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Honorar

Weiterentwicklung des Facharzt-EBM

Pauschale zur Förderung der fachärztlichen Grundversorgung

Fachärzte der Grundversorgung erhalten seit 1. Oktober 2013 einen Zuschlag: Die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) wird einmal im Quartal gezahlt und zwar für jeden Behandlungsfall, bei dem der Arzt ausschließlich konservativ tätig ist und keine spezialisierten Leistungen durchführt. Darauf hatte sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband Ende Mai 2013 geeinigt.

Neuerungen ab 2015

Fachärzte erhalten ab Januar 2015 zu jeder PFG einen festen Zuschlag. Die Höhe des Zuschlags liegt einheitlich bei 26,7 Prozent der jeweiligen PFG. Der Zuschlag wird von der KV automatisch zugesetzt.

Schwerpunktinternisten erhalten ab 2015 ebenfalls eine PFG und zwar in Behandlungsfällen, in denen ausschließlich die jeweilige Grundpauschale und/oder der Laborwirtschaftlichkeitsbonus (GOP 32001) abgerechnet werden. Die PFG ist mit 41 Punkten bewertet, der extrabudgetäre Zuschlag mit 11 Punkten.

Die PFG für Gynäkologen wird um 6 Punkte auf 24 Punkte abgesenkt; das PFG-Honorarvolumen der Fachgruppe bleibt gleich. Dafür erhalten die Ärzte die Pauschale künftig auch dann, wenn sie die Laborgrundpauschale Prävention (GOP 01701) abrechnen (aber nicht neben den GOP 01783, 01792, 01816, 01833 und 01840). Hintergrund für die Anpassung ist, dass die PFG-relevanten Fälle der Gynäkologen deutlich häufiger abgerechnet wurden als erwartet, da die GOP 01701 häufig nicht angesetzt wurde.

Die bisherige Pauschale für die psychiatrische und nervenheilkundliche Grundversorgung wird aufgeteilt in eine Pauschale für Psychiatrie (GOP 21218, neue Bewertung: 44 Punkte) und in eine Pauschale für Nervenheilkunde (neue GOP 21225, Bewertung: 39 Punkte).

Übersicht: Zuschlag zur PFG sowie Neuerungen bei PFG ab 2015

Fachgruppe

PFG in der MGV

Extrabudgetärer PFG-Zuschlag
Stand: ab 1. Januar 2015, Orientierungswert: 10,2718 Cent
in Punkten in Euro GOP in Punkten in Euro GOP
Anästhesiologie 75 7,70 05220 20 2,05 05222
Augenheilkunde 21 2,16 06220 6 0,62 06222
Chirurgie 32 3,29  07220 9 0,92 07222
Gynäkologie 24 2,47  08220 0,62 08222 
Hautarzt 18 1,85  10220 5 0,51 10222
HNO 27 2,77 09220 7 0,72 09222
Innere Medizin FA ohne Schwerpunkt 41 4,21 13220  11 1,13 13222
SP Angiologie 13294 13296
SP Endokrinologie 13344 13346
SP Gastroenterologie 13394 13396
SP Hämatologie/Onkologie 13494 13496
SP Kardiologie 13543 13544
SP Nephrologie 13594 13596
SP Pneumologie 13644 13646
SP Rheumatologie 13694 13696
Kinder- und Jugendpsychiatrie 85 8,73 14214 23 2,36 14216
Nervenheilkunde 39 4,01 21225 10 1,03 21226
Neurologie 39 4,01 16215 10 1,03 16217
Orthopädie 31 3,18 18220 8 0,82 18222
Phoniatrie und Pädaudiologie 27 2,77 20220 7 0,72 20222
Physikalische und Rehabilitative Medizin 65 6,68 27220 17 1,75 27222
Psychiatrie 44 4,52 21218 12 1,23 21219
Psychosomatik und Psychotherapie 164 16,85 22216 44 4,52 22218
Psychotherapie 164 16,85 23216 44 4,52 23218
Urologie 35 3,60 26220 9 0,92 26222

 

Das Ziel: Fachärztliche Grundversorgung stärken

Grundversorgende, konservative Fächer haben in den vergangenen Jahren an Attraktivität verloren. Infolge des medizinischen Fortschritts erfolgt auch im ambulanten Bereich eine zunehmende Spezialisierung. Hinzu kommt, dass Fachärzte der Grundversorgung in den vergangenen Jahren kaum von Honorarzuwächsen profitiert haben und es für sie immer schwieriger geworden ist, eine wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten.

Um die wirtschaftliche Situation dieser Praxen zu verbessern und damit die Grundversorgung zu stärken, will die Kassenärztliche Bundesvereinigung den EBM entsprechend anpassen. Sie will erreichen, dass die Krankenkassen künftig Leistungen der Grundversorgung außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bezahlen – ohne Mengenbegrenzung und zu festen Preisen. Die Pauschale zur fachärztlichen Grundversorgung ist ein erster Schritt, um die Unterfinanzierung zu beseitigen.