fibrosarcoma Isoform B


Zusammenfassung:

Nivolumab zur Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms wurde zunächst als Monotherapie zugelassen. Bei therapienaiven Patienten mit einem BRAF-V600-wildtyp-Melanom stellte der Gemeinsame Bundesausschuss einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen fest (Beschluss vom 07.01.2016). Seit Juni 2016 ist auch die Kombination mit Ipilimumab zugelassen, für die ebenfalls eine Nutzenbewertung durchgeführt wurde.

Im Rahmen der Nutzenbewertung legte der pharmazeutische Unternehmer für die Patientengruppe 1a einen zweistufigen indirekten Vergleich von Nivolumab + Ipilimumab gegen Vemurafenib über die beiden Brückenkomparatoren Nivolumab und Dacarbazin vor. Der Vergleich war jedoch aufgrund mangelnder Vergleichbarkeit der Studien und Dosierungen nicht geeignet. Ein Zusatznutzen von Nivolumab + Ipilimumab ist daher nicht belegt.

Der Nutzenbewertung für die Patientengruppe 1b) lagen die randomisierten, verblindeten Studien Checkmate 67 und 69 vor. Hier wurde Nivolumab + Ipilimumab gegen Ipilimumab verglichen. Die Studienergebnisse fanden allerdings keine Berücksichtigung, da der Gemeinsame Bundesausschuss nach der Dossierbewertung die zweckmäßige Vergleichstherapie geändert hat. Als neuer Therapiestandard gelten seitdem Nivolumab und Pembrolizumab (BRAF-wildtyp-Tumor) beziehungsweise Dabrafenib + Trametinib sowie Vemurafenib + Cobimetinib (BRAF-mutierten Tumor).

Um dem pharmazeutischen Unternehmer die Möglichkeit zu geben, für die Patientengruppe 1b) einen Vergleich gegen Nivolumab oder Pembrolizumab als neue zweckmäßige Vergleichstherapie vorzulegen, hat der Gemeinsame Bundesausschuss seinen Beschluss bis zum 15.06.2017 befristet. Ein Zusatznutzen von Nivolumab + Ipilimumab ist vorerst nicht belegt.

Für die Patientengruppe 2) hat der pharmazeutische Unternehmer keine Daten vorgelegt. Somit fehlt auch hier ein Beleg für einen Zusatznutzen von Nivolumab + Ipilimumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab muss durch einen auf dem Gebiet der Onkologie und in der Therapie von Patienten mit Melanomen erfahrenen Facharzt erfolgen (Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie weitere an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmende Ärzte aus anderen Fachgruppen).

Patienten, die mit Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab behandelt werden, ist mit jeder Verschreibung eine Patientenkarte auszuhändigen und sie müssen über die Risiken dieser Therapie informiert werden.