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Ixekizumab

Handelsname: Taltz®

Anwendungsgebiet: Behandlung von  Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen*

Pharmazeutischer Unternehmer: Lilly Deutschland

Beginn des Verfahrens: 01.03.2017

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses: 17.08.2017

Inhalt des Beschlusses:

Indikation zweckmäßige Vergleichstherapie Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens
mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis*
a) Erwachsene, die für eine systemische Therapie in Frage kommen
Fumarsäureester, Ciclosporin, Methotrexat oder Phototherapie (Balneophototherapie, orale PUVA, NB-UV-B) Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen
b) Erwachsene, die auf andere systemische Therapien einschließlich Ciclosporin, Methotrexat oder PUVA (Psoralen und Ultraviolett A-Licht) nur unzureichend angesprochen haben oder bei denen eine Kontraindikation oder Unverträglichkeit gegenüber solchen Therapien vorliegt
Adalimumab, Infliximab oder Ustekinumab Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen

* Das zugelassene Anwendungsgebiet ist zusammenfassend dargestellt.

Zusammenfassung:

Ixekizumab ist ein monoklonaler IgG-4-Antikörper, der seit März 2017 in Verkehr ist. Bei der frühen Nutzenbewertung wurde unterschieden zwischen Psoriasis-Patienten, die für eine systemische Therapie geeignet sind (Patientengruppe a) und Psoriasis-Patienten, die auf andere systemische Therapien einschließlich Ciclosporin, Methotrexat oder PUVA nur unzureichend angesprochen haben (Patientengruppe b).

Patientengruppe a)
Grundlage der Nutzenbewertung war die Studie RHBZ, eine randomisierte kontrollierte Studie mit Psoriasis-Patienten, die noch keine systemische Therapie erhalten haben. Die 24-wöchige Studie hat ein offenes, dreiarmiges Design; die Erhebung klinischer Endpunkte (u. a. PASI, Erscheinungsfreiheit Gesicht/Hals, Erscheinungsfreiheit Genitalbereich) erfolgte blind. Im Interventionsarm erhielten die Patienten Ixekizumab und in den beiden Vergleichsarmen entweder Methotrexat oder Fumarsäureester.

Für die Nutzenbewertung wurde aufgrund der Vortherapien nur eine Teilpopulation der Studie herangezogen: 131 Patienten, die mit Ixekizumab (n = 40) oder Fumarsäureester (n = 43) bzw. Methotrexat (n = 48) behandelt wurden. Aufgrund positiver Effekte beim PASI 100, Hautschmerz, Erscheinungsfreiheit Gesicht/Hals, Lebensqualität und Abbruch wegen unerwünschten Ereignissen bescheinigte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Ixekizumab einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Patientengruppe b)
Grundlage war die IXORAS-Studie, eine zum Zeitpunkt der Nutzenbewertung noch laufende randomisierte, doppelblinde Parallelgruppenstudie. Sie vergleicht Ixekizumab mit Ustekinumab bei Psoriasis-Patienten, die ein Therapieversagen, eine Kontraindikation oder Unverträglichkeit gegenüber mindestens einer systemischen Therapie (einschließlich Methotrexat, Ciclosporin, Phototherapie) haben. Insgesamt wurden 302 Patienten randomisiert und einer Behandlung mit Ixekizumab (n = 136) oder Ustekinumab (n = 166) zugeteilt. Die Bewertung basierte auf der geplanten Interimsanalyse zu Woche 24.

Positive Effekte zeigten sich bei der Morbidität (PASI 100) und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Ihnen stand ein negativer Effekt bei den nicht schweren Nebenwirkungen sowie beim Endpunkt allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort gegenüber. Dies stellte die positiven Effekte von Ixekizumab allerdings nicht infrage. Bei den Endpunkten PASI 90 und PASI 75 zeigten sich keine vom PASI 100 abweichenden Ergebnisse. Für den Endpunkt Nail Psoriasis Severity Index (NAPSI) bei Patienten, bei denen zu Studienbeginn ein Nagelbefall vorlag, zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Ixekizumab.

Zusammenfassend stellte der G-BA einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen von Ixekizumab fest. Begründet wurde dies damit, dass bei den krankheitsspezifischen Symptomen Hautschmerz und Juckreiz keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Studienarmen gezeigt werden konnten. Es wäre zu erwarten gewesen, dass sich die Unterschiede im PASI auch bei diesen Symptomen widerspiegeln.

Hinweise für die Praxis

Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung:

Die Vorgaben der Fachinformation sind zu berücksichtigen. Die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMA) stellt die Inhalte der Fachinformation auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Bei Patienten, die nach 16 bis 20 Wochen auf die Behandlung mit Ixekizumab nicht angesprochen haben, sollte ein Absetzen der Behandlung in Erwägung gezogen werden. Bei einigen Patienten mit anfänglich partiellem Ansprechen kann sich das Ansprechen bei Fortsetzung der Behandlung über einen Zeitraum von 20 Wochen hinaus verbessern.