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Ixazomib

Handelsname: Ninlaro®

Anwendungsgebiet: Behandlung des multiplen Myeloms bei Erwachsenen, die mindestens eine vorausgegangene Therapie erhalten haben, in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason*

Pharmazeutischer Unternehmer: Takeda

Beginn des Verfahrens: 15.01.2017

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 06.07.2017

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zwecksmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens

Kombinationstherapie mit Lenalidomid und Dexamethason des vorbehandelten multiplen Myeloms*

Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens auf Grundlage der Zulassungsstudien

Zusatznutzen ist nicht quantifizierbar

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt. Verbindlich sind die Angaben der Fachinformation.


Zusammenfassung:

Ixazomib ist ein Arzneimittel zur Behandlung eines seltenen Leidens (Orphan Drug). Der medizinische Zusatznutzen gilt bei Orphan Drugs bereits durch die Zulassung als belegt. Der Gemeinsame Bundesausschuss bewertet ausschließlich das Ausmaß des Zusatznutzens anhand der Zulassungsstudie.

Bei dieser handelt es sich um die doppelblinde, randomisierte, kontrollierte, multizentrische, zum Zeitpunkt des Verfahrens noch laufende Phase-III-Studie C16010. 722 Patienten mit rezidiviertem und/oder progredienten multiplem Myelom, die bereits mindestens eine und maximal drei Vortherapien erhalten hatten, wurden 1:1 zu Ixazomib + Lenalidomid + Dexamethason und im Kontrollarm zu Placebo + Lenalidomid + Dexamethason randomisiert.

Zum Zeitpunkt der 2. Interimsanalyse waren im Interventionsarm 25 % und im Kontrollarm 23 % der Patienten verstorben. Die Aussagesicherheit der Ergebnisse zur Mortalität sah der Gemeinsame Bundesausschuss aufgrund der geringen Zahl von Ereignissen als eingeschränkt an. Die Studie läuft verblindet bis 2020 weiter. Die mediane progressionsfreie Zeit betrug zum 2. Datenschnitt im Interventionsarm 20 Monate und im Kontrollarm 15,9 Monate. Ein statistisch signifikanter Vorteil der Kombination mit Ixazomib im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigte sich lediglich im 1. Datenschnitt.

Die Daten zu den patientenbezogenen Endpunkten Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität konnten wegen zu geringer Rücklaufquoten nicht für die Nutzenbewertung herangezogen werden. Unerwünschte Ereignisse traten in beiden Behandlungsarmen bei fast allen Patienten auf. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden im Interventionsarm bei 47 % und im Kontrollarm bei 49 % der Patienten beobachtet. Unerwünschte Ereignisse des CTCAE (Common Terminology Criteria for Adverse Events)-Grades ≥ 3 traten im Interventionsarm bei 74 % gegenüber 69 % im Kontrollarm auf. Im Interventionsarm brachen 17 % der Patienten die Therapie wegen unerwünschten Ereignissen ab, im Kontrollarm waren es 14 %. Diese Ergebnisse sind nicht statistisch signifikant. Statistisch signifikante Unterschiede zuungunsten von Ixazomib zeigten sich nur bei den Erkrankungen der Haut (Juckreiz) und des Auges (Katarakt).

Der Gemeinsame Bundesausschuss konsentierte für Ixazomib einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Aufgrund der unreifen Daten zum Gesamtüberleben ist der Beschluss bis Juli 2020 befristet. Bis dahin soll die finale Analyse der noch weiter laufenden Studie C16010 zur Verfügung stehen.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Die Einleitung und Überwachung der Behandlung mit Ixazomib muss durch einen auf dem Gebiet der Onkologie und in der Therapie von Patienten mit multiplen Myelom erfahrenen Facharzt erfolgen (Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie).

Ixazomib wurde unter „Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere Nutzennachweise erwartet werden. Die EMA wird neue Informationen mindestens jährlich bewerten und, falls erforderlich, wird die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels aktualisiert werden.

Patienten, die gegenüber Bortezomib und Carfilzomib refraktär waren, wurden nicht in die Zulassungsstudie zu Ixazomib eingeschlossen. Bei diesen Patienten sollte vor Therapiebeginn eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen werden.