Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Verordnungssteuerung

Aut idem

Der Ausdruck „aut idem“ leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet „oder das Gleiche“. Damit wird dem Apotheker die Möglichkeit gegeben, statt des vom Arzt verordneten Medikamentes ein wirkstoffgleiches, aber preisgünstigeres Präparat abzugeben.

Vor dem Arzneimittelausgaben-Begrenzungsgesetz musste der Arzt den Austausch des Medikaments ausdrücklich zulassen, in dem er das auf dem Rezeptformular befindliche Feld ankreuzte. Mit Inkrafttreten des Gesetzes wurde die Bedeutung des Kästchens umgekehrt: Lässt der Arzt bei der Verordnung eines Medikamentes das entsprechende Feld frei, wird dem Apotheker die Substitution erlaubt.

Rabattierte Arzneimittel haben durch das zum 1. April 2007 in Kraft getretene GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz Vorrang. Die Apotheke muss ein Medikament nun grundsätzlich durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel austauschen, für das ein Rabattvertrag zwischen der Krankenkasse und dem pharmazeutischen Unternehmen nach § 130a Abs. 8 SGB V besteht.

Gibt es für ein Präparat keine Rabattvereinbarung, ist das verordnete oder eines der drei preisgünstigsten Arzneimittel abzugeben.

Voraussetzungen für die Substitution sind:

  • identische(r) Wirkstoff/Wirkstärke
  • gleiche bzw. austauschbare Darreichungsform
  • ein gleiches Anwendungsgebiet sowie
  • gleiches Packungsgrößenkennzeichen

Dabei gelten grundsätzlich Salze, Ester, Ether, Isomere, Mischungen von Isomeren, Komplexe und Derivate eines Wirkstoffs als derselbe Wirkstoff. Die austauschbaren Darreichungsformen bestimmt der Gemeinsame Bundesausschuss in der Arzneimittel-Richtlinie.

Im Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz hat der Gesetzgeber zum 1. Januar 2011 mit der sogenannten Mehrkostenregelung eine Wahlmöglichkeit für den Versicherten geschaffen: Dieser kann nunmehr in der Apotheke statt des rabattierten Arzneimittels oder eines der drei preisgünstigsten Arzneimittel ein anderes Arzneimittel erhalten, sofern die oben genannten Substitutionsvoraussetzungen erfüllt sind (§ 129 Abs. 1 S. 5 SGB V). 

Hierbei muss der Versicherte sein Wunschmedikament zunächst in der Apotheke selbst bezahlen; anschließend kann er sich einen Teil der entstandenen Kosten von seiner Krankenkasse zurückerstatten lassen (§ 13 Abs. 2 SGB V).