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Reden

Statement des KBV-Vorstandsvorsitzenden Dr. Andreas Gassen auf dem KBV Sicherstellungskongress 2017

28. Juni 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir veranstalten derzeit die Woche der ambulanten Versorgung, mit der das KV-System im gesamten Bundesgebiet auf die Leistungsfähigkeit der ambulanten Versorgung aufmerksam macht. In diesem Rahmen findet heute auch der Sicherstellungskongress hier in Berlin statt.

Mit ihm bringen wir Akteure aus den Regionen zusammen, die mit ihren Initiativen über die klassische Sicherstellung hinausgehen. Wir suchen aber auch das Gespräch mit der Politik, mit den Krankenkassen und mit der Wissenschaft, um die vorhandenen Impulse zu verstärken und zu bündeln.

Die Sicherstellung ist einer der wesentlichen Aufgaben des KV-Systems. Und ich sage es und wiederhole mich gerne: Wir KVen und die KBV stellen sicher! Für die neue Phase unserer Kampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern.“ haben wir Beispiele aus den Regionen zusammengetragen, die stellvertretend für all die Projekte stehen, die in unserem Land umgesetzt werden.

Sie finden die Broschüre mit vielen Zahlen und Fakten auf Ihren Plätzen. Wir haben sie in den vergangenen Tagen auch an die Politik versendet – und zwar nicht nur an Gesundheitspolitiker von Land und Bund. Sondern auch an die Kommunalpolitiker, die vor Ort unsere Ansprechpartner sind, wenn es darum geht, neue Modelle zu implementieren.

Um neue Ideen zu entwickeln und auch umzusetzen, braucht es Überzeugungsarbeit und sehr viele Gespräche. Diese suchen wir auch beim heutigen Kongress – und der bisherige Verlauf der Veranstaltung zeigt, dass wir auf offene Ohren stoßen.

Natürlich gehört zur Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung auch eine engere Zusammenarbeit mit dem stationären Sektor. Dazu haben wir im Acht-Punkte-Papier zur Bundestagswahl konkrete Vorschläge gemacht.

Wir wollen das Belegarztwesen ausbauen, wozu es heute Nachmittag einen eigenen Programmpunkt gibt. Und wir wollen die vorhandene Versorgungsstruktur in den Regionen an dem künftigen Bedarf anpassen. Das betrifft natürlich auch die überzähligen Krankenhäuser – oder besser gesagt: die überzähligen Krankenhaus-Betten.

Ich denke, langsam kommt in der Öffentlichkeit auch an, dass es uns nicht darum geht, Versorgungsstandorte zu schließen. Die meisten Standorte sollen ja möglichst erhalten bleiben, nur eben nicht als Krankenhäuser. Es sind viele andere Versorgungsformen möglich: Praxiskliniken, MVZ oder Facharztzentren mit kurzstationären Einheiten.

Entscheidend ist, dass dies mit den Akteuren vor Ort geplant und umgesetzt wird. Die KVen führen dazu schon zahlreiche Gespräche. Und natürlich müssen auch die Kollegen in den Kliniken davon überzeugt werden, dass alle gewinnen, wenn die knappen Ressourcen Arzt und Pflegepersonal in kooperativer Weise eingesetzt werden.

Zur sektorenübergreifenden Zusammenarbeit gehören auch Bereitschaftsdienst und Notfallversorgung. Wir haben dazu nachher eine Session, bei der Wissenschaft, Politik und Ärzteschaft diskutieren. Dieses Thema wird uns in den kommenden Monaten und Jahren weiter beschäftigen, weshalb KBV und KVen im Herbst dieses Jahres einen „Tag des Bereitschaftsdienstes“ veranstalten wird. Rund um den 11. Oktober werden wir damit bundesweit in die Öffentlichkeit gehen.

Vielen Dank.

 

(Es gilt das gesprochene Wort.)