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Abklärungspauschale: Von der Notaufnahme in die Arztpraxis

Dem einen ist übel, die andere hat Heuschnupfen und der Dritte Rückenschmerzen, und das schon seit drei Wochen. Typische Fälle in Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser.

O-Ton Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:
„..das erfüllt natürlich nicht die Definition des Notfalls, hat folglich in einer Notfallambulanz auch nichts verloren“.

Und auch nicht in der Bereitschaftsdienstpraxis außerhalb der regulären Sprechzeiten. Und trotzdem: Bei jedem Patienten muss der Arzt klären: Notfall oder kein Notfall?


O-Ton Dr. Andreas Gassen:
„…er kann in aller Regel offensichtliche Fälle, die in der Notfallambulanz nichts verloren haben herausfiltern, beispielsweise Rezeptverlängerungen oder seit ewigen Zeiten bestehende Beschwerden, Bagatelle-Erkrankungen etc.“


Diese Patienten soll der Krankenhausarzt dann zum niedergelassenen Arzt schicken. Für diese Abklärung hat das Krankenhaus bisher kein Geld bekommen.


O-Ton Dr. Andreas Gassen:
„..das war ja ein Kritikpunkt, der ja auch von den Krankenhäusern häufig kam, dass gerade auch alle Patienten, die eben auch eigentlich nicht dahin gehört haben, dann praktisch vergütungsfrei angesehen werden müssten. Das ist damit eigentlich behoben; insofern haben wir einem Wunsch der Krankenhäuser an der Stelle meines Erachtens entsprochen.“


Diese Abklärungspausche beträgt: tagsüber 4,74 € und nachts – sowie an Wochenenden und Feiertagen - 8,42 €. Das entspricht 2 Minuten Arbeitszeit pro Patient.


O-Ton Dr. Andreas Gassen:
„Es geht ja nicht darum, dass jetzt die Notfallbehandlung im Krankenhaus im Zwei-Minuten-Takt stattfindet und Entscheidungen über gefährliche Grunderkrankungen in dieser Zeit getroffen werden müssen. Es geht darum, dass die Abklärungspauschale ermöglichen soll, Patienten, die offenkundig nicht in eine Krankenhausambulanz müssen, damit abgeklärt und dann auch sozusagen an andere Versorgungsformen verwiesen werden.“


Stellt der Krankenhausarzt aber fest, es ist ein Notfall, gilt die Abklärungspauschale nicht.

O-Ton Dr. Andreas Gassen:
„In dem Moment, wo er den Eindruck hat, dass hier eine doch akute Gesundheitsstörung vorliegt, hat er selbstverständlich die Möglichkeiten, den Patienten eingehender zu untersuchen und gegebenenfalls auch apparative Untersuchungen anzuschließen.“

Die neue Abklärungspauschale soll Krankenhäusern also dabei helfen, ihre Notfallambulanzen zu entlasten. Und die Patienten zur jeweils angemessenen Versorgungsform führen.


O-Ton Dr. Andreas Gassen:
„Und dafür haben wir dieses Instrument geschaffen und ich halte das für sehr sinnvoll.“


Dazu gehört auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst noch bekannter zu machen und die bundesweite Rufnummer 116117.

Seit dem 1. April soll die Abklärungspauschale Notfallambulanzen und Bereitschaftsdienstpraxen entlasten. Niedergelassene und Krankenhausärzte im Bereitschafts- und Notdienst können sie nun für Patienten abrechnen, die mit kleineren Beschwerden die Bereitschaftsdienstpraxis oder Notfallambulanz aufsuchen, obwohl sie damit zum Haus- oder Facharzt gehen könnten.